Kleidung von der Stange ist oft günstig, hat aber auch einen entscheidenden Nachteil: Sie sitzt einfach nicht optimal. Besonders für Menschen mit anspruchsvollen körperlichen Voraussetzungen – sehr klein oder groß, ausgesprochen kräftig oder sehr zierlich, unterschiedlich hohe Schultern oder lange Arme – ist es schwer, etwas wirklich Passendes zu finden. Das ist vor allem dann ärgerlich, wenn man beruflich oder bei einem besonderen Anlass wie einer Hochzeit im Mittelpunkt des Geschehens steht und sich perfekt in Szene setzen möchte. Vor dem Gang zum Maßschneider schrecken viele allerdings angesichts der zu erwartenden Kosten zurück. Doch muss ein gutsitzender Anzug, das perfekte Kostüm oder Kleid wirklich ein Vermögen kosten? Jein! Denn es gibt unterschiedliche Herstellungsverfahren und die Qual der Wahl zwischen verschiedenen Stoffqualitäten und Details. Das heißt: Je hochwertiger der Stoff, je aufwendiger die Verarbeitung, desto teurer das Produkt. Aber: Wer sich für ein Modell nach Maß in solider Qualität entscheidet, hat viele Jahre Freude daran und kann sicher sein, immer einen guten Eindruck zu hinterlassen. Zehn schlechtsitzende Kleidungsstücke sind in Summe auch nicht preiswert und landen schnell wieder im Altkleidercontainer. Daher ist Kleidung nach Maß ein treuer Begleiter und schon im Sinne der Nachhaltigkeit eine gute Entscheidung.

Tipps für Einsteiger

Der Anlass entscheidet: Robuster Business-Anzug oder eine glamouröses Gala-Outfit?

Hochwertige Stoffwahl: Der ideale Stoff ist knitterarm, langlebig und perfekt für alle Jahreszeiten. Mit Schurwolle ist man auf der sicheren Seite. Sie ist atmungsaktiv, widerstandsfähig, hat einen eleganten, natürlichen Fall und reguliert die Temperatur sommers wie winters.

Schuhe mitbringen: Ohne die richtigen Schuhe drohen Fehler bei der Hosenlänge.

Details mit Bedacht wählen: Einsteiger sollten klassische, zeitlose Elemente wählen, die unabhängig von Modetrends sind.

Kosten-Check: Wer sich für ein MTM-Modell (Maßkonfektion) entscheidet, das beim ersten Mal oft nicht zu 100-prozentig sitzt, sollte nachfragen, ob Nachbesserungen im Preis enthalten sind.

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Wer die perfekte Garderobe sucht, ist bei Maßkleidung genau richtig.© Getty Images | StefaNikolic

Maßkonfektion oder Vollmaß – der feine Unterschied

Ein guter Einstieg für Neulinge ist die so genannte Maßkonfektion, auch MTM (Made-to-Measure) genannt. Dabei wird ein Standardschnittmuster – die Grundlage der Konfektionsgröße – an die individuellen Körpermaße angepasst, die Änderungen sind auf vordefinierte Parameter wie Ärmel- und Beinlänge sowie Saum- und Taillenweite innerhalb des Standardschnitts beschränkt. Auch hier hat man innerhalb der vorgegebenen Optionen des Anbieters eine große Auswahl an Stoffen und Details. Gefertigt wird industriell oder teilindustriell. Diese Alternative ist auch hochwertig, aber mit 500 bis etwa 2000 Euro noch erschwinglich und schnell gefertigt.

Das Vollmaß, auch Bespoke genannt, ist dagegen die Haute Couture der Schneiderei. Jedes Stück ist ein Unikat, das meist in präziser Handarbeit gefertigt wird. Dazu wird ein individuelles Schnittmuster speziell für den Kunden erstellt. Während des Fertigungsprozesses sind oft mehrere Anproben nötig. Hinsichtlich der Stoffwahl, Details und des Designs besteht völlige Gestaltungsfreiheit. Ob Innenfutter, Knöpfe, Knopflöcher oder Monogramme – nichts ist unmöglich. Bei Vollmaßanzügen werden oft exklusive Stoffe verwendet, die pro Meter mit mehreren hundert Euro zu Buche schlagen können. Entsprechend variabel ist der Endpreis. Während ein Basismodell schon für 1500 bis 2500 Euro zu haben ist, können im Luxussegment weit über 10.000 Euro anfallen.

Wer die perfekte Garderobe sucht, ist bei Maßkleidung genau richtig. Mag der Preis anfangs abschreckend wirken, ist Maßkleidung die Investition in ein langlebiges Produkt, das individueller Ausdruck des Stils seines Trägers ist und wie angegossen sitzt.

Auf die Faltenfreiheit kommt es an

Nichts ruiniert den Look eines maßgeschneiderten Anzugs oder Kostüms schneller als tiefe Falten in der Armbeuge oder im Gesäßbereich. Stoffe aus High-Twist-Garnen (das Garn wird stärker gedreht) sind extrem elastisch und springen immer wieder in ihre Ursprungsform zurück. Bei günstigeren Qualitäten bleiben oft tiefe Falten zurück, die sich nur schwer wieder aushängen. Um den Stoff auf Knitterfreiheit zu testen, kann man ihn mit der Hand ein paar Sekunden fest zusammendrücken und dann wieder loslassen. Glättet er sich sofort wieder, ist er ideal für den Alltag.