E-Autobauer

So könnte die Tesla-Fabrik in Deutschland aussehen

In diesem Jahr stellte Tesla auch die dritte „Gigafactory“ in Shanghai (China) fertig. Bei Berlin soll eine Produktionsstätte bis Ende 2021 entstehen.

In diesem Jahr stellte Tesla auch die dritte „Gigafactory“ in Shanghai (China) fertig. Bei Berlin soll eine Produktionsstätte bis Ende 2021 entstehen.

Foto: ALY SONG / Reuters

Tesla will schon 2021 eine „Gigafactory“ bei Berlin eröffnen. Es wäre die vierte weltweit. Die letzte entstand in Rekordtempo.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Berlin Die Pläne sind ambitioniert, aber vor dem Hintergrund anderer Tesla-Projekte nicht unrealistisch: Der US-Autobauer will mit der ersten sogenannten „Gigafactory“ in Europa bis Ende 2021 bei Berlin in Betrieb gehen.

Die geplante Fabrik unweit der Hauptstadt wäre die vierte weltweit. Die erste „Gigafactory“, die bisher nur Batterien produziert, baute Tesla in der Wüste im US-Bundesstaat Nevada. Dort wurde in Reno erst im Mai 2014 mit dem Bau begonnen, im Juli 2016 wurde der Betrieb aufgenommen – gerade mal zwei Jahre später.

Die zweite „Gigafactory“ stampfte Tesla in Buffalo im Bundesstaat New York aus dem Boden. Sie ist seit 2017 im Betrieb. Einen eigenen Rekord riss der Autobauer beim Bau des dritten Werks in China.

Der neue Produktionsort (Gigafactory – GF3) hat laut Tesla vor kurzem die Arbeit aufgenommen, zunächst mit einer „Probe-Produktion“. Das Projekt entstand noch schneller als in Nevada: Mit dem Bau war erst Anfang des Jahres begonnen worden – fertig war sie nach nur 168 Tagen. Es sollen dort bis zu 150.000 Fahrzeuge pro Jahr gebaut werden, zunächst das Model 3, dann auch das Model Y.

Tesla baut vierte „Gigafactory“ bei Berlin – 10.000 Jobs sollen entstehen

Vor der Ankündigung der „Gigafactory“ von Elon Musk montierte Tesla bisher nur in den Niederlanden einige Fahrzeuge der teureren Modellreihen S und X. Musk stellte aber wiederholt klar, dass er die Zukunft der Firma vor allem in Model 3 und Model Y sieht.

youtube tesla factory 1

In der vierten „Gigafactory“ in Grünheide bei Berlin soll Model Y produziert werden, außerdem Antriebsstränge und Batterien, Lithium-Ionen-Zellen. Zudem will Tesla dort auch ein Design- und Engineering-Center eröffnen. Insgesamt sollen rund 10.000 Jobs entstehen.

  • Auch interessant: Das Model 3 kommt nach Europa – Was kann Teslas E-Renner

In Grünheide gibt es bereits ein Güterverkehrszentrum direkt am Berliner Autobahnring A 10 und einen Anschluss an die Bahnhauptstrecke Berlin-Frankfurt (Oder)-Warschau. Bis zum künftigen Hauptstadtflughafen BER, der im Oktober 2020 eröffnet werden soll, sind es etwa 25 Autominuten.

Der Autobauer Tesla, gegründet 2003, wurde zum Taktgeber bei der Elektromobilität. Musk stieg früh als Investor ein und übernahm später die Führung. Das erste Fahrzeug war eine elektrifizierte Version des Roadsters des britischen Sportwagenbauers Lotus.

Beim Model 3 von Tesla verzögerte sich die Produktion massiv

Als erster Wagen aus eigener Entwicklung wurde 2009 das Model S vorgestellt – ein Oberklassewagen, der schon ein Warnsignal für die deutschen Premium-Marken war. Der SUV Model X auf seiner Basis wurde 2012 präsentiert. Es dauerte aber mehrere Jahre, bis die Produktion anlief.

Beim Model 3 versprach Musk ursprünglich schon 2016 einen reibungsloseren Produktionsanlauf – unter anderem eine zu weitreichende Automatisierung sorgte aber dafür, dass erst im vergangenen Jahr größere Stückzahlen gebaut werden konnten.

Tesla kämpfte angesichts teurer und verzögerter Produktions-Anläufe bei neuen Modellen immer wieder mit hohen Verlusten. Zugleich wird praktisch nach jeden Quartalszahlen der Firma diskutiert, ob die Nachfrage nach Elektroautos generell stark genug ist, um Musks ambitionierte Wachstumspläne zu tragen. Auch zeichnet sich wachsende Konkurrenz aus China ab, wo Elektrofahrzeuge massiv vom Staat gefördert werden. (dpa/les)

Brandenburg freut sich auf Tesla
Brandenburg freut sich auf Tesla
Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (4) Kommentar schreiben