Kaufen, benutzen, kaputt, wegwerfen – so lässt sich der Zyklus vieler Dinge des alltäglichen Lebens wohl gut beschreiben. Besonders nachhaltig ist das nicht, und oftmals sind die Neuanschaffungen auch mit hohen Kosten verbunden. Repair Cafés haben es sich daher zur Aufgabe gemacht, diesem Trend entgegenzuwirken, denn oftmals sind es bloß kleine Reparaturen, die einen Gegenstand wieder funktionstüchtig machen können.

In Dinslaken, Voerde und Hünxe sind in den letzten Jahren viele dieser Projekte entstanden. Die folgende Übersicht erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit zeigt aber deutlich: Reparieren, statt wegwerfen ist in der Region mehr als möglich.

Das Repair Café in Dinslaken-Lohberg gibt es seit gut zwei Jahren

Seit gut zwei Jahren befindet sich in der Lohberger Zechenwerkstatt ein Ort, an dem vermeidlich kaputtem ein neues Leben eingehaucht wird. Nach einem Aufruf der Initiative Ach so e.V. habe sich rasch eine Gruppe motivierter Freiwilliger zusammengefunden, die sich an dem Aufbau eines solches Repair Cafés beteiligen wollten, berichtet Helge Teske, einer der Organisatoren. Nach einer intensiven einjährigen Renovierung der Räumlichkeiten in der Zechenwerkstatt, so Teske, wurde das Angebot zur Reparatur von den Bürgern direkt gut angenommen.

„Eintausendvierhundert Dinge haben wir in den letzten zwei Jahren insgesamt repariert“, erzählt er stolz. Wir, das sind in dem Fall das dreizehnköpfige Reparaturteam, das vor allem aus Elektrotechnikern und Elektroingenieuren besteht. Aber auch Experten für Holzarbeiten und zwei Näherinnen gehören zum Ensemble. Vor allem elektronische Alltagsgeräte wie Staubsauger, Föhne und Kaffeemaschinen werden jeden ersten Mittwoch im Monat von 15 bis 19 Uhr abgeben. Aber auch fast jeden Dienstag und Mittwoch von 17 bis 19 Uhr ist jemand vor Ort.

Um die 30 Geräte werden im Repair Café in Dinslaken zu den Öffnungszeiten abgegeben

Anders, als bei anderen Repair Cafés würden die wenigsten Geräte noch am selben Tag repariert werden, erklärt Helge Teske. „Nach zwei bis drei Wochen melden wir uns bei den Leuten, dass sie ihre Sachen entweder abholen können, Ersatzteile bestellt werden müssen, oder dass wirklich nichts mehr zu machen ist“. Um die dreißig Geräte werden an den offiziellen Öffnungszeiten abgegeben.

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Eine andere Außergewöhnlichkeit ist, dass auf die Mitarbeit der Gäste bei der Reparatur größtenteils verzichtet wird. „Zu gefährlich, vor allem wenn mit Strom hantiert wird“, finden Teske und seine Kollegen. Der Elektrotechniker im Ruhestand erinnert sich besonders gern an eine bewegliche „DJ-Özzi“ Puppe, bei der er die Elektronik repariert hat. „Die haben wir wieder zum Tanzen gebracht“, witzelt er. Auch ein eigener Cafébetrieb gehört zum Projekt. Die Reparaturkosten sowie die Preise für Kaffee und Kuchen belaufen sich auf Spendenbasis, wenn Ersatzteile nötig sind, müssen die Gäste für die Bestellung selbst zahlen.

Nach zwei bis drei Wochen melden wir uns bei den Leuten, dass sie ihre Sachen entweder abholen können, Ersatzteile bestellt werden müssen, oder dass wirklich nichts mehr zu machen ist.

Helge Teske,, einer der Organisatoren des Repair Cafés in Lohberg

Einige Straßen weiter, im Betsaal Bruch auf der Wilhelminenstraße 12 in Dinslaken hat das Reparieren von Gegenständen in einer gemütlichen Atmosphäre eine über zehnjährige Tradition, die auch im Jahre 2025 regelmäßig weitergeführt wird. Einmal im Monat warten den freiwilligen Helfer mit ihrem Werkzeug auf die Gäste. Gemeinsames Reparieren ist ausdrücklich erwünscht, auch das Mitbringen der Gebrauchsanweisungen ist gern gesehen.

Jeder Besucher darf maximal ein Gerät mitbringen, damit jeder die Chance bekommt, sein Gerät reparieren zu lassen. Die Verköstigung, in Form von Kaffee und Kuchen, sowie die Reparatur sind kostenfrei, um Spende wird aber gebeten. Das Repair-Café im Betsaal Bruch öffnet in diesem Jahr noch an folgenden Daten: 23. Mai, 20. Juni, 4. Juli,19. September, 31. Oktober und 21. November jeweils von 9.30 bis 14.00 Uhr.

Diese Repair Cafés gibt es in Hünxe und Voerde

Das Repair-Café in Hünxe-Bruckhausen ist das Urgestein der Repair-Cafés in der Umgebung. Seit 2013 wirkt ein großes Team an freiwilligen Helferinnen und Helfern dem Wegwerfen entgegen und setzt sich mit dem gemeinsamen Reparieren auch aktiv für ein lebendiges Gemeindeleben ein, denn eine Zusammenarbeit von Helfer und Besitzer ist gewünscht. Jeden 2. Donnerstag im Monat können alle Interessierten mit ihren kaputten Geräten jeglicher Art im Foyer der Ev. Kirche „Unsere Arche“ (Danziger Platz 10) vorbeischauen, jeweils von 10 bis 13 Uhr.

In Voerde ist das Repair Café aus einer Initiative der Kolpingfamilie entstanden. Technische Geräte, Fahrräder, Kleidung, sowie andere Stoffarbeiten und seit neustem auch stumpfe Messer können mit der Unterstützung eines erfahrenden Teams wieder einsatzfähig gemacht werden. Die Reparaturen finden jeden 1. Dienstag (10 bis 13 Uhr) und jeden 3. Donnerstag (18 bis 21 Uhr) im Monat im Voerder Maximilian-Kolbe-Haus (Spellener Straße 60) statt. Die Reparaturen sind kostenfrei und spontan möglich, es gibt aber auch die Möglichkeit einer Voranmeldung. Um Spenden für das Projekt und Materialien wird gebeten.