Noch am Tag zuvor hat Papst Franziskus den traditionellen Segen „Urbi et Orbi“ auf dem Petersplatz gesprochen. Nun ist er tot, gestorben im Alter von 88 Jahren. Trotz seiner gesundheitlichen Probleme sei die Nachricht vom Tod des katholischen Kirchenoberhaupt für Wilhelm Kolks, Pfarrer in St. Peter und Paul Voerde sowie Dechant im Dekanat Dinslaken, „überraschend“ gewesen. Als er am Ostermontag von der NRZ auf den Tod des Papstes angesprochen wird, kommt er gerade aus der Messe. „Ich habe während der Kommunion erst davon erfahren. Für mich ist die Nachricht noch sehr frisch“, erklärt er.

Klar habe der Papst mit 88 Jahren bereits ein hohes Alter erreicht, doch Kolks sagt auch: „Ich habe gestern noch seinen Segen gehört. Seine Stimme war sehr schwach, aber ich habe nicht damit gerechnet, dass er am nächsten Tag tot ist.“ Mit Franziskus sei laut Kolks ein Reformer gestorben: „Er hat frischen Wind in die Kirche gebracht.“ Unter ihm habe „eine ganz neue, ganz andere Atmosphäre und Offenheit“ geherrscht, als noch zuvor unter seinen Vorgängern. Für Kolks habe der Papst den Weg für eine synodalere Kirche frei gemacht: „Er hat vieles angestoßen, viel bewirkt. Seine Arbeit war zukunftsweisend.“

Franziskus habe mit vielen seiner Entscheidungen wie Frauen in die Ämter des Vatikans zu holen, Mut bewiesen: „Er hat sicherlich damit einigen vors Schienbein getreten.“ Kolks hoffe, dass dieser eingeschlagene Weg mit einem neuen Papst weitergeführt werde. Doch bevor dieser bestimmt wird, bieten Kirchengemeinden in der Umgebung Gläubigen erst einmal einen Anlaufpunkt, um den verstorbenen Franziskus zu würdigen. „Wir stellen bei uns in der Kirche ein Bild des Papstes vor dem Altar auf. Jeder, der will, kann kommen und für den Verstorbenen beten“, erklärt Kolks. Am Abend des Ostermontags, 21. April, sollen auch die Totenglocken für eine halbe Stunde läuten.