Rosalie von Landsberg-Velen musste schmunzeln, als sie sich daran erinnerte, mit welchen bescheidenen Mitteln das Balve Optimum früher organisiert wurde. Die heutige Turnierchefin wuchs mit dem Reitturnier rund um Schloss Wocklum auf, erlebte die positive Entwicklung hautnah mit – und ist längst die kluge Taktgeberin, wenn es um die Umsetzung neuer Ideen geht. „Dieser Freitag mit der Partnerschaft des Erzbistums Paderborn und dem Schwerpunkt der Inklusion ist neu, einzigartig und aufregend für alle“, sagte von Landsberg-Velen nun über ein Thema, das ihr sehr am Herzen liegt.

Reitturnier startet am Mittwoch

Wenn sich von Mittwoch, 3. Juni, bis Sonntag, 7. Juni, beim Longines Balve Optimum Deutschlands beste Reiterinnen und Reiter messen, steht der Sport im Mittelpunkt – präzise, hochklassig, mitreißend. Gleichzeitig bietet das Turnier jedes Jahr auch Raum für besondere Formate abseits des Parcours. Am Freitag, 5. Juni, gestaltet das Erzbistum Paderborn gemeinsam mit dem Veranstalter einen Begegnungstag für junge Menschen mit Beeinträchtigung.

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„Das Pferd für Menschen erlebbar machen – insbesondere für Jugendliche, denen diese Chance im normalen Leben nicht geboten wird, ist der Schwerpunkt und ein Tag voller Freude beim Longines Balve Optimum unser Ziel“, erzählte Rosalie von Landsberg-Velen. Sie lud deshalb gemeinsam mit dem Erzbischof von Paderborn, Dr. Udo Markus Bentz, zu dem Begegnungstag ein.

Moderatorin Susanne Hennig (links) und Rosalie von Landsberg-Velen, Pressekonferenz zum LONGINES BALVE OPTIMUM, Schloss Wocklum in Balve, am 26. Mai 2026
Rosalie von Landsberg-Velen (rechts) sitzt während der Pressekonferenz neben Moderatorin Susanne Hennig.© Dietmar Reker | WP

„Diese Einladung richtet sich bewusst an junge Menschen, die aufgrund einer Beeinträchtigung oft nur eingeschränkt an solchen Veranstaltungen teilhaben können. Ihnen möchten wir einen Tag schenken, der inspiriert, stärkt und Gemeinschaft erlebbar macht“, hieß es in der Einladung.

Das Pferd für Menschen erlebbar machen – insbesondere für Jugendliche, denen diese Chance im normalen Leben nicht geboten wird, ist der Schwerpunkt.

Rosalie von Landsberg-Velen,, Turnierchefin

Die Besucher sollen die Chancen und Möglichkeiten erleben, die der Reitsport für Menschen mit Behinderungen bereithält. Der Umgang und die Nähe mit dem Partner Pferd eröffnet einen völlig neuen Horizont, was alles möglich ist. Aus diesem Grund gibt es nicht nur rund im Balve auch einige Angebote für zum Beispiel therapeutisches Reiten.

Entscheidungen im Livestream

Beim Longines Balve Optimum treffen sich vom 3. bis 7. Juni Topathleten des Reitsports. Unter anderem werden acht Deutsche Meistertitel vergeben. Wir übertragen wichtige Entscheidungen im Livestream:

Samstag, 6. Juni, 9.35 bis 16.15 Uhr: DM-Entscheidung in der Dressur, Grand Prix Special & DM-Entscheidung im Springen, Damen >>> hier im Livestream verfolgen.

Samstag, 6. Juni, 16.20 bis 19.30 Uhr: Springprüfung mit Stechen CSI2*, Championat von Balve >>> hier im Livestream verfolgen.

Sonntag, 7. Juni,10.15 bis 18.05 Uhr: DM-Entscheidung in der Dressur, Grand Prix Kür & DM-Entscheidung im Springen, offene Klasse >>> hier im Livestream verfolgen.

Beim Longines Balve Optimum rücken die Gäste des Begegnungstages näher ans Geschehen heran, statt nur Zuschauer zu sein. Ein Blick hinter die Kulissen mit Parcoursbegehung und dem Erlebnis Pferd (Streicheln, Anfassen und Putzen) gehört ebenso dazu wie die Erkundung des Geländes inklusive Kinderland, einem Kinderquiz und persönlichen Begegnungen sowie Talks mit Para-Reiterinnen und -Reitern.

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Im direkten Gespräch wird greifbar, wie der Alltag im Leistungssport aussieht, welche Rolle das Pferd als Partner spielt und wie individuelle Lösungen im Training gefunden werden. Gerade diese persönlichen Einblicke machen den Unterschied – sie zeigen nicht nur Ergebnisse, sondern Wege dorthin. Besonders eindrucksvoll ist dabei der Austausch mit Athletinnen und Athleten aus der Para-Dressur.

Para-Dressur zum dritten Mal in Balve

Hier wird deutlich, wie unterschiedlich Voraussetzungen sein können – und wie konsequent, individuell und professionell damit im Sport umgegangen wird. Es geht um Technik, Disziplin und Vertrauen, aber auch um den eigenen Anspruch, sich stetig weiterzuentwickeln.

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Gianna Regenbrecht ist eine der Para-Reiterinnen, die bei der Deutschen Meisterschaft der Para-Dressur in Balve antreten. Im dritten Jahr in Folge gehört diese DM zum Programm im Sauerland. Regenbrecht zählt zu Deutschlands besten Para-Reiterinnen, ist Kader-Athletin und ist zum Beispiel bei der Weltmeisterschaft 2022 für Deutschland gestartet. In diesem Jahr ist die Weltmeisterschaft in Aachen.

Man muss seine eigenen Grenzen ganz persönlich austesten, um sie dann verschieben zu können.

Gianna Regenbrecht

„Man muss seine eigenen Grenzen ganz persönlich austesten, um sie dann verschieben zu können“, nannte Regenbrecht im Gespräch mit dieser Zeitung ihr Motto. Solche Worte aus dem Mund einer Topsportlerin, die es nach einem Unfall wieder zurück in den Sattel schaffte, zu hören, wirken oft über den Moment hinaus und geben Anstöße für den eigenen Alltag.

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In Balve wurde aufgrund der Para-DM auch das Gelände barrierefrei gestaltet. Neben den Programmpunkten rund um den Sport soll bewusst Zeit bleiben für Gespräche und gemeinsames Erleben. Bei einer gemeinsamen Verpflegung soll eine offene Atmosphäre entstehen, in der Begegnung auf Augenhöhe möglich wird – unkompliziert, direkt und ohne große Distanz.