Mit heftiger Kritik haben die Träger des Schienenpersonennahverkehrs im Rheinland und im Ruhrgebiet auf den Ausfall des RE 4 an diesem Samstag reagiert. National Express als Betreiber hatte auf seiner Internetseite am Donnerstag angekündigt, dass die Linie von Samstag um 3.30 Uhr bis zur Nacht auf den Sonntag um 2 Uhr ausfällt. Als Begründung nennt National Express nur das Stichwort Leistungsreduzierung.
Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) und go.Rheinland sprechen in einer Stellungnahme von einem eigenmächtigen und unabgestimmten Vorgehen, das inakzeptabel sei. „Damit greift das Unternehmen in das öffentliche Nahverkehrsangebot ein und gefährdet die Mobilität von tausenden Fahrgästen auf einer Verbindung von landesweiter Bedeutung”, heißt es in einer Stellungnahme. Die Reduzierung sei ohne Billigung der Aufgabenträger erfolgt. Der Ausfall am Samstag sei erst am Donnerstag mitgeteilt worden.
National Express war schon früher abgemahnt worden
Da es bereits in der Vergangenheit zu nicht vertragskonformen Zuständen gekommen sei, habe die Träger im November 2024 eine erste und im Juli 2025 eine zweite Abmahnung gegen das Unternehmen ausgesprochen. Dies habe aber leider nicht zu einer ausreichenden Qualitätsverbesserung geführt, heißt es in der Stellungnahme von Freitag.
RE4
Der Regionalexpress 4 verbindet das östliche Ruhrgebiet mit Aachen. Die Züge halten unter anderem in Witten, Wetter, Hagen, Ennepetal, Schwelm, Wuppertal, Düsseldorf, Neuss, Mönchengladbach und Erkelenz.
Im September hatte National Express noch mitgeteilt, auf wichtigen Linien wieder mehr Züge einsetzen zu können. Der Lokführermangel war einer der Hauptgründe dafür, dass S-Bahnen und Regionalzüge in NRW im vergangenen Jahr so unpünktlich und unzuverlässig waren wie noch nie. Die Verkehrsverbände hatten daraufhin den Fahrplan ausgedünnt und vier Prozent der Züge gestrichen.
dpa/red


