Mahlzeit

The Mine auf Zollverein: Manchego im Maschinenhaus

Lachs – mit frischen Kräutern.

Lachs – mit frischen Kräutern.

Foto: Maren Schürmann

Essen.  Neues von Zollverein: Wir haben das Restaurant „The Mine“ besucht. Ob es uns gefallen hat? Das lesen Sie hier in der Restaurantkritik „Mahlzeit“.

Gegenüber der orange leuchtenden Rolltreppe zum Ruhrmuseum war das ehemalige südliche Fördermaschinenhaus von Zollverein lange Zeit verwaist. Im Herbst vergangenen Jahres ist dort jedoch neues Leben eingezogen: das Restaurant „The Mine“. (Die Übersetzung „Das Bergwerk“ hätte auch gepasst.)

Aus dem Angebot an Tapas und Vorspeisen wählen wir vier aus, die uns als „The Mine quattro“ (16,90 €) serviert werden: Bruschetta mit frischen Tomaten, die noch etwas stärker hätten gewürzt sein können, auf knusprigem Brot. Kräftiger Manchegokäse. Gemischte Bio-Oliven – eine großzügige Portion. Und Hummus: Das Kichererbsenmus schmeckt, ist aber ein wenig ölig und arg zitronig geraten.

Das leere Glas bleibt stehen, die Kerze bleibt aus

Wir haben noch nicht die Vorspeisen aufgegessen, da steht der lächelnde Kellner bereits mit dem nächsten Gang vor uns. Er stellt die Hauptspeisen zur Seite und räumt etwas umständlich die Tapas-Tellerchen ab. Das Weinglas bleibt jedoch immer noch bei meiner Freundin stehen, obwohl sie ein alkoholfreies Bier trinkt, das sie sich selbst einschenken musste. Auch die Kerze auf unserem Tisch wird den ganzen Abend über nicht angezündet.

Das sind alles nur Kleinigkeiten und wichtiger ist, dass das Essen gut zubereitet ist und die Wartezeiten im Rahmen bleiben. Aber bei einem Restaurant, das ein edles Image pflegen möchte, kann man mehr vom Service erwarten.

Frischer Spinat mit Knobi

Als Hauptgericht hat meine Freundin das Argentinische Rinderfilet (21,90 €) bestellt – und zwar medium. Es ist zart, aber außen etwas dunkel geraten und im Kern eine Spur zu rot. Dazu ordert sie eine „Sauce béarnaise“ (1,90 €), die gelungen ist, und frischen Spinat, der mit Knoblauch schön würzig schmeckt (3,90 €).

Ich bin mit meinem Lachsfilet (19,90 €) sehr zufrieden. Es ist mit frischen Kräutern wie Salbei und Rosmarin zubereitet, dazu etwas Knoblauch und Cocktailtomaten – wunderbar. Ein kleiner Beilagensalat mit frischen Blattsalaten ist dabei. Wer allerdings Reis oder Kartoffeln dazu essen möchte, wird beim Beilagen-Angebot nicht fündig. Da gibt es Pommes (3,40 €), auch von der Süßkartoffel (3,90 €).

Wir freuen uns, dass das Weltkulturerbe um eine Gastro-Adresse erweitert wurde, können das Restaurant aber (noch) nicht restlos empfehlen. Wir schauen trotzdem wieder mal vorbei – zum Frühstück. Denn für alle, die sich vor einem Besuch von Kokerei Zollverein oder Ruhrmuseum stärken möchten: Am Sonn- und Feiertag gibt es bei „The Mine“ von 10 bis 14 Uhr ein Brunchbuffet (19,90 €, Kinder bis 3 Jahren gratis, bis 10: 9,95 €).

The Mine, Gelsenkirchener Str. 181, Zollverein, Essen, Montag Ruhetag, 0201/36458704,
the-mine.eu

Küche: Tapas, Burger, Steaks und Vegetarisches. Die Speisekarte scheint eher dem breiten Geschmack gefallen zu wollen, als mit Raffinesse zu punkten.

Ambiente: Hier musste keiner nachhelfen, um dem Lokal Industriecharme zu verleihen. Die Betonwände sind echt. Dazu: Holztische und Retro-Schick.

Service: Die Kerze blieb den Abend über aus, Getränke mussten wir selbst einschenken, eine Gabel war nicht sauber – da ist noch Luft nach oben.

Preise: Tapas ab 4,90 €, Salat ab 8,90 €. Die Fleisch- und Fischgerichte sind da schon hochpreisiger, zumal Sauce und Beilage nicht stets inbegriffen sind

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