Tierernährung

Evonik eröffnet Werk für Fettsäuren aus Algen für Lachszucht

Lachse sollen in der Zucht künftig verstärkt durch Fettsäuren aus Meeresalgen ernährt werden.

Lachse sollen in der Zucht künftig verstärkt durch Fettsäuren aus Meeresalgen ernährt werden.

Foto: KyoDo / dpa

Essen.  Evonik eröffnet ein neues Werk in Nebraska. Durch Fettsäuren aus Algen soll künftig weniger Fischöl in der Lachszucht eingesetzt werden.

In Nebraska hat der Essener Chemiekonzern Evonik gemeinsam mit dem niederländischen Unternehmen DSM ein Werk zur Produktion von Fettsäuren aus Meeresalgen für die Lachszucht in Betrieb genommen. Die Konzerne investierten jeweils 100 Millionen US-Dollar in den Bau der Anlage ihres Gemeinschaftsunternehmens Veramaris.

„Mit Veramaris haben wir die Kompetenzen zweier starker Partner vereint, um auf innovative Weise zur gesunden Ernährung der Weltbevölkerung beizutragen, die nicht zu Lasten des Lebens in unseren Ozeanen geht“, sagte Evonik-Chef Christian Kullmann.

Tierernährung wichtiger Geschäftsbereich für Evonik

Mit dem im US-amerikanischen Nebraska gewonnenen Algenöl soll Unternehmensangaben zufolge ein beträchtlicher Teil des jährlichen Bedarfs der weltweiten Lachszucht-Industrie an bestimmten Omega-3-Fettsäuren abgedeckt werden. Damit lasse sich der Einsatz von Fischöl bei der Zucht vermeiden. „Durch Veramaris sind wir in der Lage, die Abhängigkeit der Aquakultur-Industrie von der begrenzten Ressource Fischöl für die lebenswichtigen Omega-3-Fettsäuren zu verringern“, erklärte DSM-Chef Feike Sijbesma.

Das Geschäft mit Tierernährung – unter anderem in der Hühnerzucht – gehört zu den wichtigen Sparten von Evonik. Darüber hinaus ist der Essener Chemiekonzern breit aufgestellt: Produkte von Evonik tragen Unternehmensangaben zufolge unter anderem dazu bei, Windeln saugfähiger, Autoreifen spritsparender, Flugzeuge leichter oder Autolacke kratzfester zu machen.

Anteil des Fischmehls im Futter senken

Nach Angaben von Evonik werden derzeit jährlich rund 16 Millionen Tonnen Wildfisch zur Herstellung von Fischmehl und Fischöl gefangen, die als Bestandteile im Futter für die Aquakultur eingesetzt werden. Durch den Zusatz von Aminosäuren von Evonik und veränderte Fütterungskonzepte sei es der Tierernährungsindustrie bereits gelungen, den Anteil des Fischmehls im Futter zu senken, teilte das Essener Unternehmen mit. Das neue Algenöl ermögliche es nun, auch den Fischölanteil zu reduzieren, ohne dass dabei der Omega-3-Fettsäuregehalt im Fisch sinke.

Die Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA, die der Mensch nur über die Nahrung aufnehmen könne, tragen nach Angaben von Evonik zum Erhalt der Gesundheit von Gehirn, Herz und Augen bei.

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