Ex-Tagesschausprecher Constantin Schreiber ist froh darüber, dass Trump nun im Streit um Grönland vorerst auf Gewalt und Zölle verzichtet. Die Europäer hatte Trump mit seiner aggressiven Rhetorik in Aufruhr versetzt. Der mittlerweile für den Axel-Springer-Verlag tätige Schreiber attestiert ihm in der neuen Ausgabe von „Maischberger“ deshalb „geniales Dealmaking“.
Eine Position, die später auch Tino Chrupalla so ähnlich vertritt. Er sieht in Trump keinen „Aggressor“. Er habe lediglich „bei Verhandlungen einen gewöhnungsbedürftigen Umgang“, so der AfD-Chef.
„Maischberger“: Chrupalla weicht bei russischen Kriegsverbrechen aus
Es ist nicht das einzige Mal, dass Chrupalla sich an diesem Abend umständlich ausdrückt. Als es um Putins Krieg gegen die Ukraine geht, bleibt er genauso vage. Konkret geht es um die russischen Angriffe auf ukrainische Infrastruktur. Diese treffen derzeit die ukrainische Zivilbevölkerung besonders hart, da im Winter teilweise bei minus 20 Grad der Strom tagelang ausfällt.
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Maischberger stellt SPD-Außenpolitiker Hubertus Heil und Chrupalla deshalb die Frage, ob es sich dabei um ein Kriegsverbrechen handle. Während Heil ohne zu zögern zustimmt, weicht Chrupalla aus. Heil unterbricht ihn daraufhin: „Wenn man Infrastruktur zerbombt, um Menschen erfrieren zu lassen, ist das kein Kriegsverbrechen?“, wendet er sich an den AfD-Vorsitzenden. „Um Menschen erfrieren zu lassen? – So weit würde ich nicht gehen“, erwidert Chrupalla.
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Heil provoziert Chrupalla
Nach einer weiteren Nachfrage nennt Chrupalla dann das Vorgehen ein „Verbrechen“. Doch Heil gibt sich damit nicht zufrieden: „Es handelt sich um Kriegsverbrechen. Warum verniedlichen sie das?“
Danach entgleitet die Diskussion: „Werden Sie nicht affig, Herr Heil“, ruft Chrupalla verärgert. Aber auch Heil, der sich sichtlich vorgenommen hat, Chrupalla bei jeder Gelegenheit anzugreifen, hat seinen Anteil daran. Er will Chrupalla gezielt provozieren, zum Beispiel wenn er davon spricht, dass dieser mit „seinen Spießgesellen“ den Kreml besuche.
Chrupalla empört sich über diese Formulierung, Heil provoziert ihn weiter und attestiert ihm ein „Glaskinn“. Sonderlich zielführend sind diese Provokationen nicht. Dabei hätte es durchaus Gelegenheiten gegeben, den AfD-Chef inhaltlich zu stellen.
| Name | Tino Chrupalla |
| Geburtsdatum | 14. April 1975 |
| Amt | AfD-Bundesvorsitzender |
| Partei | Alternative für Deutschland (AfD) |
| Parteimitglied seit | 2015 |
| Familienstand | verheiratet, drei Kinder |
| Wohnort | Gablenz (Sachsen) |
Chrupalla lobt Trumps Migrationspolitik
So zum Beispiel beim Thema Migration. Hier lobt Chrupalla Trump in den höchsten Tönen: „In der Migrationspolitik ist er ein Vorbild“, sagt er voller Überzeugung. Diese Aussage lässt Maischberger, die sonst die beiden Diskutanten viel sich selbst überlässt, aufhorchen.
Denn Trumps Migrationspolitik besteht zu großen Teilen aus der aggressiv vorgehenden Abschiebebehörde ICE. Diese erschoss bei einer Kontrolle in Minneapolis vor ein paar Wochen eine Frau, was landesweite Proteste auslöste.
Maischberger spricht ihn auf den Vorfall an, woraufhin Chrupalla schnell zurückrudert: „Das kann man in dieser Art und Weise natürlich nicht unterstützen.“ Was genau er vorbildlich findet, kann oder möchte er dagegen nicht ausführen und wechselt das Thema.
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Heil unterstellt Chrupalla, russische Interessen zu vertreten
So geht es schnell um die Friedensverhandlungen zwischen Russland und der Ukraine. Maischberger fordert Chrupalla auf, zu erläutern, welche Kompromisse dabei gemacht werden müssen. In seiner Antwort nennt dieser Gebietsabtretungen von nicht-ukrainischen Gebieten, den Verzicht auf einen Nato-Beitritt der Ukraine sowie das Verbot der Stationierung von Atomwaffen in der Ukraine.
Hier gelingt Heil eine gute Beobachtung: „Wenn wir das zusammenfassen, sind das alles Eins zu Eins Positionen des Kreml. Sie haben nicht einen Satz zu Sicherheitsgarantien für die Ukraine gesagt.“ Immer wieder will Heil in der Diskussion darauf hinweisen, dass die AfD russische Interessen vertrete. „Sie sind das trojanische Pferd Putins in Deutschland“, wirft er Chrupalla vor.
Chrupalla weist das von sich. Jedoch belegen Recherchen des „Spiegel“ und der „Washington Post“, dass die AfD in Russland als strategischer Partner gesehen wird. Sie berufen sich auf interne Strategiepapiere der russischen Präsidialadministration. Darin steht, dass die AfD Widerstand gegen Sanktionen organisieren und die deutsche öffentliche Meinung spalten soll. Mit seinem Auftritt bei „Maischberger“ hat Chrupalla zumindest nicht bewiesen, dass er nicht nach der Pfeife des Kremls tanzt.




