Nachdem am Montag bekannt wurde, dass bislang unbekannte Täter in einen Tresorraum der Sparkassenfiliale in Gelsenkirchen-Buer eingebrochen sind, haben nun Ermittler zum ersten Mal die Höhe des Schadens geschätzt: Demnach haben die Täter Beute im hohen Millionen-Bereich gemacht. Das meldet die Deutsche Presseagentur (dpa) und verweist auf Sicherheitskreise.
Laut Polizei wurden mehr als 3000 Schließfächer aufgebrochen. Sie enthielten Geld, Schmuck und Gold. Bei einer Versicherungssumme von im Schnitt 10.000 Euro je Fach ergibt sich demnach eine Summe von 30 Millionen Euro. Offiziell bestätigte Thomas Nowaczyk, Pressesprecher der Polizei Gelsenkirchen, eine zweistellige Millionensumme.
Die Täter hatten sich vermutlich am Wochenende mit einem Bohrer Zutritt zu dem Tresorraum verschafft, erst am frühen Montagmorgen war die Polizei durch einen Brandmeldealarm auf die Tat aufmerksam geworden. Im Verlauf des Montags und auch noch am Dienstag hatten sich daraufhin zahlreiche Menschen vor der Sparkassenfiliale am Buerschen Marktplatz versammelt, die in teils aufgebrachter Stimmung Auskunft von der Bank verlangten. Etliche Kundinnen und Kunden bangen um ihre Ersparnisse.

Hinweise auf die Täter: Erste Zeugen melden sich bei der Gelsenkirchener Polizei
Inzwischen haben sich sich erste Zeugen bei der Polizei gemeldet. Sie gaben Hinweise auf mehrere Männer, die in der Nacht von Samstag, 27. Dezember, auf Sonntag, 28. Dezember, mit großen Taschen im Treppenhaus eines angrenzenden Parkhauses gesehen worden seien. Die Beamten der unmittelbar eingerichteten Ermittlungskommission hätten bereits erste Videobilder aus dem betreffenden Parkhaus gesichtet, teilte die Gelsenkirchener Polizei mit. Sie zeigen einen schwarzen Audi RS 6, der am frühen Montagmorgen das Parkhaus verlässt. Auch hier sitzen maskierte Täter im Fahrzeug, von denen einer die Schranke zur Ausfahrt betätigt. Das Kennzeichen an dem Fahrzeug war zuvor in Hannover entwendet worden.
Bereits am Samstag, 27. Dezember, hatte es nach Polizeiangaben einen Brandmeldealarm in dem Bankgebäude gegeben. „Hier waren Polizei und Feuerwehr gegen 6.15 Uhr vor Ort, konnten aber nichts feststellen, was auf einen Schaden schließen ließ“, so ein Polizeisprecher. Die genauen Abläufe dieses Einsatzes seien Gegenstand der Ermittlungen, die andauern.

Polizei bittet zum weitere Hinweise unter diesen Nummern
Zeugen, die Hinweise zur Tat oder den Tätern geben können, werden weiterhin gebeten, sich bei der Polizei unter den Rufnummern 0209 365-8112 oder 0209 365-8240 zu melden.
Die Polizei bittet Geschädigte, die mutmaßlich von dem Diebstahl in der Bankfiliale betroffen sind, sich zunächst an das Geldinstitut selbst zu wenden. Ansprechpartner bei der Sparkasse erreichen die Betroffenen ab 14 Uhr am Dienstag, 30. Dezember, über die Telefonnummer 0209 161-1110. „Zudem ist es ist nicht notwendig, dass einzelne Geschädigte eine Anzeige bei der Polizei erstatten“, so der Polizeisprecher. Bei der Sparkasse werden Personalien und Schäden aufgenommen und tagesaktuell an die Polizei übermittelt.


