Sicherheitskontrollen

Kötter: Aus für Passagierkontrollen am Flughafen Düsseldorf

Die Essener Sicherheitsfirma Kötter steigt aus den Passagierkontrollen am Flughafen Düsseldorf aus.

Die Essener Sicherheitsfirma Kötter steigt aus den Passagierkontrollen am Flughafen Düsseldorf aus.

Foto: Lars Heidrich / Funke Foto Service

Essen.  Kötter steigt endgültig aus den Passagierkontrollen am Flughafen Düsseldorf aus. Was aus den 1100 Mitarbeitern wird, ist offen.

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Das Essener Familienunternehmen Kötter steigt endgültig aus den Passagier- und Gepäckkontrollen am Flughafen Düsseldorf aus. Man werde sich nicht an der noch laufenden Ausschreibung für die Vergabe der Passagier- und Gepäckkontrollen beteiligen, teilte der Sicherheitsdienstleister am Freitag mit. Von der Entscheidung sind rund 1100 Luftsicherheitsassistenten betroffen, die im Sommer Kötter vermutlich verlassen müssen.

„Nach Millionen-Verlusten, die wir selbst tragen mussten, haben wir um die vorzeitige Vertragsauflösung in Düsseldorf gebeten“, sagte Peter Lange, Geschäftsführer von Kötter Aviation, der WAZ. Bei seinen Verhandlungen mit der Bundespolizei für eine Neuausschreibung habe sich der Sicherheitsdienstleister nicht durchsetzen können. „Wenn etwa eine Airline in die Insolvenz geht, würden wir die personellen Folgen ausfallender Flüge tragen. Das Gleiche gilt für die finanziellen Folgen des zukünftigen Manteltarifvertrags“, so Lange. Kötter wolle sich nun um Aufträge an anderen Flughäfen bewerben. Die Essener wollen weiterhin die Passagier- und Gepäckkontrollen an den Flughäfen Köln/Bonn, Erfurt und Dresden organisieren.

Am Düsseldorfer Flughafen war es in den vergangenen Jahren immer wieder zu langen Wartezeiten an den Sicherheitsschleusen gekommen. Nachdem Kötter 2017 zunächst eigene Probleme eingeräumt und deshalb zusätzliches Personal eingestellt hatte, habe sich die Lage inzwischen normalisiert, heißt es.

Lange Wartezeiten am Flughafen Düsseldorf

Im Herbst hatte Kötter angekündigt, aus dem Geschäft in Düsseldorf auszusteigen. Geschäftsführer Peter Lange schloss aber nicht aus, dass er sich an der Neuausschreibung beteiligen werde. Knapp zwei Wochen vor Ende der Bewerbungsfrist zieht er nun aber einen Schlussstrich. „Unser Unternehmen hat immer betont, dass eine Beteiligung an der Neuausschreibung nur dann für uns vernünftig ist, wenn die operativen, wirtschaftlichen und sonstigen Rahmenbedingungen das unternehmerische Risiko kalkulierbar machen“, sagte Lange am Freitag. „Insgesamt betrachtet ist das aus unserer Sicht nicht der Fall.“

Was aus den rund 1100 Kötter-Mitarbeitern wird, die noch bis Ende Mai in Düsseldorf eingesetzt sind, ist indes offen. Kötter selbst geht von einem Betriebsübergang zum neuen Dienstleister, den die Bundespolizei beauftragen muss, aus. „Für diese anspruchsvolle Dienstleistung ist jede und jeder einzelne aktuell Beschäftigte unabkömmlich“, sagt Geschäftsführer Lange. Aus seiner Sicht werde der neue Dienstleister „nicht umhinkommen, alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Rahmen eines Betriebsübergangs zu übernehmen.“

Schicksal der 1100 Mitarbeiter unklar

Kötter verspricht, sich für die Mitarbeiter einzusetzen. „In diesem Fall gilt nach wie vor unser Wort, dass unser Unternehmen alles dafür tun wird, diesen Übergang sowohl für die Beschäftigten als auch für die Bundespolizei, den Flughafen und die Passagiere so reibungs- und geräuschlos wie eben möglich mitzugestalten. Denn unsere Zusagen halten wir ein – gegenüber dem Team und unseren Partnern“, unterstreicht Lange.

Vorwürfe der Gewerkschaft Verdi, Kötter trage aufgrund falscher Prognosen die Verantwortung für die Überlastung der Mitarbeiter in Düsseldorf, hatte Lange stets zurückgewiesen. Er führt die langen Wartezeiten stattdessen auf erheblich gestiegene Fluggastzahlen zurück.

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