Feiern? Womöglich mit lautem Lachen? Bloß nicht. Man weiß bis heute nicht, warum „Der Grinch“ Weihnachten so sehr hasst. Aber man sieht ihm gerne dabei zu, wie er es stiehlt. Vor 25 Jahren startet die erste Realverfilmung der Kindergeschichte von Dr. Seuss und wird schnell zu einem der beliebtesten Weihnachtsfilme überhaupt.

Weihnachtshasser Nummer Eins: der Grinch

Warum es Jim Carrey nicht schwerfällt, schlecht gelaunt zu wirken, ist schnell erklärt. Seine Verwandlung in den grünhaarigen, mürrischen Grinch ist mit dem Wort „aufwendig“ nämlich nur unzureichend beschrieben: Allein um sein Make-up aufzutragen, benötigen die Maskenbildner anfangs über acht Stunden pro Tag. Mit zunehmender Routine werden daraus zwar „nur“ noch drei Stunden, insgesamt aber hat mal jemand hochgerechnet, dass Carrey über 1000 Stunden in der Maske sitzt.

Alle Jahre wieder: Der Grinch (Jim Carrey) spricht mit dem treuen Hund Max.
Alle Jahre wieder: Der Grinch (Jim Carrey) spricht mit dem treuen Hund Max.© dpa | dpa-Film UIP

Das Make-up besteht aus grünem Ganzkörper-Latex und Yak-Haar, speziellen Linsen, die in den Augen brennen, und einer Gesichtsmaske. „Ich konnte nichts sehen. Ich konnte nicht atmen. Ich konnte mich nicht kratzen“, erinnert er sich später. Schon nach wenigen Tagen will er aufgeben. „Ich kann nicht mehr“, sagt er zu Regisseur Ron Howard. Damit er weitermacht, engagiert die Produktionsfirma einen Anti-Folterexperten der CIA, der dem Schauspieler Techniken beibringt, wie er die Tortur übersteht.

 Ich konnte nichts sehen. Ich konnte nicht atmen. Ich konnte mich nicht kratzen.

Jim Carrey, über die Probleme, die ihm das Kostüm des Grinch bereitete

Am Ende soll es vor allem die Musik der Bee Gees gewesen sein, die Carrey beruhigt hat. Wahrscheinlich sind Eddie Murphy und Jack Nicholson, die ursprünglich für die Rolle des Grinch im Gespräch waren, damals dann auch nicht unglücklich gewesen, dass sie nicht den Zuschlag bekommen haben. Andererseits spielt der Film 345 Millionen US-Dollar ein und bekommt 2001 auch den Oscar für? Genau: das beste Make-up. Zu sehen ist der Grinch in diesem Jahr Heiligabend um 22.15 Uhr auf SAT.1.

„Schöne Bescherung“: Weihnachten bei den Griswolds

Auch der Film „Hilfe, es weihnachtet sehr“, heute besser bekannt unter dem Titel „Schöne Bescherung“ (RTL, 24. Dezember, 16.50 Uhr) feiert Jubiläum. Obwohl schon 1989 gedreht, kommt er in Deutschland erst vor zehn Jahren ins Kino. Im dritten Teil der zuvor nur auf DVD erhältlichen Griswold-Filmreihe will Chevy Chase als Clark Griswold seiner Familie ein ganz traditionelles Weihnachtsfest bieten, was erwartungsgemäß komplett daneben geht. Ähnlich viele Probleme gibt es damals auch bei den Dreharbeiten. Zwecks „Schneesicherheit“ reist das Team extra nach Breckenridge, Colorado, wo aber bei der Ankunft keine einzige Flocke gefallen ist. Kurzerhand ordert die Produktionsfirma eine Kolonne von schweren Lkw, die die kalte Pracht in die Berge schafft. Doch kaum sind die Sets präpariert, fällt innerhalb kurzer Zeit so viel Neuschnee, dass die Dreharbeiten pausieren müssen.

Das ersehnte Weihnachtsfest wird für den gestressten Familienvater Clark Griswold zum chaotischen Alptraum.
Das ersehnte Weihnachtsfest wird für den gestressten Familienvater Clark Griswold zum chaotischen Alptraum.© RTL II

Nicht geplant ist auch Clarks Ausraster, nachdem er seine Lichterketten zunächst nicht zum Leuchten bringt. Anders als im Drehbuch vorgesehen prügelt Chase daraufhin auf den Plastik-Weihnachtsmann und die Rentiere ein und bricht sich dabei den kleinen Finger. Was ihn so wütend macht, dass er den Rest der Deko mit Füßen zusammentritt. „Überzeugend“ findet die Regie die Aktion und lässt sie im Film. Apropos Lichter. Hätten die 25.000 Birnchen, mit denen Vater Griswold sein Heim schmückt, tatsächlich 30 Tage rund um die Uhr gebrannt, hätte es die Familie nach Berechnungen eines US-Energieanbieters knapp 12.000 Dollar gekostet.

Chase ist damals gefürchtet in der Branche. Beim ersten Treffen mit Regisseur Chris Columbus sitzt er eine halbe Stunde im Sessel und sagt kein Wort. Woraufhin Columbus hinwirft und die Regie eines anderen Films übernimmt: „Kevin– Allein zu Haus“ (SAT.1, 24. Dezember, 20.15 Uhr).

Klein und gefährlich: Kevin – Allein zu Haus

Von seinen Eltern auf dem Weg in den Urlaub vergessen, verteidigt Kevin (Macaulay Culkin) darin das Heim der Familie mit aberwitzigen Tricks gegen Einbrecher. Falls Sie auch einmal ein Selfie vor dem Haus machen möchten: Es steht in 671 Lincoln Avenue, Winnetka, Illinois, einem Vorort von Chicago, USA. Und die US-Zentralbank Federal Reserve hat auf Anfrage der New York Time mal ausgerechnet, dass es zum Zeitpunkt der Dreharbeiten nur für ein Prozent der amerikanischen Familien erschwinglich gewesen ist. Für 5,25 Millionen US-Dollar wird es im vergangenen Jahr verkauft – inklusive der Treppe, die Kevin mit seinem Schlitten herunterrast.

 Mit unglaublicher Fantasie verteidigt Kevin sein Zuhause.
Mit unglaublicher Fantasie verteidigt Kevin sein Zuhause.© 20th Century Fox

Noch ein paar Fakten für die nächste Ausstrahlung? Kein Problem. Den Schwarz-Weiß-Film „Engel mit schmutzigen Seelen“, den Kevin nutzt, um die Einbrecher zu erschrecken, gibt es nicht. Er wurde extra für Kevin gedreht. Und der Playboy, den der damals Achtjährige durchblättert, ist präpariert. Alle Seiten mit nackter Haut sind an den entscheidenden Stellen abgeklebt. Weniger zimperlich sind die Produzenten beim Thema Gewalt. Die Do-It-Yourself-Fallen von Kevin hätten nach Einschätzung von Medizinern im echten Leben aus den „Wet Bandits“ schnell „Dead Bandits“ gemacht. Einbrecher Harry wäre neunmal gestorben, sein Komplize Marv hätte sogar vierzehnmal sein Leben lassen müssen. Was eine gute Überleitung zum nächsten Film ist. Denn dort übersteht der Hauptdarsteller unzählige Versuche, ihn zu töten.

Heiligabend im Unterhemd: Stirb Langsam

Bruce Willis ist nicht erste Wahl für die Rolle des John McClane in „Stirb langsam“. Fragen müssen die Macher zunächst Frank Sinatra, der die Rechte an der Buchvorlage besitzt. Aber der 72-Jährige will nicht. Auch Arnold Schwarzenegger, Harrison Ford und Mel Gibson sagen angeblich ab. So ist der Weg frei für Willis, der damals noch in der TV-Serie Moonlighting Verbrecher jagt.

Im Unterhemd unterwegs zur Rettung seiner Frau: Bruce Willis als John McClane
Im Unterhemd unterwegs zur Rettung seiner Frau: Bruce Willis als John McClane© picture-alliance / KPA Honorar u | dpa Picture-Alliance /

Wenn Sie dieses Jahr mal wieder dabei sind (RTL 2, 24. Dezember, 20.15 Uhr), wie er das Nakatomi Plaza von Terroristen befreit, können Sie Folgendes zum Besten geben. Die Scherben, durch die McClane ohne Schuhe laufen muss, sind sogenanntes Zuckerglas, eine ungefährliche Zucker-Sirup-Mischung. Und das Doppelripp-Unterhemd, das er über weite Strecken des Films trägt, gibt es 17 Mal – in unterschiedlichen Verschmutzungs- und Beschädigungsgraden. Eines davon hängt seit 2007 im Smithsonian Museum in Washington.

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Und wenn Sie sich jetzt fragen, ob „Stirb Langsam“ überhaupt ein Weihnachtsfilm ist, lassen wir seinen Regisseur John McTiernan antworten. „Natürlich“, hat er oft gesagt und sein Werk mit dem Klassiker „Ist das Leben nicht schön?“ verglichen. Begründung? Beide Filme zeigen einen gebeutelten Helden in einer existenziellen Krise: George Bailey (James Stewart) will sich das Leben nehmen, wird durch einen Engel gerettet und erkennt seinen Wert für Familie und Freunde; John McClane kämpft ums Überleben, besiegt Bösewichte und versöhnt sich Heiligabend mit Frau Holly. Das symbolisiere „Erlösung und familiäre Einheit“, findet McTiernan.

Erfolg mit Verspätung: „Ist das Leben nicht schön?“

Womit wir zum Abschluss bei „Ist das Leben nicht schön?“ sind. Der 1946 von Frank Capra gedrehte Film, der heute als einer der wichtigsten Weihnachtsfilme aller Zeiten gilt, hat Jahre gebraucht bis zum Erfolg. An den Kinokassen kein großer Hit, wird er erst bekannt, als die Filmrechte auslaufen und jeder TV-Sender ihn kostenlos zeigen darf.

Gleich klingelt das Glöckchen. Das Finale von „Ist das Leben nicht schön?“
Gleich klingelt das Glöckchen. Das Finale von „Ist das Leben nicht schön?“

Größere Pannen bei den Dreharbeiten sind nicht bekannt. Dafür gibt es aber eine Neuheit. Um Schnee zu simulieren, werden damals noch Cornflakes weiß eingefärbt. Das sieht zwar überzeugend aus, doch das Knirschen der Cornflakes stört die Aufzeichnung des Dialogs und macht meist Nachsynchronisation notwendig. Capra besteht trotzdem auf den Originalton. Deshalb lässt er für die im Hochsommer stattfindenden Dreharbeiten aus Löschschaum, Seife und Wasser einen neuen Kunstschnee entwickeln. Knapp 23.000 Liter werden davon während der Dreharbeiten verwendet, und für Capra gibt es 1947 einen Spezial-Oscar.

2025 hadert James Stewart am Heiligabend um 10.25 Uhr auf Servus TV mit seinem Schicksal. Wenn Sie das noch nicht gesehen haben, holen Sie es nach. Dann erfahren Sie endlich auch, was passiert, wenn unter dem Weihnachtsbaum ein Glöckchen erklingt.