Energie

Mitarbeitern von Uniper drohen finanzielle Einbußen

12 600 Beschäftigte gehören zum Düsseldorfer Unternehmen Uniper. Der Kraftwerks- und Energiehandelskonzern ist aus Teilen des Essener Versorgers Eon entstanden.

Foto: Reuters

12 600 Beschäftigte gehören zum Düsseldorfer Unternehmen Uniper. Der Kraftwerks- und Energiehandelskonzern ist aus Teilen des Essener Versorgers Eon entstanden. Foto: Reuters

Essen/Düsseldorf.   Der Energiekonzern Uniper will die Personalkosten drastisch reduzieren und fordert unter anderem einen Wegfall des Weihnachtsgelds.

Die Energiekonzerne Eon und Uniper sind mittlerweile getrennt. Doch wenn es um unternehmensinterne Sparprogramme geht, herrscht eine auffällige Einigkeit. Sowohl Eon-Chef Johannes Teyssen als auch sein Uniper-Amtskollege Klaus Schäfer haben sich zum Ziel gesetzt, die Kosten in ihren Konzernen um jeweils 400 Millionen Euro pro Jahr zu reduzieren. „Bis Ende 2018“ lautet der Zeitplan bei Uniper, „ab 2018“ sollen die Einsparungen bei Eon sichtbar sein.

Konzernweit will Eon 1300 Arbeitsplätze abbauen, davon 1000 Stellen in Deutschland. Unabhängig von möglichen Stellenstreichungen drohen den Beschäftigten der einstigen Eon-Tochter Uniper auch finanzielle Einschnitte. Ein Forderungskatalog der Uniper-Unternehmensleitung für Verhandlungen mit Betriebsräten und der Tarifkommission ist jedenfalls ungewöhnlich umfangreich.

Nach Informationen unserer Redaktion fordert das Management um Uniper-Chef Schäfer eine Reihe von Zugeständnissen der Belegschaft: den Verzicht aufs Weihnachtsgeld, die Streichung von Vergünstigungen beim Strompreis, die Abschaffung der Erfolgsbeteiligung, die Streichung von Nacht-, Sonn- und Feiertagszuschlägen sowie die Abschaffung von variablen Gehaltskomponenten.

Lange Liste von möglichen Einbußen

Außerdem sollen alle Tarifangestellten von Uniper um eine Gehaltsgruppe heruntergestuft werden, soweit sie nicht schon auf der untersten Ebene eingruppiert sind. Gefordert wird auch, dass alle außertariflich Angestellten im gleichen Rahmen verzichten sollen. Schätzungen zufolge entspricht dies Kostensenkungen bei den Beschäftigten von rund 25 bis 30 Prozent.

Unter dem Dach von Uniper mit Sitz in Düsseldorf arbeiten frühere Eon-Beschäftigte aus den Sparten konventionelle Stromerzeugung und Energiehandel. Eon konzentriert sich von Essen aus auf Themen wie Ökostrom, Vertrieb, Kundenlösungen und Energienetze.

Uniper nennt niedrigere Personalkosten „unverzichtbar“

„Voraussetzung für die Zukunftsfähigkeit von Uniper und die weitere Beschäftigungsperspektive der Mitarbeiter ist die Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit“, teilte Uniper auf Anfrage mit. Niedrigere Personalkosten seien „unverzichtbar“, um den Betreiber klassischer Großkraftwerke „vor dem Hintergrund der anhaltend schlechten Marktbedingungen nachhaltig wettbewerbsfähig aufzustellen“. Daher gebe es Gespräche mit Betriebsräten sowie Vertretern der Gewerkschaften IG BCE und Verdi. Ziel sei es, eine gemeinsame Lösung zu finden. Solange es keinen Abschluss gebe, wolle sich das Unternehmen nicht zu Details äußern.

Uniper betonte, es gehe nicht nur um niedrigere Personalkosten. Auch die Sachkosten sollen sinken – beispielsweise in den Bereichen Einkauf und IT.

Unklarheiten zum Stellenabbau

Ende vergangenen Jahres gehörten rund 12 600 Beschäftigte zu Uniper – etwa 1000 Mitarbeiter weniger als zwölf Monate zuvor. Wie viele Stellen im Zuge des Sparprogramms wegfallen könnten, ließ Uniper bislang offen. Betriebsbedingte Kündigungen seien als „Ultima Ratio“ nicht ausgeschlossen, hatte die Unternehmensleitung Ende vergangenen Jahres betont.

Wie stark der Kostendruck derzeit in der Energiebranche und insbesondere bei den Branchenriesen wie Eon und Uniper ist, lässt sich auch an einer aktuellen Studie der Frankfurter Personalberatung Callidus in Zusammenarbeit mit Heinz-J. Bontrup von der Westfälischen Hochschule in Recklinghausen ablesen. Mehr als drei Viertel der Unternehmen in der deutschen Energiewirtschaft stellen demnach derzeit nicht ein. In der einst erfolgsverwöhnten Branche sei eher von einem Stellenabbau auszugehen, schreiben die Studienautoren. Ihr nüchternes Urteil lautet: „Die Energiewirtschaft hat schon einmal bessere Zeiten gesehen.“

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