Kolumne

Parkett-Geflüster: Frankreich macht die Kurse

DekaBank Chefvolkswirts Dr. Ulrich Kater.

DekaBank Chefvolkswirts Dr. Ulrich Kater.

Essen.  Im Börsen-Ausblick beleuchtet DekaBank-Chefvolkswirt Dr. Ulrich Kater die Auswirkungen politischer Seitenwinde auf die Aktienmärkte.

An den Kapitalmärkten sind an diesem Wochenende alle Augen auf Frankreich gerichtet. Sollten sich in der ersten Runde der Präsidentschaftswahlen Marine Le Pen für die Nationalisten und Emmanuel Macron oder François Fillon aus der Mitte des politischen Spektrums durchsetzen, werden die Börsen am Montag erleichtert durchatmen, denn dann ist die Wahrscheinlichkeit eines Wahlsiegs der etablierten politischen Kräfte beim zweiten Wahlgang am 7. Mai sehr hoch. Die Schreckgespenster der Finanzmärkte wären Le Pen oder der linkssozialistische Kandidat Jean-Luc Mélenchon als neue Chefs im Élysée-Palast. Beide verfolgen einen Kurs gegen die Europäische Union und damit gegen die Grundlagen der europäischen Wirtschaft, wie sie in den letzten 30 Jahren aufgebaut worden sind. Das würden die Börsen mit heftigen Abschlägen quittieren.

Abseits der großen politischen Themen horchen die Märkte weiterhin auf Klopfzeichen aus dem Rumpf der Konjunktur. Positive Erwartungen der Unternehmen sowie gute Zahlen über die Gewinnentwicklung bilden abseits vom politischen Getöse eine gute Grundlage für die Aktienmärkte. Das bedeutet aber auch, dass die Erwartungen steigender Zinsen wieder Fahrt aufnehmen würden. Das wiederum würde die Kurse von in der Vergangenheit emittierten Anleihen unter Druck setzen. Diese werden in Zeiten von Zinssteigerungen weniger wert, weil ihre Verzinsung hinter den neu emittierten Anleihen zurückbleibt.

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