Rente

Kaufkraft der Rentner im Ruhrgebiet höher als im Rheinland

Die Renten haben laut einer Prognos-Studie im Ruhrgebiet eine höhere Kaufkraft als etwa in den Rheinmetropolen Düsseldorf und Köln.

Die Renten haben laut einer Prognos-Studie im Ruhrgebiet eine höhere Kaufkraft als etwa in den Rheinmetropolen Düsseldorf und Köln.

Foto: Christin Klose / dpa

Essen.  Rentner-Warenkorb: Kaufkraft der Ruheständler ist im Ruhrgebiet relativ hoch. Im Bundesvergleich sind 1000 Euro Rente in Duisburg 1064 Euro wert.

Dass der Euro nicht überall gleich viel wert ist, weiß jeder, der mal auf Sylt einen Tee bestellt hat. Oder in München eine Maß. Im Ruhrgebiet lebt es sich vergleichsweise günstig. Den wahren Wert des Geldes hat das Prognos-Institut nun eigens für die Rentnergeneration 65 plus ausgerechnet – für jeden Ort in Deutschland.

Höhere Kaufkraft im Ruhrgebiet

Die Unterschiede sind enorm: An der Elbe kriegen Rentner 50 Prozent mehr für ihr Geld als an der Isar. Auch an Rhein und Ruhr geht die Kaufkraft weit auseinander: 1000 Euro Rente haben in Duisburg eine reale Kaufkraft von 1064 Euro, in Düsseldorf, der teuersten Stadt in NRW, nur von 906 Euro. Im Ruhrgebiet sind 1000 Euro Rente in Mülheim am wenigsten wert – mit 1014 Euro liegt die Kaufkraft aber auch hier immer noch über dem Bundesdurchschnitt.

„Der Wohnort hat großen Einfluss auf die Lebenshaltungskosten und damit den Wohlstand im Alter“, sagt Prognos-Studienautor Heiko Burret. Um gezielt die Kaufkraft der Renten zu berechnen, passte er den offiziellen Warenkorb des Statistischen Bundesamtes auf das tatsächliche Kaufverhalten der Über-65-Jährigen an. So spielen bei ihnen Gesundheitsausgaben eine deutlich größere Rolle als bei Jüngeren, ebenso Miet-Ausgaben. Dagegen sinken im Alter die Ausgaben etwa für Bildung.

Warenkorb für Senioren

Eigens dafür passte das Institut die Gewichtung des allgemeinen Warenkorbs des Statistischen Bundesamtes an das Konsumverhalten der über 65-Jährigen an. Gesundheitsausgaben und Mieten haben in dieser Altersgruppe beispielsweise ein höheres Gewicht. Andere Kosten etwa für Bildung spielen dagegen eine geringere Rolle. Für die von Rentnern bevorzugten Waren wurde dann das örtliche Preisniveau berücksichtigt, um die Kaufkraft der Renten zu ermitteln.

In Nordrhein-Westfalen lässt sich der Ruhestand an den meisten Orten vergleichsweise günstig verbringen, heißt es in der Studie. Das liegt im Ruhrgebiet besonders an den relativ niedrigen Wohnkosten, die Mieten sind deutlich günstiger als in den Rheinmetropolen Düsseldorf und Köln, aber auch fast aller Ballungsräume in Deutschland. Teurer als im Bundesdurchschnitt sind dagegen die Pflegeheime.

Renten im Revier vergleichsweise hoch

In Duisburg, Herne und Gelsenkirchen können sich Ruheständler von ihrer Rente rund 6,5 Prozent mehr kaufen als im Bundesdurchschnitt. Nur in etwa 130 der bundesweit 401 Kreise und kreisfreien Städte lebt es sich noch günstiger. Entscheidend dafür, wie gut es den Rentnern wirklich geht, ist aber vor allem die absolute Höhe ihrer Altersbezüge. Dabei zeigt sich an Rhein und Ruhr ein sehr geteiltes Bild: Rund vier Prozent der Rentner sind laut Landesstatistikamt IT.NRW auf Grundsicherung im Alter angewiesen, weil ihre Rente nicht zum Leben reicht.

Den meisten der gut 3,5 Millionen Rentner in NRW geht es aber vergleichsweise gut: Mit durchschnittlich 1323 Euro im Monat liegen ihre Bezüge laut Rentenatlas bundesweit auf Platz zwei hinter dem Saarland. Dafür sorgen vor allem die guten Renten ehemaliger Bergleute an der Saar und an der Ruhr. Gleichzeitig müssen Frauen aber oft mit sehr niedrigen Renten auskommen.

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