Fenstersturz

Fünf Jahre Haft für abwesenden Boxer

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Düsseldorf. Von dem geflüchteten Boxer Tshibuabua Kalonga (26) fehlt noch immer jede Spur. Deshalb verkündete das Landgericht jetzt sein Urteil in Abwesenheit des Angeklagten: Fünf Jahre Haft.

Das Gericht sprach ihn schuldig, weil er seinem Freund, einem Ex-Fortuna-Spieler, geholfen hat, Druck auf einen säumigen Schuldner auszuüben. Kalonga hatte den 24-Jährigen an jenem 16. Februar zu dem Fußballer gebracht, ihn in dem Büro an der Berliner Allee geschlagen und unter Druck gesetzt.

Der 24-Jährige war schließlich zum Fenster gelaufen und auf die Straße gestürzt - entweder gesprungen oder gefallen. Bei dem Aufprall aus dem dritten Stock hatte er sich lebensgefährliche verletzt, brach sich unter anderem das Becken, einen Wirbel und einen Arm.

Diese Folgen müsse sich der Boxer zurechnen lassen, so das Gericht - wenn auch klar sei, dass der Mann nicht gestoßen wurde. Doch offensichtlich hätten Bemerkungen wie „Das Geld muss bezahlt werden, sonst passiert etwas!“ ihn in Panik versetzt.

Weil der Boxer dem Opfer bereits 4000 Euro seiner Kaution überlassen hatte, wertete das Gericht die Tat als minderschweren Fall. Da er aber bereits erhebliche Vorstrafen hat, unter Bewährung stand, fiel seine Strafe viel höher als die des Fußballers aus. Diesen hatte das Gericht zu zwei Jahren auf Bewährung verurteilt.

Als seine hohe Strafe absehbar wurde, soll Kalonga versucht haben, Fluchtgeld von seinem Mittäter zu erpressen. Deshalb sollte er verhaftet werden. Doch der 100-Kilo-Mann entkam der Polizei, ist seitdem verschwunden. Sein Pflicht-Verteidiger hatte Freispruch gefordert, sein Wahlverteidiger stellte keine Forderung - da gar nicht ohne den Boxer hätte verhandelt werden dürfen.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben