Thyssen-Krupp

Thyssenkrupp rechnet mit Ärger aus Brüssel wegen Stahlfusion

Die Hochöfen von Thyssenkrupp sollen mit denen der indischen Tata verschmelzen.

Die Hochöfen von Thyssenkrupp sollen mit denen der indischen Tata verschmelzen.

Foto: Rolf Vennenbernd,dpa

Essen.   Dax-Konzern erwartet Beschwerdebrief im Laufe dieser Woche. EU-Kommission sieht offenbar Wettbewerbsprobleme bei Auto- und Elektrostahl.

Thyssenkrupp rechnet in Kürze mit Ärger aus Brüssel über die geplante Stahlhochzeit mit Tata. „Nach unserem aktuellen Verständnis wird uns die EU-Kommission im Laufe dieser Woche ein sogenanntes „Statement of Objections’ übermitteln“, erklärte der Dax-Konzern am Montag. Er erwartet demnach eine schriftliche Mitteilung über die Beschwerdepunkte zur angemeldeten Fusion der europäischen Stahlgeschäfte von Thyssenkrupp und Tata.

Gleichzeitig gab sich der Konzern, den Vorstandschef Guido Kerkhoff in zwei Unternehmen aufspalten will, betont gelassen: „Das ist für eine Transaktion dieser Größenordnung keine Überraschung und war von uns auch so erwartet worden“, hieß es, „wir sehen das als Grundlage für die weiteren Gespräche mit der Kommission.“

Zugeständnisse von Thyssenkrupp und Tata erwartet

Kern dieser Gespräche dürfte dann die Forderung der EU nach Zugeständnissen der Heiratswilligen sein. Vor allem in den Bereichen Autostahl, Verpackungsstahl (etwa für Konserven) und Elektrostahl befürchtet die Kommission Wettbewerbseinschränkungen, wie sie Kommission bereits im vergangenen Herbst hatte durchblicken lassen.

„Wir sind weiterhin zuversichtlich, dass wir die Transaktion im Frühjahr abschließen können“, erklärte Thyssenkrupp am Montag.

Teilung des Konzerns bereits bis Jahresende geplant

Große Verzögerungen der Stahfusion wären auch Gift für die geplante radikale Neustrukturierung des Essener Mischkonzerns. Kerkhoff warb unlängst auf der Hauptversammlung in Bochum vor den Aktionären eindringlich für seine Strategie. Aus dem Dax-Konzern soll noch in diesem Jahr ein Werkstoff-Unternehmen „Materials“ mit rund 40.000 Beschäftigten und ein Industriegüter-Unternehmen mit rund 90.000 Beschäftigten werden. Im Januar 2020 soll die nächste Hauptversammlung die Teilung per Beschluss besiegeln.

Der Stahl soll nach der Fusion als reine Finanzbeteiligung bei Thyssenkrupp Materials angesiedelt sein, als operative Geschäfte im Wesentlichen nur der Stahl- und Werkstoffhandel sowie die Marine. Industrials soll aus den drei Säulen Aufzüge, Autoteile und Industrieanlagen bestehen.

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