Abgas-Skandal

Mindestens 2380 Diesel-Autos droht in NRW die Stilllegung

Alle manipulierten Diesel-Fahrzeuge hätten eigentlich bis Ende April umgerüstet oder abgemeldet werden müssen.

Alle manipulierten Diesel-Fahrzeuge hätten eigentlich bis Ende April umgerüstet oder abgemeldet werden müssen.

Foto: Julian Stratenschulte/dpa (Symbolfoto)

Essen.  WDR-Recherchen zufolge sind in NRW noch 2380 manipulierte Diesel-Autos angemeldet. Die Frist für ihre Umrüstung ist aber Ende April abgelaufen.

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In Nordrhein-Westfalen müssen über 2300 Diesel-Fahrer mit der Stilllegung ihrer Fahrzeuge rechnen. Das ergaben Recherchen des WDR. Die Halter, die im Besitz eines der manipulierten Fahrzeuge sind (VW- und Audi-Modelle der Baujahre 2009 bis 2014 mit dem "EA 189"-Dieselmotor) hatten 18 Monate Zeit, dieses durch ein kostenloses Software-Update umzurüsten. Diese Frist ist Ende April abgelaufen.

Laut WDR-Bericht habe das Kraftfahrtbundesamt (KBA) infolge dessen die Daten von rund 15000 Autobesitzern, die die Frist haben verstreichen lassen, an die kommunalen Zulassungsstellen weitergeleitet. Das Ergebnis in NRW: Fast 2550 Halter hätten ihren Diesel umrüsten lassen müssen, aber nur etwa 170 haben das zum Zeitpunkt der WDR-Umfrage bei den kommunalen Zulassungsstellen gemacht.

Viele Zulassungsstellen räumen eine letzte Frist ein

Weil vier von ihnen keine Zahlen nennen konnten (u. a. Duisburg, Mülheim und Gelsenkirchen), ist davon auszugehen, dass zum Zeitpunkt Ende Juni/Anfang Juli noch mindestens 2380 nicht umgerüstete Diesel angemeldet waren.

In Köln (150) sind laut WDR NRW-weit noch die meisten manipulierten Wagen unterwegs. Dortmund (90) liegt auf Platz 5, Düsseldorf (84) auf Rang 7, Kleve (74) auf 9 und Essen (73) auf Platz 10.

Viele Zulassungsstellen räumen den Fahrzeughaltern auf Antrag noch eine letzte Frist zur Umrüstung ein – die liegt je nach Kommune zwischen acht und 90 Tagen. Wer diese Frist aber auch verstreichen lässt, muss damit rechnen, dass sein Fahrzeug stillgelegt wird.

So verfügten die Behörden bereits Ende April in Bochum, dass ein VW-Diesel-Fahrer seinen Pick-up nicht mehr benutzen darf. Der wehrte sich sich aber gegen das Fahrverbot und forderte vor Gericht, dass der Autohändler den Wagen zurückkaufen muss. Aber: Es gibt noch keine einheitliche Rechtssprechung zu dem Thema.

Auch andere Autobesitzer wehren sich gegen die Umrüstung

Der Bochumer ist nicht der einzige Diesel-Besitzer, die sich vor Gericht gegen die Anordnung der Behörden wehren und nicht umrüsten will. Laut WDR-Bericht liegen zwei Fälle aus Köln und Krefeld zur Eilentscheidung beim Oberverwaltungsgericht Münster. Das führt wiederum dazu, dass offenbar auch einige Zulassungsstellen erst das Urteil der Verfahren abwarten wollen, bis sie Stilllegungen anordnen. (red)

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