Rewe to go

Rewe bremst Ausbau von Mini-Supermärkten an Aral-Stationen

Im Rewe-to-go der Aral-Tankstelle am Südring in Düsseldorf gibt es frisches Obst und Gemüse.

Im Rewe-to-go der Aral-Tankstelle am Südring in Düsseldorf gibt es frisches Obst und Gemüse.

Foto: Kai Kitschenberg

Bochum.   Rewe stoppt vorerst den Ausbau von Mini-Supermärkten in Aral-Tankstellen. Einem Bericht zufolge sollen die Tankstellen-Pächter unzufrieden sein.

Die mit hohen Erwartungen gestartete Ausstattung von Aral-Tankstellen mit kleinen Rewe-to-go-Supermärkten gerät ins Stocken. Zur Halbzeit legen die beiden Partner eine Expansionspause bis zum Sommer ein. An ihrem Ziel, bis zum Jahr 2021 bundesweit 1000 Aral-Tankstellen mit Rewe-Märkten auszustatten, wollen beide Unternehmen aber festhalten.

An zehn Pilot-Standorten hatten Aral und Rewe bereits im Jahr 2014 mit dem Test des Mini-Supermarkt-Konzepts begonnen. Die Erfahrungen mit dem Verkauf von rund 400 Artikeln wie Nudeln, Reis und Saucen, frischer Milch, Butter, Obst, Gemüse, Sushi und warmen Gerichten während des Tankens war so gut, dass sich beide Unternehmen Anfang 2016 dazu entschlossen, bundesweit 1000 Aral-Stationen mit Rewe-Supermärkten auszustatten. Bei Standort Nummer 465 soll nun aber vorläufig Schluss sein. Im vergangenen Jahr bereits hatte Aral-Chef Patrick Wendeler für die Einführung von Supermärkten an Tankstellen die Devise „Qualität geht vor Quantität“ ausgegeben.

Bericht: Probleme mit IT und Kosten

Die „Lebensmittel-Zeitung“ berichtet, dass die IT des Mineralöl- und des Handelskonzerns nicht so recht miteinander harmonierten. Deshalb teste Aral gerade ein neues Kassensystem. Zudem soll Rewe über einen Anstieg der Kosten klagen, weil die Belieferung der kleinen Tankstellen-Shops teurer ist als die Andienung großer Supermärkte. Nach früheren Angaben verkauft ein Rewe-to-go im Schnitt 1400 Artikel auf 95 Quadratmetern. Große Rewe-Supermärkte haben indes bis zu 50.000 Artikel in ihren Regalen.

Aber auch die Tankstellen-Pächter sollen dem Blatt zufolge über gestiegene Kosten klagen. So seien die Einkaufspreise und zugleich der Personalaufwand gestiegen. Der Verkauf von frischen Produkten erfordere eine höhere Anzahl von Mitarbeitern. Etliche Shops rechneten sich auch deshalb kaum, weil viele Produkte nach dem Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums nicht mehr zu verkaufen seien. Dazu wollten sich die Unternehmen nicht äußern.

Im Juni soll es weitergehen

Ein Rewe-Sprecher bestätigte dieser Redaktion am Freitag allerdings den vorläufigen Expansionsstopp. „Bisher lag der Fokus auf dem Ausbau des Netzes. Das erste Halbjahr 2019 wollen wir jetzt dazu nutzen, neue Erkenntnisse und neues Wissen in die Shops zu bringen und diese entsprechend zu optimieren“, sagte er. Im Juni solle der Ausbau dann wieder fortgesetzt werden.

Der Verkauf von Kaffee, Snacks und Lebensmitteln ist für Deutschlands größte Tankstellenkette Aral eine bedeutende Einnahmequelle. In den vergangenen Jahren trugen die Shops mehr als 60 Prozent zu den Erträgen der Bochumer BP-Tochter bei. Vor der Kooperation mit Rewe hatte der Großhändler Lekkerland Aral beliefert. Die hohen Verkaufspreise etwa für Schokoriegel oder Mineralwasser-Flaschen standen aber zunehmend in der Kritik. Die Rewe-to-go-Shops sind deutlich günstiger, aber immer noch teurer als klassische Supermärkte. Das bedeutet für die Pächter, dass sie bei geringeren Gewinnmargen deutlich mehr verkaufen müssen, um auf ihre Kosten zu kommen.

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