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Warum ein Fußballteam in Uganda in Syls-Shirts spielt

Vom Burgtheater auf den Bolzplatz: Schüler der Gemeinde Mirembe Maria tragen Festivalshirts vom SYLS als Mannschaftstrikot. 

Foto: privat

Vom Burgtheater auf den Bolzplatz: Schüler der Gemeinde Mirembe Maria tragen Festivalshirts vom SYLS als Mannschaftstrikot.  Foto: privat

Dinslaken.   Mit dem Dinslakener Syls-Festival wird längst nicht nur die lokale Bandszene unterstützt. Die Erlöse fließen in Bildungsprojekte in Uganda.

SYLS: Das steht für „Support your local scene“: „Unterstütze deine Lokalszene“. Das Rockfestival, das parallel zu den DIN-Tagen im Burgtheater stattfindet, gibt Bands aus Dinslaken ein Forum. Darum geht es. Aber das ist nicht alles. Denn das SYLS unterstützt nicht nur die musikalischen Umtriebe in der heimischen Szene. Die ehrenamtlichen Organisatoren sind seit bereits vier Jahren einen Schritt weitergegangen: Sie ermöglichen Bildung und damit Zukunftsperspektive für Kinder und Jugend in Uganda.

Der Kontakt entwickelte sich schon 1982

Es ist eine Geschichte der genutzten Gelegenheiten und persönlichen Kontakte. Vor allem aber eines sehr großen und großzügigen Engagements. Die Wurzeln reichen bis ins Jahr 1982 zurück, als der ugandische Pfarrer Paul Muganga als Ferienvertretung in St. Paulus Voerde einsprang.

Aus diesem Kontakt entwickelte sich eine Partnerschaft zwischen der katholischen Gemeinde am Niederrhein und Mirembe Maria in Uganda. „Mitten im Busch“, wie es Margret und Theo Baumann beschreiben. Das Ehepaar nimmt einmal im Jahr die Strapazen der Reise und in Unterkünften ohne Strom und fließend Wasser auf sich, um Spendengelder persönlich zu überbringen und sich von ihrer Verwendung zu überzeugen. Manchmal gibt es auch Gegenbesuche aus Uganda in Voerde. Und so bekam Martin Baumann, der Sohn des Ehepaars, einen persönlichen Draht zu Mirembe Maria.

Das erste Pfandflaschen-Geld ging an Mirembe Maria

Nun ist Martin Baumann, Leiter des ND-Jugendzentrums und Mitglied der Punkband Trust God Simon, auch im Orgateam des SYLS- Festivals. Als es vor vier Jahren noch keinen Partner für die Pfandland-Aktion gab, schlug er vor, das Geld aus den eingesammelten Pfandflaschen rund ums Burgtheater für Mirembe Maria zu spenden. Der Betrag wurde vom Team großzügig aufgerundet.

Und diese ersten 1000 Euro waren ein Ansporn für die folgenden Jahre: Festival-Shirts, Bändchen und im letzten Jahr erstmalig die große Tombola. 4000 Euro kamen auf diese Weise zusammen, 40 Prozent steuerte das Orgateam selbst davon bei. Geld, das ankommt: Mit 2000 Euro wurde ein kompletter Kindergarten in der Untergemeinde Maddu gebaut. Für 1000 Euro erhielt in einer anderen Untergemeinde eine Schule das dringend benötigte Dach - und damit wieder Schüler und neues Leben. Mit weiteren 1000 Euro wurden zwei Klassenzimmer ausgebaut.

„Die Kinder freuen sich über Kulis wie Kinder hier über eine Playstation“

Dankesschreiben und Fotos – das Feedback aus Uganda ist groß, so groß wie die Klassen, in denen 80 bis 90 Kinder gleichzeitig unterrichtet werden, „Aber die Kinder dort wollen lernen“, erklärt Theo Baumann. „Man schämt sich dafür, aber sie freuen sich über Kugelschreiber, wie Kinder hier über eine Playstation“. Ihre Eltern zeigen ihre Dankbarkeit mit ihrem Möglichkeiten. So haben sie für das SYLS-Team bunte Matten gefertigt: Betten ohne Gestell und Matratze, wie sie in den Hütten, in denen große Familien auf engstem Raum leben, üblich sind.

Wer so beschenkt wird, kann sich nicht auf Erreichtem ausruhen. Auch für das nächste SYLS soll es wieder eine Tombola geben und auch über Festivalshirts wird nachgedacht. Die Tombola im letzten Jahr war übrigens einem eher unglücklichen Zufall geschuldet. Während Margret und Theo Baumann in Uganda waren, traf ihr Keller ein Wasserschaden. Martin Baumann räumte mit Freunden auf: Der Grundstock der Tombola, die bei den SYLS-Besuchern zum Renner wurde.

Neue Projekte in Mirembe Maria gibt es auch schon: Ein Wasserauffangbecken für Maddu und Möbel für Klassenzimmer.

>>JETZT FÜR SYLS 2017 BEWERBEN

15 Bands haben die Möglichkeit, beim SYLS Festival aufzutreten. 14 Plätze werden vom Organisationsteam vergeben, eine Band ist vom ersten Jahr an gesetzt: Die Fud’ies sind integrativ und gehören zum SYLS einfach dazu.

Für alle anderen Bands gilt: Wer am Din-Tage-Wochende am Freitag, 25., oder Samstag, 26. August das Burgtheater rocken möchte, sendet seine Bewerbung (Demo-CD und Bandinfo) an das ND-Jugendzentrum, Beethovenstr. 6, 46535 Dinslaken. Eine Bewerbung ist auch per E-Mail an info@nd-jugendzentrum.de möglich. Einsendeschluss ist Mitte Mai.

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