Zusammenfassung

  • Die SSVg Velbert bleibt nach einer 1:4-Niederlage gegen die U23 des 1. FC Köln weiterhin sieglos in der Regionalliga, trotz einer kämpferischen Leistung und einer frühen Führung durch Robin Hilger.
  • Individuelle Abwehrfehler und ein Gegentor kurz vor der Halbzeitpause waren entscheidend für die Niederlage, während der neue Trainer Bogdan Komorowski die Moral und den Mut seiner Mannschaft lobt.
  • Sargis Adamyan, ein erfahrener Nationalspieler, zeigte seine Klasse mit einem Tor für Köln, während Velberts Trainer optimistisch bleibt und die Liga als Chance für den Verein sieht.

Die SSVg Velbert wartet weiterhin auf den ersten Sieg in der Regionalliga. Bei der U23 des 1. FC Köln unterlag das Ligaschlusslicht mit 1:4 (1:2). Besonders bitter war das Gegentor zum 1:2 kurz vor der Pause, das für die Gäste den Wendepunkt der Partie markierte.

Bei einem Abwehrversuch nach einer Flanke lenkte Arlind Mimini die Kugel an die Latte, beim Abpraller hatte Malek El Mala, Bruder von Said El Mala, der aktuell in der Bundesliga Woche für Woche für Kölns erste Mannschaft überzeugt, Interesse von absoluten Top-Vereinen geweckt hat und seinen Marktwert innerhalb kürzester Zeit in zweistellige Millionen-Höhe geschraubt hat, aus kurzer Distanz keine Mühe. „Das haben wir mit ein bisschen Naivität kassiert, dann gehst du halt mit so einem Nackenschlag in die Halbzeit“, resümierte Velberts neuer Coach Bogdan Komorowski anschließend.

Regionalliga: SSVg Velbert kommt zurück und bleibt selbst nach dem 1:4 gegen den 1. FC Köln mutig

Aber was das Tabellen-Schlusslicht auszeichnet, ist die unerschütterliche Moral der Mannschaft, die selbst noch nach dem 1:4 weiter nach vorne spielte und bis zum Abpfiff um Ergebniskorrektur bemüht war. Was der neue Trainer seinem Team in den wenigen Tagen bereits eingeimpft hat, ist auf jeden Fall eine gehörige Portion Mut und Selbstvertrauen, mit dem die Gäste im Franz-Kremer-Stadion zu Werke gingen. Als Folge daraus eine wirklich sehenswerte Führung: Der auffällige Philip Buczkowski, der ein starkes Debüt für die Velberter hinlegte, marschierte in Halbzeit eins entschlossen auf der linken Seite, bei seiner Hereingabe brauchte Torjäger Robin Hilger nur noch den Außenrist reinzustellen.

Sein Bruder spielt Bundesliga, er Regionalliga. Die El Mala-Brüder sind quasi untrennbar, gehen gemeinsam ihre Schritte beim 1. FC Köln.
Sein Bruder spielt Bundesliga, er Regionalliga. Die El Mala-Brüder sind quasi untrennbar, gehen gemeinsam ihre Schritte beim 1. FC Köln.© FUNKE Foto Services | Stefan Rittershaus

Aber es sind immer wieder individuelle Fehler in der Abwehr, die der SSVg am Ende einen (Teil-)Erfolg rauben. Beim 1:1 durch einen Kopfball des Kölners Toure waren Gegenspieler kaum noch in Rufnähe. „Da hat bei einem Standard die Zuteilung nicht gepasst, das ist definitiv ein Manko, das ist unverkennbar“, analysierte auch Komorowski. Aber er freute sich zugleich, wie gut die Truppe dies in der zweiten Halbzeit weggesteckt hatte und drum und dran war, den Ausgleich zu erzielen. Doch dann traf mit Sargis Adamyan ein Nationalspieler - auch das ist eben Realität in der Regionalliga West. Bei der ersten Mannschaft hat der 32-jährige Adamyan, der bisher 36 Länderspiele für Armenien absolvierte, keine Perspektive mehr. Für die Regionalliga ist er aber an sich zu gut. Der Ex-Spieler der TSG Hoffenheim, Jahn Regensburg und Club Brügge steht nun nach acht Regionalligaspielen bei fünf Toren und vier Vorlagen. In seiner Karriere machte er 90 Bundesligaspiele (zehn Tore, zehn Vorlagen) und 88 Zweitligaspiele (22 Tore, 15 Vorlagen).

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Darum wollte der SSVg-Coach das Endergebnis gar nicht schlecht reden: „Klar, jeder wird das nackte Ergebnis lesen, aber ich bin zuversichtlich, dass wir in den nächsten Wochen mit dieser Einstellung, mit dieser Moral und mit dieser Qualität, Chancen herauszuspielen, sagen können: wenn wir die verwerten, werden wir auch punkten.“

Aber wie macht man es , einem abgeschlagenen Schlusslicht wieder den Mut und den Glauben an sich zurück zu geben? „Es ist wichtig, mit was für eine Einstellung man herangeht. Ich bin ein positiver Typ, habe eine gute Energie, sehe das als Chance. Diese Mannschaft muss das als Chance sehen, sie spielt nicht nur für sich, sondern für Velbert, für eine Region. Das ist ein toller Verein, mit einer tollen Infrastruktur, und der setzt mit allen Leuten alles daran, dass wir erfolgreich sind. Das muss man vorleben und diese Liga einfach als Chance sehen - dann werden wir am Ende schauen, wo wir stehen.“

Elf Punkte Rückstand, doch der Trainer der SSVg Velbert gibt nicht auf

Elf Punkte Rückstand sind es nach einem Drittel der Saison nun - aber für den Trainer kein Grund, die Lage als aussichtslos anzusehen: „Es sind noch genug Spiele zu spielen, um das Ruder noch herumzureißen. Darum sei der Blick auf die Tabelle auch in dieser misslichen Situation nicht verboten: „Das ist ja die Realität, der Ist-Zustand. Es geht weiter. Es war heute die Chance, etwas näher ran zu kommen - aber man muss das Ganze sehen. Und da sehe ich heute einen positiven Trend!“

1. FC Köln II - SSVg Velbert: Der Liveticker zur Partie in der Regionalliga West