Betrugsverdacht

Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Essener Autovermietung

Auch mit Sportwagen der Luxusmarke Maserati hat die Autovermietung geworben.

Auch mit Sportwagen der Luxusmarke Maserati hat die Autovermietung geworben.

Foto: Stephan Eickershoff

Essen.   Wegen Betrugsverdachts ermitteln Staatsanwälte gegen eine Essener Autovermietung. Laut WDR/SZ soll es sich um das Unternehmen Dexcar handeln.

Eine Essener Autovermietung ist ins Visier der Justiz geraten. Die Staatsanwaltschaft Bochum führe ein Ermittlungsverfahren gegen die Verantwortlichen einer in Essen ansässigen Autovermietung und einen externen Vermittler wegen des Verdachts des Betruges sowie der strafbaren Werbung, teilte die Bochumer Behörde auf Anfrage unserer Redaktion mit. Die Beschuldigten hätten die Tatvorwürfe bestritten. Aufgrund der laufenden Ermittlungen teile die Staatsanwaltschaft derzeit keine weiteren Einzelheiten mit.

Nach Informationen von Süddeutscher Zeitung und WDR soll es sich bei der Autovermietung um das Unternehmen Dexcar handeln. Eine Vielzahl von Kunden im ganzen Bundesgebiet soll betroffen sein.

Glänzend-roter Maserati auf der Firmen-Website

Wie die Süddeutsche Zeitung in ihrer Online-Ausgabe berichtet, laufen auch in Österreich und Italien Ermittlungen – die Kartellbehörde in Rom habe bereits eine Strafe von 400.000 Euro gegen die Firma verhängt. Das Unternehmen habe seinen Firmensitz in Essen inzwischen geräumt und betreibe die Geschäfte von Weißrussland aus hauptsächlich im Internet weiter. Dexcar war auf Anfrage unserer Redaktion zunächst nicht zu erreichen.

Das Unternehmen bietet Autofahrern nach Angaben der SZ an, für eine verhältnismäßig geringe Einmalzahlung zwischen mehreren hundert und wenigen tausend Euro, sowie nach einer Wartezeit von maximal zwei Jahren ein neues Mietauto 24 Monate lang zu fahren. Weitere Kosten, etwa für Vollkaskoversicherung oder Wartung, würden nicht anfallen. Auf der Internetseite des Unternehmens ist noch am Montag (15. April) unter der Rubrik „Was gibt’s Neues?“ ein glänzend-roter Maserati zu sehen.

Viele Kunden sollen seit Jahren auf die Autos warten

Ein früherer Dexcar-Vermittler behauptet nach SZ/WDR-Informationen in einer Strafanzeige gegen Firmenverantwortliche, es seien 40.000 Autos bestellt, aber nur 500 ausgeliefert worden. Italienische Ermittler sollen davon ausgehen, dass weniger als ein Prozent der Kunden tatsächlich ihren Wagen bekamen.

Viele Kunden sollen zum Teil schon seit Jahren auf die Autos warten, für die sie bereits gezahlt haben – oder darauf, ihr Geld zurückzubekommen. Die Firma bestreite alle Vorwürfe und sehe sich als Opfer einer Verleumdungskampagne, wie ihr Gründer und Geschäftsführer Mario Gai nach Angaben der Süddeutschen Zeitung angab.

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