Der Schlussakkord der Live-Band vibrierte noch in der Luft, da hielt es niemanden mehr auf den Sitzen: Mit Konfettischlangen im Haar erhob sich das Publikum zu Standing Ovations und entfesselte einen minutenlangen Sturm aus Jubel und Applaus. Auf der Bühne blickten die sichtlich gerührten Künstlerinnen und Künstler in ein begeistertes Haus – ein Schlussbild, das eigentlich alles über die Premiere des weltweit einzigartigen, brandneuen Artisticals GROOVE erzählt – dabei gibt es darüber noch so viel mehr zu sagen.
Gespannte Erwartung
Schon vor dem Eingang des neuen GOP Artistical-Theaters an der Essener Rottstraße herrschte am Abend des 18. Septembers Red-Carpet-Atmosphäre. Jeder Premierengast wurde von den Fotografen wie ein kleiner Star in Szene gesetzt – und erhielt wenig später auf den LED-Flächen der Bühne seinen ganz persönlichen Auftritt in einer Zeitungsseite als „gefeierter Gast“. Kamerateams schwirrten umher, um die Eindrücke des Abends einzufangen, ein summendes Foyer in gespannter Stimmung und ein erwartungsvolles Publikum, das es kaum erwarten konnte, dass der auf den LED-Säulen tickende Countdown bis zur Show auf null vorrückte.
Dann war es so weit: Von der ersten Minute an heizten die Tänzerinnen und Tänzer des „Cali Collective“ den Premierengästen mit pulsierenden Rhythmen und akrobatischem Tanz ein – und gaben damit die Schlagzahl des Abends vor. Denn zum Atemholen blieb kaum Zeit: Eine artistische Höchstleistung folgte auf die nächste, die Bilder flossen nahtlos ineinander. Zwei Stunden voller Staunen, Energie und großer Showmomente lagen vor den Gästen.

Prominente Premierengäste
In den voll besetzten Rängen des völlig neugestalteten Hauses saßen nicht nur die kreativen Köpfe hinter GROOVE, die Direktorinnen und Direktoren der anderen GOP Varieté-Theater sowie Mitglieder der GOP-Gründerfamilie Grote. Jener Familie, die das Wagnis dieses neuen Showkonzepts eingegangen ist und es mit Mut, Leidenschaft und großer Energie verwirklicht hat. Auch Essens Oberbürgermeister Thomas Kufen sowie bekannte Namen aus dem Showbusiness waren gekommen, um die Weltpremiere des neuen Artisticals mitzuerleben, darunter Moderatorenlegende Harry Wijnvoord und Thomas Hermanns, Moderator und Gründer des Quatsch Comedy Clubs.

Eine energiegeladene Show
Vom ersten Moment des neuen Artisticals, von der ersten Note an sprühte der Saal vor Energie. Dafür sorgten kraftvoll und modern arrangierte Disco- und Popklassiker ebenso wie hochkarätige Artistik, gleich rasant eröffnet von den wirbelnden „Skating Donnert’s“ auf einem Podest, das kaum größer als ein runder Esstisch ist. Digitale Welten ließen zugleich die Bühne pulsieren, öffneten immer neue Räume und setzten den visuellen Höhepunkten buchstäblich die Krone auf.

Von Funk und Disco bis hin zu Rock reichte das musikalische Spektrum der modern interpretierten Songs, herausragend performt von Della Miles und Ruben Claro und den vier Musikern der extra für GROOVE gecasteten Band. Songs, die fast jeder im Ohr hat und mitgroovt: „Bohemian Rhapsody“ von Queen, „Conga“ von Gloria Estefan, „Hot Stuff“ von Donna Summer oder „Dancing Queen“ von ABBA, um nur vier von vielen zu nennen.
Mitunter wusste man kaum, wohin man zuerst schauen sollte. Auf der Bühne und im gesamten Saal war ständig etwas in Bewegung, überall gab es neue Details zu entdecken. Die einzelnen Show-Acts standen nicht losgelöst in Reihe, sondern wurden von Tänzern und Sängern in den Übergängen umspielt und zu einem großen Ganzen verwoben. Aufwendige, fantasievolle Kostüme verstärkten den Zauber der Inszenierung.

Achtung, Comedy!
Und natürlich immer wieder dazwischen Sébastien Tardif in „unauffälligem“ Pink. Schon vor Beginn der eigentlichen Show spielte er mit dem Publikum, später sorgte er mit seinen wahnwitzigen Comedy-Einlagen für Überraschungen.
Was Tardif betrifft: Für künftige Besucherinnen und Besucher sei eine kleine Warnung ausgesprochen: Wenn es heißt, das Publikum werde Teil der Show, ist das durchaus wörtlich gemeint. Das gilt nicht nur für die ausgelassene Party am Ende, personalisierte Zeitungsmeldungen oder die Auftritte von Sängerinnen, Sängern und Musikern zwischen den Sitzreihen. Vor allem bei Sébastien Tardif ist Aufmerksamkeit gefragt. Wenn dieser in rasantem Tempo mit einer tragbaren Kamera live aus dem Zuschauerraum streamt, kann aus einem vermeintlich sicheren Platz binnen Sekunden der Ausgangspunkt für einen Auftritt werden, und man sollte darauf gefasst sein, als nächster „Freiwilliger“ die Bühne mit dem Wirbelwind aus Kanada zu teilen – und sich dabei am besten nicht aus der Ruhe bringen zu lassen.

Leise Momente runden die Show ab
Aber bei GROOVE gibt es neben der Partystimmung auch leise, fast poetische Momente, wenn Kontorsionistin Kanako Sato in glitzerndem Weiß ihren Körper in schier unglaubliche Posen verbiegt oder Mao Fuchigami elegant direkt über den Köpfen des Publikums über die Slackline balanciert, während Della Miles mit samtiger Stimme die Zeilen aus „Bohemian Rhapsody“ singt: „Open your eyes, look up to the skies and see.“

Theaterdirektor Christian Buddrus brachte die Stimmung des Abends in seiner kurzen Ansprache schließlich auf den Punkt: Begeisterung, Energie, Freude über den gelungenen Abend, Dankbarkeit gegenüber einem engagierten und kreativen Team – vielleicht schwang aber auch ein wenig Wehmut mit, dass die intensive Zeit der Vorbereitungen und Vorfreude auf eine Weltpremiere mit diesem Abend einen Abschluss gefunden hat. Denn letztlich galt es, ein Show-Baby in sein eigenes Leben zu entlassen, das aus jahrelanger Planung und dem aufwendigen Theaterumbau hervorgegangen ist und das Buddrus mit seinem Team rund zwei Jahre lang intensiv begleitet hat. Fortan wird das Artistical recht selbstständig sein Publikum konfettiumspielt von den Sitzen reißen und den neuen GROOVE weit über Essen hinaustragen.



