Dreampop ist der neue, heiße Scheiß. Bands wie Cigarettes After Sex machen damit große Hallen voll, für Just Mustard müssen es vorerst noch kleinere Venues sein. Dabei hat kein Geringerer als der große Robert Smith persönlich die Band aus Dundalk in Irland als Support schon für eine Tour seiner The Cure ausgesucht. Zudem spielten Just Mustard auch schon das Warm-up für Depeche Mode und ihre Landsleute von Fontaines D. C.

Auf ihrer aktuellen kleinen Europa-Tour hat die fünfköpfige Formation am Montag, 13. April, in Köln Halt gemacht. 250 Zuschauende im Helios 37 in Ehrenfeld waren von dem gut 80-minütigen Auftritt jedenfalls äußerst angetan.

Mehr als nur ein Geheimtipp

Katie Ball ist entweder sehr schüchtern oder einfach zu cool. Mehr als dreimal leise „Thank you!“ und zwei Sätze, dass das Publikum in dem kleinen Klub in Köln doch ein sehr angenehmes sei, sind von der Sängerin von Just Mustard nicht zu hören. Sie lässt dafür lieber ihre Stimme sprechen – ihr sphärischer Gesang mit extrem hoher, echoartig-hallender Stimme hat schließlich mit dafür gesorgt, dass die fünfköpfige Formation von der grünen Insel inzwischen mehr als nur ein Geheimtipp in der Indieszene sind.

Seit dem Erstling „Wednesday“ von 2018 haben sich Just Mustard immer ein wenig weiterentwickelt, sodass ihr aktuelles Album „We Were Just Here“ sicher zu den aufregendsten Neuerscheinungen der letzten Zeit zu zählen ist. Der gleichnamige Titeltrack vereint all die guten Zutaten aus Shoegaze, White Noise und fein eingestreuten elektronischen Elementen, mit denen die Band auch live überzeugen kann. Im Helios sind das immerhin 17 Stücke, nachdem zuvor The Altered Hours schon für ordentlich Krach gesorgt haben.

Vieler Worte bedarf es dann auch nicht mehr, gegen 22 Uhr gehen Just Mustard einfach von der Bühne – und hinterlassen ein Publikum, das mit einem Rauschen im Ohr einen gelungenen Abend ausklingen lässt.