„Aller guten Dinge sind vier.“ So kann das Sprichwort jetzt in der Velberter Variante lauten. Zum vierten Mal in Folge in dieser Regionalliga-Saison gewann die SSVg Velbert ein Auswärtsspiel mit 1:0. Diesmal beim Bonner SC.

Mit dem Velberter Sieg in der ehemaligen Bundeshauptstadt war auch nicht unbedingt zu rechnen. Die Bonner haben sich im Laufe der Saison in der Tabelle nach oben gekämpft, standen vor diesem 25. Spieltag auf dem neunten Platz. Der bis dato wieder Tabellenletzte Velbert konnte aber ein wichtiges Signal im Abstiegskampf senden.

Etwas Personalsorgen bei Velbert, aber Duschke gibt Startelf-Comeback nach langer Pause

Erneut musste Trainer Bogdan Komorowski dafür Umstellungen in seinem Aufgebot vornehmen. Die zuletzt starken Tim Wiese und Nicolas Westerhoff konnten verletzt in Bonn nur auf der Tribüne Platz nehmen. Erfreulich für die SSVg hingegen: Tristan Duschke stand nach seiner einjährigen Zwangspause erstmals wieder in der Startelf und hielt 55 Minuten durch.

Die Bonner hatten über die gesamte Spieldauer mehr Ballbesitz, was von den Velbertern durchaus auch so gewollt war. „Wir haben uns intensiv damit beschäftigt, warum Bonn so erfolgreich ist. Sie gehören in der Liga zu den stärksten Mannschaften im Umschaltspiel“, erklärte Komorowski, der sich daher für ein Mittelfeldpressing für seine Truppe entschied.

RFussball | Regionalliga West | Nachholspiel vom 20.Spieltag | Mittwoch 04.03.2026 | Ort: IMS Arena Velbert | SSVg Velbert 02- VfL Bochum U21 | Im Bild Bogdan Komorowski (Trainer SSVg Velbert 02)
Griff gegen den Bonner SC taktisch in die richtige Trickkiste: SSVg-Velbert-Coach Bogdan Komorowski.© FUNKE Foto Services | Stefan Rittershaus

Aus ihrer optischen Überlegenheit machten die Gastgeber aber nicht viel. Wenn sie tatsächlich mal durchkamen, war SSVg-Torhüter Kevin Jackmuth zur Stelle und bereinigte die Situation. So spielten sich die Aktionen überwiegend zwischen den Strafräumen ab mit wenigen Chancen auf beiden Seiten. Gefährlich wurde die Bonner Elf sporadisch, wenn der ehemalige Profi Lucas Cueto beteiligt war oder wenn sie dann nach Balleroberungen doch mal im höchsten Tempo umschalten konnten. So nach einer halben Stunde bei der einzig richtig gefährlichen Situation für Velbert, dass in einen Konter lief und von Jackmuth mit einer starken Parade gerettet werden musste.

Regionalliga West: Velbert „stochert“ den Ball zum 1:0-Sieg ins Bonner Tor

Als die Bonner dann ihrerseits nach einer Stunde den Ball nach einer Hereingabe von außen nicht aus der Gefahrenzone befördern konnten, war es nach mehreren auf der Linie abgewehrten Bälle und einem Lattentreffer Artur Golubytskij, der das Spielgerät im vierten Anlauf zum Siegtor einschoss.

Angesichts der Bedeutung der Partie – die Bonner hätten mit einem Sieg schon einen großen Schritt Richtung Klassenerhalt machen können, während die SSVg bekanntlich mit dem Rücken zur Wand steht – war es übrigens überraschend, dass der Schiedsrichter in dieser fairen Partie nur eine einzige Gelbe Karte zückte.

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„Das war einfach zu wenig von uns, deshalb ist der Velberter Sieg auch absolut verdient“, resümierte der Bonner Trainer Björn Mehnert. Zwar zündeten auch die Niederbergischen kein spielerisches Feuerwerk, doch sie konnten defensiv überzeugen. Auch die Velberter Schwäche bei Standardsituationen des Gegners war, zumindest in diesem Spiel, behoben. Zwölf Bonner Eckbälle wehrte die SSVg ab. „Meine Mannschaft hat bravourös alles wegverteidigt und im entscheidenden Moment zugestochen“, lobte Komorowski seine Auswahl.

Kurios: In der Rückrundentabelle belegt die SSVg den dritten Platz mit 12 Punkten, die allesamt in Auswärtsspielen eingefahren wurden. „Vielleicht sollte der Vorstand beantragen, die Heimspiele auch auswärts auszutragen“, meinte ein mitgereister Velberter auf der Tribüne. Ob das gegen Spitzenreiter Fortuna Köln, der am nächsten Spieltag nach Velbert in die IMS-Arena (Freitag, 13. März 2026, 19.30 Uhr) kommt, helfen würde, ist aber zu bezweifeln.