Die Musiker Danger Dan und Igor Levit werfen dem ZDF vor, in die Meinungs- und Kunstfreiheit eingegriffen zu haben. Wie sie in einem Instagram-Beitrag berichten, habe die ZDF-Intendanz kurz vor ihrer geplanten Aufzeichnung für die 100. Jubiläumssendung von „Die Anstalt“ ein Veto gegen ihren Auftritt eingelegt. Die beiden wollten dort nach eigenen Angaben ein antifaschistisches Lied spielen. Eine schriftliche Begründung für die Absage hätten sie nicht erhalten. Den Vorgang bezeichnen die Künstler als „skandalös“.

Der Rapper Danger Dan und der Pianist Igor Levit hätten eigentlich in der Sendung, die am Dienstag um 22.15 Uhr ausgestrahlt wird, ihr neues Lied „Keine Angst“ spielen sollen. Der Song soll in der Nacht auf Freitag veröffentlicht werden.

ZDF lädt Danger Dan und Igor Levit aus: Liedtext von „Keine Angst“ sorgt für Diskussionen

Bereits vor Wochen hätten die Künstler das neue Lied dem Sender vorgelegt. „Der hauseigene Justiziar hatte unseren Informationen nach schon grünes Licht gegeben“, schreiben die beiden Musiker auf Instagram weiter.

Nun äußert sich der Sender zu der kurzfristigen Umentscheidung. In einem Statement zur 100. Ausgabe der Kabarettsendung schreibt das ZDF, Danger Dan sei zu einer „Performance seines neuen Liedes ‚Keine Angst‘“ eingeladen worden, das sich mit dem Thema „Widerstand gegen Rechtsextremismus“ befasse. Auch eine anschließende diskursive Befassung damit sei geplant gewesen. Dan sei jedoch wieder ausgeladen worden. Die Begründung: „Der Text des Liedes kann allerdings als Aufruf zu Gewalt verstanden werden. Ein solcher Aufruf stünde im klaren Widerspruch zu den Programmrichtlinien des ZDF“, schreibt der Sender.

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ZDF verbietet Auftritt und will den Song journalistisch prüfen

Während der Vorbereitung der Sendung habe es laut ZDF eine „intensive redaktionelle Bewertung“ gegeben, bei der auch die Geschäftsleitung des ZDF involviert worden sei. Anschließend sei entschieden worden, dass der Auftritt so nicht stattfinden könne. Zugleich kündigte der Sender an, das Lied von Danger Dan „zeitnah dokumentarisch-journalistisch“ an anderer Stelle im Programm aufzuarbeiten.

Die Künstler sehen darin einen klaren Eingriff in die Kunstfreiheit. Wie sie in ihrem Post schreiben, sei es klar, dass nicht alle das Lied mögen würden. Debatten über einzelne Zeilen seien jedoch erwünscht gewesen. „Das gehört in einer Demokratie dazu.“ Und weiter: „Dass wir jetzt aber schon an dem Punkt angekommen sind, an dem eine ZDF-Intendanz autoritär in Sendungen eingreift, antifaschistisches Liedgut verbietet und eine Begründung verweigert, das erschüttert uns und das nennt man nicht Demokratie, das ist ein autoritärer Akt.“

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Musiker berichten von wiederholten Konflikten

In ihrem Beitrag verweisen die Musiker auch auf frühere Auseinandersetzungen mit dem ZDF. Bereits bei ihrem Auftritt im „ZDF Magazin Royale“ von Jan Böhmermann, bei dem sie das Lied „Das ist alles von der Kunstfreiheit gedeckt“ spielten, soll es hinter den Kulissen Ärger gegeben haben. „Unser Auftritt war nur unter Auflagen erlaubt, der heutige Intendant war damals noch in anderer Funktion auch involviert“, schreiben sie.

Danger Dan und Igor Levit sind schon länger als Musiker mit klarer politischer Haltung bekannt. Beide engagieren sich gegen Rechtsextremismus und Antisemitismus. Die Ausladung sei laut Dan und Levit „kein gutes Omen“, vor allem im Hinblick auf die aktuelle politische Situation und auch die anstehenden Landtagswahlen. Ihren Song „Keine Angst“ wollen die Künstler nun am Dienstag (21. Juli) in Berlin spielen. Mehr Informationen dazu sollen in Kürze veröffentlicht werden.

mit kna