• In der März-Ausgabe von „Aktenzeichen XY“ werden auch Fälle aus NRW vorgestellt.
  • Als Film werden zwei aktuelle Fälle der Polizei in Köln und Euskirchen gezeigt.
  • Die Ermittler hoffen so auf neue Ermittlungsansätze und weitere Hinweise zu den Tätern.

Wenn Polizeiermittlungen ins Stocken geraten, ist die ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY ungelöst“ eine Möglichkeit der „Öffentlichkeitsfahndung“. Die Sendung ist bei Zuschauerinnen und Zuschauern beliebt und hat regelmäßig sehr hohe Einschaltquoten. Durch die Ausstrahlung erhofft sich die Polizei neue Spuren und Hinweise aus der Bevölkerung in Fällen, die bislang nicht zu lösen waren.

In der Vergangenheit konnten dank der Fernsehsendung nicht wenige Kriminalfälle gelöst werden. Auch in der aktuellen Ausgabe (18. März) versucht die Polizei mithilfe der Sendung durch Zuschauerhinweise neue Ermittlungsansätze zu bekommen.

Aktenzeichen XY im ZDF: Vermisstenfall aus Düsseldorf ist Thema

Brutaler Raubüberfall in Köln bei Aktenzeichen XY

Am Abend des 20. Oktober 2023 verschafften sich zwei bislang noch unbekannte Männer unter dem Vorwand eines angeblichen Polizeieinsatzes gewaltsam Zutritt zu der Wohnung eines 45-jährigen Mannes. Dort schlugen sie den Mann, bedrohten ihn mit einer Schusswaffe und fesselten ihn. Anschließend durchsuchten sie die Wohnung und flüchteten danach mit einem dunklen Wagen in unbekannte Richtung. Da die frühere Öffentlichkeitsfahndung und die bisherigen Ermittlungen nicht zur Identifizierung der Tatverdächtigen geführt haben, setzen die Ermittler nun auf die Unterstützung der TV-Zuschauer.

Aktenzeichen XY mit Moderator Rudi Cerne läuft am Mittwoch, 18. März um 20.15 Uhr im ZDF. (Archivfoto)
Aktenzeichen XY mit Moderator Rudi Cerne läuft am Mittwoch, 18. März um 20.15 Uhr im ZDF. (Archivfoto) © Sina Schuldt/dpa | Sina Schuldt

Polizei Euskirchen fahndet mit Phantombild nach Einbrecher

Ein Elfjähriger war am Nachmittag des 14. März 2026 allein im Familienhaus außerhalb von Euskirchen-Kuchenheim zu Hause. In diesem Zeitraum verschaffte sich ein bisher unbekannter Mann Zutritt zum Grundstück der Familie. Der Junge hörte gegen 16.50 Uhr ungewöhnliche Geräusche im Haus. Als er dem nachging, entdeckte er den Einbrecher beim Durchwühlen eines Zimmers. Der Täter hingegen wurde nicht auf den Jungen aufmerksam, weshalb der 11-Jährige unbemerkt aus dem Haus gelangen konnte. Der Täter flüchtete mit 200 Euro Bargeld und einer Ein-Euro-Münzsammlung. Da die bisherigen Ermittlungen nicht zu einer Festnahme geführt haben, jagt die Polizei den Mann nun mit einem Phantombild und bittet die Bevölkerung um Mithilfe. 

Die weiteren Fälle bei Aktenzeichen XY:

Cold Case des LKA Berlin: Die damals 44-jährige Renate Pollaczek übernahm am 10. April 1986 die Nachtschicht in der Kiez-Kneipe „Schultheiß-Baude“ in Berlin-Charlottenburg. Um kurz nach 5 Uhr morgens verließ der letzte Stammgast die Kneipe, wobei er am Eingang einen ihm unbekannten Mann sah. Kurz darauf wurde Renate Pollaczek in der Kneipe vergewaltigt und mit einem Küchentuch ermordet. Der Täter entwendete zudem Geld aus der Kasse. Mehr als 30 Jahre später wurde der Fall im Jahr 2023 erneut aufgerollt, wobei ermittelt werden konnte, dass der Täter DNA-Spuren am Tatort hinterlassen hatte. Bislang konnten die Spuren jedoch noch keiner Person zugeordnet werden.

Kripo Holzminden (Niedersachsen): Im Südosten von Holzminden öffnete eine 80-Jährige am Abend des 25. September 2025 zwei Männern die Tür ihres Bungalows. Die maskierten Täter führten die Frau in das Wohnzimmer, wo sie ihnen den Standort des Tresors verriet. Einer der beiden Männer durchwühlte die Räume des Bungalows, wobei er mehrere hundert Euro Bargeld, Schmuck sowie eine Münz- und Briefmarkensammlung im Wert von insgesamt 80.000 Euro erbeutete. Der andere Täter bewachte unterdessen die Dame, die jedoch in einem unbeachteten Moment mit ihrem Handy ihre Tochter anrufen und vom Überfall erzählen konnte. Beim Eintreffen der alarmierten Polizei flohen die maskierten Männer.

Das sind die Studio-Fälle bei Aktenzeichen XY im März:

  • Kripo Magdeburg: Im Oktober 2025 öffnete ein 69-Jähriger einem vermeintlichen Postboten die Tür seines Hauses. Dieser drang jedoch sofort mit einem Komplizen in die Wohnung ein, wo sie den 69-Jährigen und seine Frau mit einer Schusswaffe bedrohten. Nachdem das Ehepaar gefesselt wurde, durchsuchten die Täter den Wohnraum, wobei sie Bargeld und Schmuck erbeuteten. Etwa eine Woche später kam es südlich von Magdeburg zu einem ähnlichen Fall. Vieles spricht dafür, dass die gleichen Täter dafür verantwortlich sind.
  • Kripo Offenbach: Anfang Februar 2026 wurde eine Familie Opfer eines schweren Raubes. Drei Männer drangen in das Einfamilienhaus ein und überraschten das Ehepaar, dessen Tochter und ihre Enkelin im Schlaf. Die Familie wurde von den Tätern gefesselt, geknebelt und geschlagen. Nachdem die Männer mehrere Wertgegenstände an sich genommen hatten, zerrte einer von ihnen den 70-jährigen Hausherrn in ein Nebenzimmer und schnitt ihm ein Ohr ab.
  • XY International: Seit Februar 2025 ist die mittlerweile 70-jährige Teresa Krug, die mehrere Sprachen spricht und sich gelegentlich auch Anna Kulpa nennt, nicht mehr auffindbar. Ihr Verschwinden wurde im Rahmen von Ermittlungen zu einem Mord im niederländischen Herkenbosch im September 2025 festgestellt. In diesem Fall gilt der 39-jährige Sohn von Teresa Krug als tatverdächtig. Als die Polizei die 70-Jährige dazu befragen wollte, konnte sie nicht aufgefunden werden. Die Spuren führten die Ermittler schließlich nach Deutschland, wo ihr Sohn mehrere Lagerräume angemietet hatte. Dort fand die Polizei mehrere blutige Textil- und Schaumstoffreste. Ermittlungen ergaben, dass das Blut von Teresa Krug stammte.

Aktenzeichen XY im ZDF verpasst? Die Sendung ist in der Mediathek abrufbar

Wer die Sendung verpasst hat, kann diese und weitere Folgen in der ZDF-Mediathek anschauen. Die Kult-Sendung wird seit 2002 von Rudi Cerne moderiert, der die Fälle im Studio mit Kriminalisten und Fachleuten wie etwa der bekannten Kriminalpsychologin Lydia Benecke bespricht. Mittlerweile gibt es mehrere Ableger der Sendung, unter anderem „Aktenzeichen XY vermisst“. Die Spezialfolge konzentriert sich auf die Aufklärung von Vermisstenfällen. (mit dpa)