Letzter gegen Vorletzter in der Regionalliga West an einem grauen Herbstabend. Genauso wie das klingt, verlief das Spiel zwischen der SSVg Velbert und dem Bonner SC auch. Mit dem 0:0 bleiben die Velberter nach dem 8. Spieltag in dieser Saison weiter sieglos und mit drei Punkten am Ende des Tableaus.
Und so langsam fehlt einem die Hoffnung, wie es beim Aufsteiger besser werden kann. Das Kellerduell gegen Bonn konnte zuhause nicht gewonnen werden, auch in den Spielen davor waren Gegner dabei, die aktuell mit unten drinstehen – gegen wen will die SSVg in dieser Liga dann gewinnen?
Regionalliga West: SSVg Velbert ist offensiv schwach aufgestellt
„Am Ende des Tages bin ich erstmal froh, dass wir den ersten Heimpunkt der Saison geholt haben. Dazu zu Null, darauf bauen wir auf“, wollte Velberts Trainer Ismail Jaouri dem Spiel etwas Positives abgewinnen. Tatsächlich war das noch ein Erfolg für die SSVg, denn in Halbzeit zwei war der Bonner SC, während einer der wenigen besseren Phasen dieser Partie, dem Sieg näher.

Bei Velbert hingegen ging vorne fast nichts, was auch der Trainer konstatierte: „Wir müssen einfach viel torgefährlicher werden, Abschlüsse suchen, scharfe Bälle in die Box bringen.“ So einfach, so richtig. Nur führt das zum nächsten aktuellen Problem der Velberter: Wer soll die Bälle da verwerten?
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Gegen den Bonner SC starteten Hilger und Diallo im Sturm, beide mussten im Laufe des Spiels verletzt vom Feld – Diallo, der aus der Vorwoche angeschlagen auflief, nach noch nicht einmal 20 Minuten. Davor strahlten beide keine Torgefahr aus, wurden aber auch nicht wirklich mit guten Pässen oder Flanken bedient, nach ihren Auswechslungen spielte die Jaouri-Elf dann aber sogar ohne nominellen Angreifer weiter.
Wechseltaktik der SSVg Velbert nur schwer nachvollziehbar
Trotz mangels großer Alternativer in der Offensive konnte also erneut die Wechseltaktik des Trainerteams hinterfragt werden. Calvin Mockschan wäre noch eine Option gewesen, bekam gegen Bonn im Zuge eines merkwürdigen Dreierwechsels aber erst spät das Vertrauen. Es erinnerte etwas an das 1:2 am vergangenen Spieltag bei der U23 von Fortuna Düsseldorf, wo unter anderem mit dem Herunternehmen des dort funktionierenden Mittelfelds der Punktgewinn oder sogar Sieg verspielt wurde.
Bei den Löwen wird sich schnell etwas tun müssen, damit man in dieser Saison nicht vorzeitig ganz abgeschlagen wird. Offensiv Neues auszuprobieren und in den Spielen bedachtere – und durchaus weniger – Auswechslungen vorzunehmen, erscheinen da erste kurzfristige Maßnahmen zu sein. Vielleicht sind es sogar die Einzigen, die möglich sind.

Personell wird und kann sich in dieser Saison im aktuell kaum Regionalliga-tauglichen Kader nicht mehr viel tun. Für große Wintertransfers ist kaum Budget da. Bleibt die Frage nach der Besetzung auf dem Trainerstuhl. Erste Gerüchte um einen möglichen Wechsel des Coaches kamen im Umfeld der Partie in Düsseldorf auf, wo Ex-RWE und -RWO-Trainer Jörn Nowak auf der Tribüne saß, wurden von den SSVg-Verantwortlichen aber als „extrem respektlos“ dementiert.
Gut möglich aber, dass die Meinungen nach den nächsten beiden schweren Spielen bei Fortuna Köln (20.09.25) und zuhause gegen den 1. FC Bocholt (25.09.25) andere sind. Das Spiel gegen den Bonner SC vom Mittwoch, 17. September 2025 gibt es hier noch einmal im Liveticker zum Nachverfolgen.



