Adnan Köse inszeniert Samuel Becketts „Warten auf Godot“ im Rahmen der Schauspielreihe der Stadt Dinslaken. Vor der Vorstellung am Freitag, 20. September, 20 Uhr, in der Kathrin-Türks-Halle sprach Adnan Köse über seine Beweggründe, das Stück auf die Bühne zu bringen: „Becketts Tragikomödie gehört für mich zu den besten Theaterstücken überhaupt. Immer schon wollte ich das Stück inszenieren, allerdings sah ich mich noch nicht reif genug, um den ganzen Sinn zu erfassen. Jetzt, nach 30 Jahren Berufserfahrung, ist die Zeit reif.“

In dem Klassiker des absurden Theaters geht es für Köse um die Frage nach dem Sinn des Lebens - und darum, wie wir mit unserer Zeit umgehen. „Wir leben in einer Gesellschaft, in der jeder dem anderen die Schuld an Miseren gibt, aber niemand setzt bei sich selbst an. Wir sollten uns darüber bewusst werden, dass wir uns auf das Gute im Leben zubewegen müssen, anstatt zu warten und darüber zu debattieren. Für mich persönlich: Es geht darum, dass wir auf dieser Erde leben, uns weiter entwickeln, und jeder von uns wird am Schluss erfahren, ob und inwieweit er seine eigene Prüfung bestanden oder eben nicht bestanden hat. Die Menschen, die wahrhaft an Gott glauben, sollten sich auf ihn zubewegen, also auf die Lehren im Christentum, anstatt darauf zu hoffen, dass irgendwann einmal etwas geschieht und das eigene Leben verbessert.“

Hier gibt es Karten für das Theaterstück in der KTH in Dinslaken

Köse verlagert die Handlung in eine nach einem atomaren Krieg weitgehend zerstörte Erde, auf der die letzten Überlebenden, wie Wladimir und Estragon, auf Hoffnung, auf Erlösung, auf irgendetwas, das ihnen wieder einen Lebenssinn gibt, warten. Adnan Köse übernimmt selbst die Rolle des „Wladimir“, Sebastian Bös spielt „Estragon“. Ali Murtaza und Janis Günther sind „Lucky“ und „Pozzo“. Den „Jungen“ spielt Yasar Firat. Regieassistenz und Abendspielleitung übernimmt Asya Topal. Nach der Vorstellung bleibt das Foyer der KTH bis 23 Uhr offen für eine kleine After-Show-Party für Zuschauer und Künstler. Tickets gibt es im freien Verkauf ab 20 Euro in der Stadtinformation am Rittertor und über Reservix sowie für 24 Euro an der Abendkasse.