Kaum ein Thema wird im deutschen Fußball so hitzig diskutiert wie das Thema Regionalliga. Nicht nur wegen der sportlichen Duelle, sondern vor allem aufgrund einer Tatsache: Nicht jeder Meister steigt automatisch auf. Fünf Staffeln, vier Aufstiegsplätze, das kann nicht gut gehen. Die Lösung des Erfinders: Entscheidungsspiele. Alles schon gehört, alles schon erlebt. Die Regionalliga Nordost schlug Alarm, mobilisierte die Vereine und sorgte dafür, dass der DFB sich etwas einfallen lassen musste.
Drei Monate wurde beraten, verhandelt und diskutiert. Heraus kommt ein Gedankenspiel, welches auf den ersten Blick gar nicht schlecht wirkt. 80 Teams statt 90. Vier Ligen statt fünf. Jetzt folgen die beiden Schwachpunkte: Die Regionalligen nach Himmelsrichtungen einzuteilen, gleicht für manche Teams einem Glücksspiel.

Die Sportfreunde Siegen spielen dann in einer Saison in der Staffel West und fahren nach Oberhausen und in der nächsten Spielzeit geht es zu den Stuttgarter Kickers? Mal spielt Hessen Kassel gegen Steinbach Haiger und mal gegen Dortmund II? Das kann organisatorisch nur Chaos geben.
Regionalliga-Reform: Das Thema Zweitvertretungen hätte geklärt werden müssen
Apropos organisatorisches Chaos. Was ist mit den Zweitvertretungen? Die Übergangsphase sieht vor, dass abzüglich der vier Aufsteiger die zwölf besten Teams aus jeder der bisher fünf Regionalligen die Startberechtigung erhält. Dazu kommen noch vier Drittliga-Absteiger und 14 Oberliga-Meister.
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Wenn die U-Mannschaften dank Hilfe von oben plötzlich richtig in Fahrt kommen, dann sehen renommierte Regionalliga-Teams - Oberhausen und Siegen zum Beispiel - plötzlich richtig alt aus. Das Thema einer eigenen Liga für Zweitvertretungen ist nicht Bestandteil der Diskussion, sondern ausgelagert. Chance verpasst.
Das „Kompass-Modell“ der vier Himmelsrichtungen macht die Regionalligen zum absoluten Haifischbecken. Die Aufsteiger haben keine Möglichkeit, sich vorzubereiten, sondern ab Tag eins geht richtig die Post ab. Mal eine schlechte Saison spielen? Keine Chance. Platz 13 oder Abstieg. Das kann Ansporn sein, birgt aber Risiken.
Die wichtigste Frage bleibt: Kann das alles funktionieren? Das weiß keiner.





