Nach langem Hin und Her in der Dinslakener Politik sieht es nun so aus, als könnte die Klaraschule das neue Schuljahr mit dem dringend benötigten Anbau starten. Der Kreis Wesel hat seine Zustimmung zur vorzeitigen Mittelfreigabe für die Umsetzung der Baumaßnahme Klaraschule erteilt, wie die Stadt Dinslaken jetzt mitteilt. Für den geplanten Anbau sind Investitionskosten von maximal 1,85 Millionen Euro angesetzt. Die Stadt Dinslaken ist aufgrund ihrer schwierigen Haushaltssituation darauf angewiesen, dass der Kreis Wesel als Aufsichtsbehörde den notwendigen Maßnahmen zustimmt. 

CDU, SPD und UBV hatten dem ursprünglich geplanten Anbau im vergangenen Jahr überraschend nicht zugestimmt - aus Kostengründen. Der Anbau hätte um die vier Millionen Euro gekostet. Die alternativ vorgeschlagene Containerlösung stieß allerdings auf den Unwillen der anderen Ratsfraktionen sowie der Schule selbst. Wenn nichts passiert wäre, hätten viele i-Dötzchen im Sommer Schulen in anderen Stadtteilen besuchen müssen. Denn im Bereich Bruch/Lohberg gibt es deutlich mehr Kinder als Schulplätze. Eine solche Busverschickung durch die Stadt wollte aber alle Fraktionen nicht. ProZent-Geschäftsführer Mario Balgar brachte schließlich im Januar einen Kompromissvorschlag ins Spiel: ein Modulanbau, der der Raumqualität der anderen Gebäude in nichts nachsteht und noch dazu mit 1,8 Millionen Euro kosten deutlich preiswerter ist. Damit hat er die Kuh vom Eis geholt. Alle Fraktionen stimmten zu, es fehlte nur noch die schnelle Genehmigung des Kreises.

Rahmenbedingungen für gute Bildung zu schaffen, sollte immer unser gemeinsames Ziel sein, weil wir hier in unsere Zukunft investieren und Bildungsbiografien positiv beeinflussen können

Bürgermeisterin Michaela Eislöffel

Bürgermeisterin Eislöffel zeigte sich erfreut: „Durch die Freigabe der Mittel können die Pläne für einen Anbau in Modulbauweise an der Gemeinschaftsgrundschule nun umgesetzt werden. Damit decken wir den Raumbedarf an der Klaraschule zum Schuljahresbeginn 2025/26. Für Eltern, Schüler*innen und Lehrkräfte ist das ein wichtiges Signal. Die politischen Vertreterinnen und Vertreter im Rat haben sich letztlich für gute Lern- und Lehrbedingungen in unserer Stadt entschieden.“ Sie dankte dem Kreis Wesel „für die rasche Bearbeitung unseres Antrags. Rahmenbedingungen für gute Bildung zu schaffen, sollte immer unser gemeinsames Ziel sein, weil wir hier in unsere Zukunft investieren und Bildungsbiografien positiv beeinflussen können.“

So wird der Anbau aussehen

Die städtische ProZent errichtet nun an der Schule zunächst ein eingeschossiges Gebäude in Modulbauweise. Es enthält zwei Klassen, ein bis zwei Differenzierungsräume und eine neue WC-Einheit. Das Bauwerk hat denselben Standard wie das übrige Schulgebäude und könnte bei zusätzlichem Raumbedarf in Zukunft aufgestockt werden. Außerdem bietet die Modulbauweise „flexible Nachnutzungen, so dass diese auch abgebaut und an einem anderen Standort wieder aufgebaut werden kann“, so die Stadtverwaltung - und sie kann auch während des laufenden Schulbetriebes gebaut oder erweitert werden.

Auch für die konstruktive Zusammenarbeit mit der ProZent fand die Bürgermeisterin lobende Worte: „Die Mitarbeitenden der ProZent und der Stadtverwaltung haben in enger Zusammenarbeit eine kostenreduzierte Variante zusätzlicher Klassenräume unter hohem Zeitdruck geplant und nicht nur den Grundstein für gute Bildung gelegt, sondern auch eine moderne und nachhaltige Lösung präsentiert, die nun unverzüglich umgesetzt wird.“

Schülerzahl wird laut Stadt Dinslaken nicht sinken

Die Stadtverwaltung schätzt die dauerhafte, räumliche Lösung für die GGS Klaraschule als notwendig ein, weil nach aktuellen Berechnungen der Bedarf an Schulplätzen im nördlichen Stadtgebiet auch in den kommenden Jahren nicht sinken wird. (aha)