Sprinter-Modell

Weltpremiere für Daimlers neuen Sprinter in Duisburg

Daimler-Chef Dieter Zetsche stellte in Duisburg den neuen Sprinter vor.

Daimler-Chef Dieter Zetsche stellte in Duisburg den neuen Sprinter vor.

Foto: Bernd Thissen/dpa

Duisburg.   Daimler-Chef Dieter Zetsche stellte in den Hallen des künftigen Logistikzentrums im Ruhrorter Hafen den neuen Sprinter vor.

Zur Vorstellung der neuen A-Klasse wählte Daimler in der vergangenen Woche die Kulisse von Amsterdam. Am Dienstag reiste Konzernchef Dieter Zetsche nach Duisburg, um mit 250 internationalen Journalisten die Weltpremiere des neuen Sprinter zu feiern.

Die Wahl fiel nicht von ungefähr auf die Mercatorinsel mitten im Ruhrorter Hafen. Auf der Landzunge gegenüber der historischen Schifferbörse hat der Logistikkonzern DB Schenker im Auftrag von Daimler binnen elf Monaten ein „Konsolidierungszentrum“ hochgezogen. Aus den riesigen Hallen will der Dienstleister Teile und Komponenten, die in den weltweit verstreuten Werken des Stuttgarter Autobauers benötigt werden, auf Seecontainer verteilen und verschiffen. „Von der kleinsten Schraube bis zum Fahrgestell“, sagt Joachim Stern, Geschäftsführer von DB Schenker Logistics, werden die zunächst 200 Mitarbeiter ab Sommer von Ruhrort aus Lkw laden, verpacken und verschicken. „In der Endausbaustufe planen wir mit 300 Mitarbeitern.“

Logistikdrehscheibe für Autobauer

Damit wird Duisburg zu einer Logistikdrehscheibe für die Automobilindustrie. Der andere Premiumhersteller, Audi, lässt Fahrzeugkomponenten in einer Logistikhalle im Süden der Stadt verschiffen. Schenker hat auf der Mercatorinsel die Option, weitere Hallen zu bauen. Wann und für wen er sie ziehen wird, darüber will der Geschäftsführer nichts sagen.

In dem bereits fertiggestellten Logistikzentrum sieht es an diesem Dienstag aber nicht nach Arbeit mit Gabelstaplern und Containern aus. Daimler hat eine der großen Hallen mit einer überdimensionalen Multimedia-Wand ausgestattet. Die Bühne davor wird bis kurz vor 16 Uhr penibel gefegt. Dann tritt Dieter Zetsche auf. Der Daimler-Chef ist im offenen Hemd und mit Sneakern unterwegs. „Herzlich willkommen in Duisburg“ ruft er den Gästen zu. So oft war die Stadt am Rhein noch nicht Schauplatz einer Weltpremiere.

Daimler hat sein Logistikzentrum nicht nur nach Duisburg vergeben, weil hier der größte Binnenhafen der Welt liegt. Wenige Kilometer südlich steht das größte der vier internationalen Sprinter-Werke. Mehr als 200 000 Kleintransporter wurden 2017 gebaut – ein Großteil davon in Düsseldorf.

In Düsseldorf soll ab 2019 auch der Elektro-Sprinter gebaut werden

Zetsche kündigt an, dass in Düsseldorf ab 2019 auch der zukunftsträchtige Elektro-Sprinter gebaut werde. „Die E-Mobilität wird sich zuerst in den großen Städten durchsetzen“, prophezeit er. Und dort sind die meisten Sprinter unterwegs. Handwerker, Busunternehmen und Baufirmen nutzen sie, vor allem aber Paketdienste. „Die Päckchen bringt nicht der Weihnachtsmann, sondern der Sprinter“, verweist Zetsche auf den Wachstumsmarkt der Zustellung. Mit der Markteinführung 2019 ist Daimler allerdings recht spät dran. Die Konkurrenten VW und Renault planen, ihre großen E-Transporter noch dieses Jahr herauszubringen.

Personalabbau in Düsseldorf

Daimler-Personalvorstand Wilfried Porth unterstreicht in Duisburg, dass Düsseldorf Kompetenzzentrum und als Leitwerk „Dreh- und Angelpunkt“ des Sprinter bleiben werde. Die dritte Generation des Wagens soll ab März vom Band laufen und zum Einstiegspreis von 20.000 Euro bei den Händlern stehen. Kunden können dann unter 1700 Varianten auswählen – vom Taxi bis zum Pritschenwagen.

Mit Investitionen in Höhe von 2,5 Milliarden Euro will Daimler den Verkauf von Transportern ankurbeln. Nach Angaben von Spartenchef Volker Mornhinweg fließen davon rund 300 Millionen Euro in das Düsseldorfer Werk, in dem derzeit aktuell 6500 Menschen arbeiten.

Etwa ein Zehntel der Stellen aus der NRW-Landeshauptstadt, so die interne Rechnung vor einigen Jahren, sollen in das neue US-Werk Charleston in South Carolina verlagert werden. Angesichts der Rekordzahlen für den Sprinter im vergangenen Jahr könnte der Personalabbau moderater ausfallen. Daimler-Vorstand Mornhinweg: „Wenn der Markt weiterhin so zieht, wie er im Moment zieht, ist durchaus die Möglichkeit gegeben, dass wir nicht auf die damalige Planung gehen müssen.“

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