Was war und wo steht man, wenn man am Nullpunkt angekommen ist? Aber ist das überhaupt das alles Entscheidende – oder kann ein Nullpunkt nicht noch viel größere Fragen beantworten? Wo will man hin? Und auf welchen Wegen? Einem Nullpunkt wohnt immer auch ein Neuanfang inne. Er eröffnet neue Perspektiven, schafft einen ganz großen Raum, neu zu gestalten.

Nun, das ist beim GOP Artistical-Theater auf jeden Fall wörtlich zu nehmen. Und so war es wunderbar passend, den jüngsten gemeinsamen Austausch mit Pressevertretern eben mit „Nullpunkt“ zu betiteln. Ein Update zwischen Idee und Weltpremiere als Aufbruch in eine neue Zukunft. Geladen hatte man in das völlig entkernte Theater an der Essener Rottstraße: Der Gang durch die Baustelle und hinein in den großen Saal führte sehr deutlich vor Augen: Wo nichts (mehr) ist, gibt es wirklich alle Möglichkeiten. Und so wurde auf der Pressekonferenz folgerichtig nicht der berühmte Blick hinter die Kulissen gewährt. Wurden keine fertigen Kostüme gezeigt. Stattdessen standen fünf Menschen im Mittelpunkt, die diesen neuen Ort aus fünf unterschiedlichen Disziplinen heraus entwickeln: strategisch, künstlerisch, räumlich, technisch und organisatorisch. Und so spannenden Fragen nach dem Was und Warum, nach dem Wie, dem Wer und wie sich alles anfühlt, ging man in der Runde nach.
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WARUM?
Christian Buddrus, Direktor GOP Artistical-Theater

Christian Buddrus blickt sich um, sieht auf Baugerüste, kahle Wände, feinen Staub vor einem dunklen Nichts. „Wir hätten nach 30 erfolgreichen Jahren auch einfach feucht durchwischen können. Aber Zukunft lässt sich nicht mit Bequemlichkeit gestalten. Schauen Sie sich um: Sieht das hier nach Bequemlichkeit aus?“ Nein, tut es wahrlich nicht.
Der Direktor GOP Artistical-Theater verantwortet gemeinsam mit der Geschäftsleitung den Aufbau und die strategische Entwicklung des neuen Hauses. Und dieses Haus bringe alles mit, um GROOVE zu einem Erfolg zu machen, wie er sagt. Auch deswegen sei die Entscheidung getroffen worden, das Projekt ausgerechnet in Essen zu realisieren. Ein zweiter Grund: eben das Jubiläum. 30 Jahre GOP Varieté Theater Essen sind ins Land gegangen – eine Zeit, „in der wir unsere Gäste begeistert haben“. Die Entscheidung für etwas radikal Neues sei also nicht aus einem Mangel oder einem Zwang heraus gefallen. „Vielmehr aus einem Gestaltungswillen heraus“.
Man müsse Konzepte immer mal überprüfen, Trends identifizieren, sehen, wohin die Zielgruppe geht. „Wir wollten nicht nur ein Programm entwickeln, sondern einen Ort mit eigener Haltung. Gleichzeitig glauben wir, dass aus diesem Anspruch etwas entstehen kann, das weit über Essen hinauswirkt. Das Ruhrgebiet hat immer dann besondere Strahlkraft entwickelt, wenn es den Mut hatte, neue Formen zu schaffen. Mit dem ersten Artistical entsteht hier kein klassischer Theaterbetrieb, sondern ein neues Live-Format – entwickelt in Essen, aber mit dem Anspruch, bundesweit (und darüber hinaus) Aufmerksamkeit zu erzeugen.“ Und genau das will Christian Buddrus zusammen mit den Partnern aus Wirtschaft, Politik und Kultur, die er zusammenbringt, schaffen.
WAS?
Aleks Uvarov, Show Director GROOVE

Kaum vorstellbar, dass man eine Gänsehaut bekommen kann, obwohl einem heiß ist. Aleks Uvarov schafft das an diesem späten Nachmittag, als er von dem Projekt und seine Sicht darauf erzählen darf. So ist das wahrscheinlich, wenn man mit dieser spannungsgeladenen Vorfreude umgehen muss, die ein kleines Kind kurz vor Weihnachten verspürt. „Wenn ich GROOVE in einem Satz beschreiben müsste, würde ich sagen: Es ist der Moment, in dem Bewegung Musik wird und Musik Bewegung.“ Und er ergänzt: „Wir schaffen eine künstlerische Welt, die auf drei Säulen fußt: Vielfalt, Persönlichkeit und Unterhaltung. Was diese Produktion besonders macht, ist, dass wir nicht mit einem fertigen Bild arbeiten, sondern mit einem Prozess. Der Raum entsteht parallel zur Show – und genau dadurch entstehen neue Impulse.“
WIE FÜHLT ES SICH AN?
Viki Kitzig, Innenarchitektin

Es ist das, was GROOVE, was das GOP Artistical-Theater so einzigartig macht: Ab dem 18. September verschmelzen in Essen nicht nur Artistik und Musik zu einem großartigen Erlebnis – auch der Raum ist unabdingbarer Teil der Inszenierung. „Wir gestalten eine Hülle für ganz viel Kreativität“, beschreibt es Innenarchitektin Viki Kitzig. „Für ganz viel Fantasie, für Möglichkeiten und Menschen.“
Man bricht in Essen auch mit klassischen Theater-Denkmustern. Ein Beispiel: das konventionelle Theater-Rot, man denke nur an den berühmten „Roten Vorhang“, wird aufgehen in eine ganz eigene Farbenwelt. „Der Besucher soll beim Ankommen nicht denken: Ich betrete ein Theater. Sondern: Hier passiert etwas.“ Viki Kitzig interessiert nicht der Raum, der erklärt. Sondern einer, der Erwartungen verschiebt, wie sie betont. „Ein unfertiger Raum erzählt manchmal ehrlicher als ein perfekter, weil er sichtbar macht, dass Wahrnehmung immer im Entstehen ist.“
WIE WIRD ES MÖGLICH?
Sebastian Drozdz, Technical Director

Technik, Licht, Bewegung und Architektur werden im Artistical nicht nacheinander gedacht, sondern gemeinsam entwickelt. Sebastian Drozdz, Technical Director, beschreibt es so: „Technik unterstützt hier nicht die Dramaturgie – sie wird selbst Teil davon. Ab diesem Moment entsteht kein Bühnenbild mehr, sondern ein Organismus.“
Und er erzählt von seinem bis zu diesem Zeitpunkt aufregendsten Moment: „Die spannendsten Entscheidungen in diesem Projekt mussten getroffen werden, bevor klar war, ob es dafür überhaupt Vorbilder gibt. Als ich ganz am Anfang meine Idee präsentiert habe, hatte ich Angst: Fühle nur ich das? Gottseidank nicht.“
WER MACHT ES LEBENDIG?
Simon Preißing, Production Manager

24 Künstler aus 14 Nationen. Nichts, was jemals schon geprobt, gar erprobt wurde. Alles entsteht neu für GROOVE, das am 18. September Weltpremiere im neuen GOP Artistical-Theater feiert. Derzeit wird in Hannover einstudiert, Ende August fügt sich dann in Essen alles zusammen mit Musik und Raum und all seiner Technik.
„Ein Groove entsteht nicht dadurch, dass alle denselben Rhythmus haben. Er entsteht, wenn unterschiedliche Energien anfangen, aufeinander zu reagieren. Für mich ist genau das der Moment, in dem aus einzelnen Künstlern kein Cast, sondern ein gemeinsamer Körper wird.“ Simon Preißing lacht: „Wir casten ja nur nette Künstler, die im Team funktionieren.“ Aber dem Production Manager ist es ganz ernst: „Bei uns geht die Individualität des Künstlers dabei nicht verloren. Es ist die Persönlichkeit der Menschen, die die Leute packt. Und alle dürfen sich wirklich freuen: Da kommt eine coole Crew nach Essen.“

Wo die schönsten Geschichten beginnen
Wenn am 18. September der Vorhang zur Weltpremiere von GROOVE fällt, wird aus dem staubigen Nullpunkt der Baustelle der pulsierende Mittelpunkt einer neuen Theaterära – und der Beweis dafür, dass die schönsten Geschichten dort beginnen, wo zuvor scheinbar nichts war.
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Mit dem neuen GOP Artistical-Theater wird Essen am 18. September zum Schauplatz einer europäischen Weltpremiere. Dank überregionaler Strahlkraft, Kooperationen mit Reiseveranstaltern, Hotels und Medienpartnern wird Essen zum kulturellen Magneten – für Gäste aus ganz Deutschland und darüber hinaus.
„GROOVE“ ist ein Feuerwerk aus Artistik, Musik und Emotion. Oder wie Regisseur Aleks Uvarov sagt: „Fühle den Beat, tanze die Nacht – und erlebe den GROOVE.“
Tickets jetzt sichern - unter: www.groove-show.de/tickets


