Die Sendung von Markus Lanz fing bereits mit einem unangenehmen Thema für Philipp Amthor (33/CDU) an. Es ging um die „Tennis-Affäre“ des Berliner Bürgermeisters Kai Wegner. Wegner hatte während des Stromausfalls in Berlin Tennis gespielt und auf Nachfrage behauptet, er habe sich in seinem Arbeitszimmer eingeschlossen und gearbeitet. Ausgerechnet CDU-Bundestagsmitglied Amthor kam die undankbare Rolle zu, seinen Parteikollegen zu verteidigen.

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Amthor war 2020 selbst dabei erwischt worden, wie er die Öffentlichkeit täuschte. Damals hatte Amthor Lobbyarbeit für ein US-Startup betrieben, während er gleichzeitig Aktienoptionen der Firma hielt. Erst Recherchen des „Spiegels“ brachten Amthor dazu, den Fehler einzugestehen. Es ist also kein Zufall, dass Lanz Amthor direkt fragt: „Warum hat Wegner die Öffentlichkeit belogen?“

Amthor ist die Frage sichtlich unangenehm. Er bezeichnet Wegners Lüge als „kommunikativ schwierige Lage“. Die anderen Gäste wählten da deutlich klarere Worte. Der Startup-Investor Christian Miele findet Wegners Verhalten „instinktlos“ und fühlt sich „persönlich verarscht“. RND-Chefredakteurin Eva Quadbeck glaubt, dass die Affäre noch Folgen für Wegner haben wird.

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Danach darf sich Amthor kurz entspannen. Es geht um jemanden, der schon unzählige Male beim Lügen erwischt wurde: Donald Trump. Lanz will vom Ökonomen Rüdiger Bachmann wissen, was Trump mit dem Angriff auf Venezuela und der Entführung Maduros bezwecke.

Bachmann sieht weiterhin nicht, wie die USA wirtschaftlich von der Entführung profitieren werden. Er erkennt darin deshalb vor allem eine Botschaft, zum Beispiel an Russland, um zu zeigen: „Wir können Dinge, die ihr nicht könnt.“ Denn auch Russland wollte zu Beginn des Krieges in der Ukraine deren Präsident Selenskyj entführen – und scheiterte dabei.

Der größte Teil der Sendung widmet sich dann der kriselnden deutschen Wirtschaft. Vor allem der Unternehmer Miele geht dabei mit der Bundesregierung hart ins Gericht. Miele ist selbst CDU-Mitglied und hatte sich als Investor von der Kanzlerschaft von Friedrich Merz große Reformen erhofft.

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ZDF-Talk: Amthor gegen Alle

Amthor muss sich dagegen in der Diskussion gegen Angriffe von allen Seiten wehren. Dabei unterlaufen ihm immer wieder Fehler. So sagt er einmal, dass es wichtig sei, dass die Regierung keine Wahlversprechen breche. Dafür bekommt er von Lanz direkt aufs Brot geschmiert, dass die CDU bereits vor Regierungsantritt die Schuldenbremse lockerte, für die sie davor intensiv Wahlkampf gemacht hatte.

Später verhakt sich Amthor in der Diskussion mit Bachmann um eine Reform der Erbschaftssteuer. Amthor schließt diese aus, da das nicht im Koalitionsvertrag vereinbart sei. Bachmann wirft ihm deshalb vor, dass ein pauschales Ablehnen ideologisch sei. Amthor entgegnet erst: „Wir sind nicht ideologisch“, nur um zwei Sätze später zu sagen: „Ideologie ist in der Politik ja auch nichts Schlechtes, weil es bedeutet, Überzeugungen zu haben.“

Miele sieht Koalition am Ende

Der Investor Miele jedenfalls hat die Überzeugung verloren, dass diese Koalition der deutschen Wirtschaft aus der Krise hilft: „Ich glaube, dass die Koalition das Jahr 2026 nicht überstehen wird“, sagt er dann. Vielleicht könne eine CDU-geführte Minderheitsregierung die Probleme besser bewältigen.

Quadbeck erinnert daran, dass Minderheitsregierungen bislang nicht gut funktioniert hätten und dabei immer die Gefahr bestehe, dass die CDU mit der AfD eine Mehrheit bilde. Miele würde das offenbar in Kauf nehmen, da man ohnehin auf „einen Abhang zurast“.

Die Diskussion zeichnet insgesamt ein sehr negatives Bild und lässt den Zuschauer deprimiert zurück. Im Grunde waren sich alle einig, dass die Lage der deutschen Wirtschaft kritisch ist. Und alle außer Amthor zeigten sich von der Regierungsarbeit der Merz-Regierung enttäuscht. Immerhin hat dieser sich inmitten der Wirtschaftskrise bisher nicht beim Tennisspielen erwischen lassen.