Kolumne

Jasis Woche: Gesammelte Werke

Lesedauer: 2 Minuten
Jacqueline Siepmann schreibt Jasis Woche.

Jacqueline Siepmann schreibt Jasis Woche.

Foto: Foto:_NRZ_Freisteller / Funkegrafik

An Rhein und Ruhr.  Es gibt Leute, die Sammelleidenschaften pflegen – für Porzellan, für Pinguine. Oder für Schallplatten. Genau so jemanden kennt unsere Autorin.

Es gibt ja immer wieder diese verrückten Sammlergeschichten, über Leute, die sich mit tausenden von Engelsfiguren umgeben, die jeden freien Zentimeter auf Regalen und Fensterbänken mit Getöpfertem vollstellen oder sämtliche Puppenmodelle einer einzigen Manufaktur besitzen. Ein Ehepaar aus Cuxhaven hat es mit seiner Leidenschaft für alles, was mit Pinguinen zu tun hat, sogar zur Guinnessbuch-Reife gebracht. Die beiden streben inzwischen den nächsten Sammelrekord an, sind aber gerade noch dabei, ihren Bestand zu sichten, was eine geraume Weile dauern könnte, wie sie selbst ankündigten, es geht hier nämlich um ungefähr 26.000 Einzelexemplare, grob geschätzt. Weil die Wohnung der Pinguinpopulation nicht mehr gewachsen ist, wurden Teile der Kollektion mittlerweile schon in ein eigenes kleines Privatmuseum ausgelagert.

Es drohen Nachahmereffekte

Irgendwie sympathisch. Aber ebenso beängstigend! Zumal ja bei jeder Berichterstattung über derartige Phänomene die Gefahr besteht, dass solche Formen der Sammelwut zu Nachahmereffekten führen. Oder in Menschen mit ähnlich gelagerten Neigungen Ambitionen weckt.

Ich sehe da insbesondere meinen Mann in Gefahr. Er sammelt auch, zum Glück keine Utensilien mit befrackten Tieren. Sondern Schallplatten. Ich glaube, ich erwähnte das schon mal. Er hat ein ganzes Zimmer voll, das größte in unserer Wohnung. Es sind tausende. Die anderen Räume sind tabu für Kollektionen aller Art, wir haben dazu eine Vereinbarung geschlossen. Aus diesem Grund musste sich mein Mann auch von seiner Sammlung halbantiker, natürlich nicht mehr benutzbarer und deswegen nach meiner Definition völlig nutzloser Toaster trennen.

Eine Sammlung, die man hören kann

Platten kann man immerhin hören, einige sind sogar nicht mal schlecht, insofern finde ich diese Form des Hortens vergleichsweise akzeptabel. Von manchen seiner geschätzten Sammlungsstücke besitzt er allerdings mehrere Exemplare, obwohl da exakt die gleiche Musik drauf ist. „Überflüssiges am besten verkaufen“, schlage ich dann manchmal vor. „Du hast keine Ahnung“, entgegnet er dann. Er besitze nämlich überhaupt nichts Überflüssiges.

Im Gegenzug behauptet mein Mann übrigens, dass ich insgeheim auch eine Sammelleidenschaft hätte – für Katzen. Das ist natürlich Quatsch. Ich begeistere mich nur für lebendige Tiere und nicht für Stehrümchen. Und es sind echt nicht viele. Aktuell nur vier. Und natürlich möchte ich keine von ihnen missen.

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