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Zusatzbeiträge - so können Versicherte Hunderte Euro sparen

Die Gesetzlichen Krankenkassen haben sehr unterschiedliche Zusatzbeiträge. Ein Vergleich lohnt sich.

Foto: imago

Die Gesetzlichen Krankenkassen haben sehr unterschiedliche Zusatzbeiträge. Ein Vergleich lohnt sich. Foto: imago

Essen.   Zum neuen Jahr werden einige Krankenversicherer günstiger, manche aber auch teurer. Ein Kassen-Wechsel kann Hunderte Euro im Jahr sparen.

Vom Daueraufschwung in Deutschland profitieren auch die Gesetzlichen Krankenkassen, die Einnahmen sprudeln, und obwohl gleichzeitig auch die Ausgaben steigen, geht es vielen Kassen besser als vor einem Jahr. Einige können ihre Beiträge zum Neuen Jahr senken, die allermeisten zumindest stabil halten. Doch die Finanzen der noch knapp 140 Kassen entwickeln sich alles andere als einheitlich, auch wegen der komplizierten Geldverteilung aus dem Gesundheitsfonds. So müssen manche Anbieter ihre Beiträge gegen den Trend leicht anheben. Das lässt die zuvor schon erheblichen Unterschiede zwischen den Krankenkassen weiter wachsen. Und damit auch die bei einem Kassenwechsel möglichen Einsparungen.

Entscheidend ist der Vergleich der so genannten Zusatzbeiträge der Kassen, denn diese müssen die Versicherten alleine zahlen. Durchschnittlich liegt der Zusatzbeitrag bundesweit bei 1,0 Prozent des Bruttoeinkommens. Die Spanne der Kassen, die bundesweit oder in NRW am Markt sind, reicht aber von 0,59 (hkk) bis 1,7 Prozent (Viactiv). Wer im Monat 3000 Euro verdient, könnte demnach im Extremfall rund 33 Euro sparen, aufs Jahr gerechnet immerhin 396 Euro.

Umfragen zufolge kennt die Mehrzahl der gesetzlichen Versicherten ihren Zusatzbeitrag aber gar nicht – noch weniger den gesamten persönlichen Beitragssatz. Genannt wird meist der gesamte Beitragssatz, der im Schnitt 2018 bei 15,6 Prozent liegen wird. Er setzt sich aus dem für alle Kassen gleichen allgemeinen Beitragssatz von 14,6 Prozent und dem individuellen Zusatzbeitrag zusammen. Den allgemeinen Beitragssatz teilen sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer bzw. Rentner und Rentenversicherung mit je 7,3 Prozent. Mit dem durchschnittlichen Zusatzbeitrag von 1,0 Prozent zahlt der Versicherte selbst demnach im Schnitt 8,3 Prozent an Beiträgen für seine Krankenkasse.

Die Unterschiede sind selbst innerhalb der Kassengruppen, etwa der Allgemeinen Ortskassen (AOK), groß. So nimmt die AOK Rheinland/Hamburg im neuen Jahr unverändert 1,4 Prozent, die Schwester in Westfalen, die AOK Nordwest, senkt ihren Zusatzbeitrag dagegen von 1,1 auf 0,9 Prozent und damit unter den Durchschnitt. Wer im Monat 3000 Euro verdient, zahlt im Westen von NRW somit 15 Euro mehr als im Osten des Bindestrich-Landes.

Zwei Monate Kündigungsfrist

Für einen Wechsel, das betonen auch unabhängige Gesundheitsexperten immer wieder, sollte aber nicht allein der Beitragssatz ausschlaggebend sein, sondern auch das Leistungs-Spektrum. Jede Kasse kann freiwillig Behandlungen zahlen, die der Gesetzgeber nicht als Pflichtleistung ansieht, etwa Osteopathie, Homöopathie, Pilates oder seltene Reiseimpfungen.

Wer wechseln will, kann dies jederzeit mit einer Kündigungsfrist von zwei Monaten tun, sofern er seit mindestens 18 Monaten Mitglied der Kasse ist, die er verlassen will. Für die Anmeldung bei der neuen Kasse ist eine Kündigungsbestätigung der alten erforderlich.

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