Der Notruf kam aus einem Seniorenzentrum: Ein 53-jähriger Mann soll am späten Dienstagnachmittag (10. Februar) in Waltrop seine Mutter und seine Schwester mit einem Messer bedroht haben. Als die Polizei eintraf, soll er die Waffe auch gegen die Beamten gerichtet haben. Die gaben zwei Schüsse ab, der Mann starb später im Krankenhaus (diese Redaktion berichtete).

Nach aktuellen Angaben der Ermittler ging der Anruf um viertel nach vier am Nachmittag ein. Die Polizei eilte zum Seniorenzentrum Hirschkamp in der Waltroper Innenstadt, wo der dreiteilige Ziegelbau in einem kleinen Park gegenüber dem Stadion liegt. Dort habe sich, das erklärten Polizei und Staatsanwaltschaft bereits am Dienstag, „eine weitere Bedrohungssituation“ ergeben: Der Mann habe sein Messer nun auch gegen die Beamten gerichtet.

Polizeieinsatz in Waltrop endet tödlich
Spurensicherung am Seniorenheim in der Dunkelheit: Hier wurde ein Mann durch Polizeischüsse tödlich verletzt.© Justin Brosch | Justin Brosch

Daraufhin zog mindestens einer der Polizisten seine Dienstwaffe und schoss. Zwei Schüsse trafen den mutmaßlichen Angreifer. Das teilte die Polizei am Mittwochmittag mit. Der 53-Jährige wurde lebensgefährlich verletzt in eine örtliche Klinik gebracht, starb dort aber an seinen Schussverletzungen.

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Aus Gründen der Neutralität hat, wie in solchen Fällen üblich, statt der Polizei Recklinghausen die Polizei Dortmund die Ermittlungen übernommen. Die Federführung hat die Staatsanwaltschaft Bochum. Sie hat nun auch zu prüfen, ob der Gebrauch der Schusswaffe durch die Einsatzkräfte rechtmäßig war.

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Die Spurensicherer der KTU arbeiteten noch bis in die Nacht am Tatort.© Justin Brosch | Justin Brosch

Mann soll bei seiner Mutter zu Besuch gewesen sein

Nach aktuellen Erkenntnissen der Ermittler war der Mann zu Besuch bei seiner Mutter. Warum er sie und seine ebenfalls anwesende Schwester bedrohte, bleibt bisher unklar. Die Schwester erlitt laut Polizei leichte Verletzungen. Wie die Polizei weiter sagt, gebe es beim Täter Hinweise auf eine psychische Erkrankung. Er könne demnach „im Kontext einer Psychose gehandelt haben“.

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Betroffen war nach bisherigen Erkenntnissen nicht das Seniorenheim selbst, sondern ein benachbartes Gebäude, in dem der Betreiber 37 Wohnungen für „Begleitetes Wohnen“ anbietet. Hier können Bewohner eine kleine Wohneinheit mieten, ein Café nutzen und die Betreuung durch einen Pflegedienst zubuchen. In dem Altenheim selbst befinden sich 80 Zimmer.

Die Geschäftsführerin des Seniorenzentrums teilte am Mittwoch lediglich mit, die Bewohner hätten den Vorfall nicht beobachten können. Ihnen sei während des Vorfalls und danach angeboten worden, sich im Hauptgebäude, einem vier- bis fünfstöckigen Bau mit vorgebauten Balkonen, aufzuhalten, bis sie in ihre Wohnungen zurückkehren konnten. Gegenüber der Recklinghäuser Zeitung drückte die Leitung den Betroffenen ihr Mitgefühl aus.