Heizen

Eine Sammelorder von Heizöl mit den Nachbarn ist billiger

Während der Betankung sollte die Heizung aus Sicherheitsgründen ausgeschaltet sein

Foto: Patrick Pleul / dpa

Während der Betankung sollte die Heizung aus Sicherheitsgründen ausgeschaltet sein Foto: Patrick Pleul / dpa

Hamburg  Wer sparen will, sollte Heizöl als Sammelorder bestellen. Ein Experte erklärt, was bei der Wahl der Anbieter beachtet werden sollte.

Der Winter ist vorbei – und bei vielen Hauseigentümern der Heizöltank halb leer. Viele glauben, dass sie im Sommer besonders günstig Heizöl kaufen können und bei fallenden Temperaturen mit höheren Preisen rechnen müssen. Doch diese Regel gilt längst nicht mehr unbedingt. „Betrachtet man allerdings die Preisentwicklung der vergangenen Jahre, so lassen sich nicht immer die gleichen saisonalen Effekte feststellen“, sagt Adrian Willig vom IWO Institut für Wärme und Öltechnik in Hamburg. Da sich der Preis am Ölpreis an der Börse orientiere, seien kaum Vorhersagen möglich.

Grundsätzlich hänge er von verschiedenen Faktoren ab: Der Dollarkurs spiele eine Rolle, aber etwa auch Angebot und Nachfrage auf den Ölmärkten. Hinzu kommt die Energiesteuer – ein fester Betrag pro Liter. „Das heißt, je günstiger das Heizöl ist, desto größer ist der Anteil der Energiesteuer am Preis“, sagt Willig.

Preisvergleich übers Internet

Wer günstig Heizöl einkaufen möchte, sollte regelmäßig die Preise mehrerer Anbieter vergleichen. „Es kann mitunter gewaltige Preisunterschiede geben“, sagt Aribert Peters, Vorsitzender des Bundes der Energieverbraucher in Unkel bei Bonn. Am einfachsten funktioniert der Heizölpreis-Vergleich über das Internet. Nach Eingabe von Postleitzahl, Heizölsorte und -menge ermitteln Datenbanken den Preis, den Händler aktuell anbieten. Zusätzlich kann das Angebot eines örtlichen Mineralölhändlers eingeholt werden.

„Verglichen werden sollten dabei die Endpreise und nicht die häufig grafisch hervorgehoben dargestellten Preise pro 100 Liter“, rät Annegret Jende von der Stiftung Warentest in Berlin. Bei den fett gedruckten Preisen fehlten mitunter Zuschläge wie Gefahrgutaufschlag oder Lieferpauschale. „Gerade besonders günstige Anbieter haben oft lange Lieferzeiten bis zu 25 Werktagen“, sagt Jende.

Lieferaufwand bei benachbarten Abnahmestellen gering

Grundsätzlich gilt, dass Heizölpreise regional unterschiedlich ausfallen. Auch die individuelle Situation des Kaufinteressenten hat Einfluss auf den Preis. Wenn das Grundstück beispielsweise nur mit einem kleinen und nicht, wie eigentlich üblich, mit einem großen Tankwagen angefahren werden kann, wird es für den Kunden teurer. Mehr Geld müssen diese in aller Regel auch zahlen, wenn das Heizöl kurzfristig und in eher kleinerer Menge geliefert werden soll.

Im Umkehrschluss bedeutet das, dass bei größeren Abnahmemengen der Preis pro Liter sinkt. „Insofern sollten sich mehrere Verbraucher zusammentun und gemeinsam Heizöl bestellen“, empfiehlt Peters. Vielerorts gebe es bereits sogenannte private Bestellgemeinschaften. Über Internetportale sind organisierte Sammelbestellungen ebenfalls möglich. Dabei gilt: Liegen die Abnahmestellen dicht nebeneinander, ist der Lieferaufwand gering – das ist für die Mitglieder der Bestellgruppe von Vorteil. Es sollte aber darauf geachtet werden, dass jeder der Beteiligten selbst für die Bezahlung seiner Menge verantwortlich bleibt. Deshalb wird empfohlen, dass bei einer Sammelbestellung bar oder per Karte bezahlt wird. Vorsicht ist angesagt bei einer Rechnung, denn wer auf diese Weise kauft und zahlt, muss gegebenenfalls für einen Besteller aufkommen, der seinen Anteil nicht zahlt.

Tankanlage mit Öl-Brennwerttechnik modernisieren lassen

Oft gibt es zudem bei einer Bar- oder Kartenzahlung noch einmal einen kleinen Rabatt vom Lieferanten. Sammelbestellungen haben aber auch einen Nachteil: „Sie schränken die Flexibilität, auf Preisschwankungen zu reagieren, erheblich ein“, erklärt Willig. Wird Heizöl geliefert, dann muss in jedem Fall die Heizung ausgeschaltet sein. Etwa zwei Stunden nach der Tankbefüllung kann sie wieder eingeschaltet werden. Heizöl kann für mehrere Monate oder sogar noch einen längeren Zeitraum bevorratet werden.

Wichtig zu wissen: Der Kauf von Heizöl fällt nach einem Urteil des Bundesgerichtshofes in Karlsruhe unter das Fernabsatzgesetz. Das bedeutet, dass Kunden die Bestellung innerhalb von 14 Tagen widerrufen können, sollten sie das Heizöl online, am Telefon oder per Fax geordert haben (Az.: VIII ZR 249/14). Wer nachhaltig Brennstoff sparen möchte, sollte erwägen, seine Tankanlage mit Öl-Brennwerttechnik modernisieren zu lassen, rät Willig. Ein Öl-Brennwertkessel könne den Brennstoffbedarf im Vergleich zur alten Heizung gewaltig reduzieren, „und zwar um bis zu 30 Prozent“.

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