Handel

Bonpflicht ist das falsche Rezept gegen Steuerbetrug

Frank Meßing

Frank Meßing

Foto: Kai Kitschenberg / Kai Kitschenberg/ FUNKE Foto Services

Strategien gegen Steuerbetrug sind zu begrüßen. Händler und Kunden mit einer Bonpflicht zu belegen, ist aber der falsche Weg.

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Brauchen Sie den Bon? Diese Frage werden Verbraucher ab Januar nicht mehr hören. Der Kunde wird keine Wahl mehr haben: Belege sind Pflicht. Einkaufstüten sind gesetzlich abgeschafft, Einwegstrohhalme bald verboten und Coffee-to-go-Becher verbannt. Allein Finanzminister Scholz scheint entgangen zu sein, dass die Republik dabei ist, Müll zu vermeiden. Der Vizekanzler zwingt die Händler regelrecht dazu, mehr Abfall zu produzieren.

Es ist ja begrüßenswert, dass der Bund potenziellen Steuerhinterziehern im Handel den Betrug erschweren will. Dass darunter aber Verkäufer, Verbraucher und nicht zuletzt die Umwelt leiden sollen, ist nicht nachzuvollziehen.

Die „Kassensicherungsverordnung“ zeigt einmal mehr, dass der von der Politik versprochene Abbau von Bürokratie nicht mehr als ein Lippenbekenntnis ist. Bäcker, Metzger und Tankstellenbetreiber sehen sich stattdessen mit wachsenden Hemmnissen und Verboten konfrontiert.

Großzügigerweise schreibt der Finanzminister den Händlern nicht unbedingt vor, einen Papierbon auszudrucken. Den Beleg kann er auch elektronisch übermitteln. Die Kunden werden sich freuen, nach jedem Brötchenkauf eine E-Mail von ihrem Bäcker zu erhalten. Vielleicht sollten die Läden wieder auf die gute alte Barkasse umsteigen. Die ist absurderweise von den neuen Restriktionen befreit.

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