Zwischenbilanz

Richtig Rummel vor Weihnachten

Der handel ist optimistisch, in diesem Jahr die 100 Milliarden Euro Umsatz (online und stationär) im Weihnachtsgeschäft zu erreichen.

Der handel ist optimistisch, in diesem Jahr die 100 Milliarden Euro Umsatz (online und stationär) im Weihnachtsgeschäft zu erreichen.

Foto: Bernd von Jutrczenka / dpa

Hagen.  Einzelhandelsexperten erwarten an diesem Wochenende die umsatzstärksten Tage des Jahres im stationären Handel.

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Der Handel in Deutschland rechnet im laufenden Weihnachtsgeschäft (November und Dezember) mit Einkäufen von über einhundert Milliarden Euro. Der Löwenanteil davon wird in Nordrhein-Westfalen ausgegeben, beinahe ein Viertel der für 2019 prognostizierten Summe. „Die Städte mit einem Weihnachtsmarkt profitieren besonders“, sagt Carina Peretzke vom Handelsverband NRW. Die Märkte seien regelrechte „Zugpferde“. Auch festliche Beleuchtung trage zu einer guten Einkaufsstimmung bei. Eine Einschätzung, die Karina Brühmann, Expertin für Südwestfalen, bestätigt. Brühmann rechnet aktuell „mit dem umsatzstärksten Wochenende des Jahres“ am 3. Advent.

Frequenz in Läden hoch

Die stationären Händler blicken laut Verband also erwartungsvoll auf die kommenden zwei Adventssamstage, den Montag und den halben Dienstag vor der Bescherung. „Der Trend geht weiter dahin, immer später zu kaufen“, sagt die Handelsexpertin Peretzke. Gerade die Herren bräuchten erfahrungsgemäß länger, um Weihnachtsgeschenke zu besorgen.

Die Zwischenbilanz 2019: Zwar seien die Städte am vergangenen Einkaufswochenende bereits sehr gut frequentiert gewesen, aber „von den Einkäufen war es noch nicht einhundert Prozent zufriedenstellend“, resümiert Peretzke für Gesamt-NRW. Im Trend lägen in diesem Jahr beispielsweise Uhren und Schmuck. Laut Handelsverband werde am meisten Geld für Spielzeug, Elektroartikel, Geldgeschenke und Gutscheine ausgegeben. Am häufigsten landen hochwertige Lebensmittel im Korb (siehe Info-Box).

Die Erwartungen seien in der Branche je nach Geschäftsgröße unterschiedlich. Kleinere Unternehmen seien deutliche zurückhaltender, während größere Händler mehrheitlich von besseren Geschäften als im Vorjahr ausgingen, lautet das Ergebnis einer Trendumfrage des Handelsverbands Deutschland (HDE).

Aus südwestfälischer Brille war bislang das erste Adventswochenende richtig stark, das vergangene etwas schwächer. Nicht erst mit dem ersten Schnee im Sauerland freuen sich die Sportfachhändler: „Skiausrüstung ist gefragt und deutlich besser verkauft als im letzten Jahr“, sagt Karina Brühmann. Eine Besonderheit der Region wird gut angenommen: „Städtegutscheine. In Menden, Soest und Arnsberg beispielsweise“, so Brühmann. Eine Möglichkeit, Gutscheine zu verschenken, ohne sich auf ein bestimmtes Geschäft vor Ort festzulegen.

Der größte Wachstumstreiber ist auch in diesem Jahr der Onlinehandel. Während der Gesamtumsatz um rund drei Prozent auf über 102 Milliarden Euro steigen dürfte, wächst das Online-Weihnachtsgeschäft um mehr als zehn Prozent, voraussichtlich von gut 13 Milliarden Euro im Vorjahr auf nun knapp 15 Milliarden Euro.

Wachstumstreiber Onlinehandel

„Es profitieren immer mehr die Händler, die in beiden Welten unterwegs sind“, weiß NRW-Handelsexpertin Peretzke. Und dennoch: „Der stationäre Handel funktioniert, absolut“ (Peretzke). Das Einkaufserlebnis verbunden mit einem Bummel durch eine weihnachtlich beleuchtete Einkaufsmeile oder einen Weihnachtsmarkt, ziehe die Menschen nach wie vor an.

Erfreulich für die Händler: Die Leute geben in diesem Jahr offenbar nicht nur mehr Geld aus, „sie sind bislang auch gut gelaunt unterwegs gewesen“, so Peretzke. Für die stationären Händler ein gutes Zeichen, dass an den nächsten beiden Adventssamstagen auch die Umsätze stimmen dürften. Insgesamt macht der Weihnachtsumsatz ungefähr 20 Prozent des Jahresumsatzes aus. Im Internethandel wird in den Monaten November und Dezember sogar ein Viertel des Jahresumsatzes erzielt. Aktionen wie Black Friday und Cyber Monday entzerren hier das Geschäft allerdings etwas, während in den Innenstädten traditionell die jetzt anstehenden Wochenenden die umsatzstärksten sind.

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