Die Polizei Duisburg ermittelt in Voerde. Es geht um den Vorwurf der versuchten Tötung. Zwei Menschen wurden bei einer körperlichen Auseinandersetzung zwischen zwei Gruppen verletzt, einer schwer, der andere leicht. Die Tat ereignete sich in der Nacht zu Sonntag. Die Polizei Duisburg, die für Tötungsdelikte in Voerde zuständig ist, hat eine Mordkommission eingerichtet.

Die Tat ereignete sich in einem ruhigen Wohngebiet. In der Straße Waymannskath stehen viele Ein- und Zweifamilienhäuser. Einer der Anwohner alarmierte um 1.27 Uhr in der Nacht zu Sonntag die Polizei. Eine Gruppe von zehn Leuten soll eine Gruppe von drei Menschen im Alter von 28 bis 42 Jahren angegangen haben, erklärt eine Sprecherin der Polizei Duisburg auf Nachfrage der NRZ.

Auf der Straße waren am Sonntag noch große Blutflecken zu sehen. Zwei Menschen wurden bei der Auseinandersetzung verletzt.
Auf der Straße waren am Sonntag noch große Blutflecken zu sehen. Zwei Menschen wurden bei der Auseinandersetzung verletzt.

Dabei seien Stich - und Schlagwaffen zum Einsatz gekommen. Zwei Männer aus der Dreiergruppe wurden verletzt. Das schwer verletzte Opfer befindet sich noch im Krankenhaus, es bestehe aber keine Lebensgefahr, so die Polizei. Ob die Angreifer entkommen sind und um welche Waffen es sich genau handelt, dazu sagt die Polizei aktuell nichts. Bei den Waffen handele es sich um Täterwissen.

Die Ermittlungen zu den Hintergründen und zum Motiv der Tat laufen. Ebenso die Ermittlungen zu den Tätern, so Felix Bachmann, Sprecher der Staatsanwaltschaft Duisburg. Die Staatsanwaltschaft Duisburg wertet die Tat als versuchtes Tötungsdelikt.

Massiver Polizeieinsatz in der Nacht zu Sonntag

In der Nacht zu Sonntag war ein spezielles Spurensicherungsteam der Kriminaltechnik vor Ort. Anwohner des Waymannskath sprechen von einem knappen Dutzend Einsatzwagen von Polizei und Rettungsdiensten.

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Die Spuren des Polizeieinsatzes sind auf der Straße noch gut zu sehen: Zahlreiche Kreidemarkierungen auf der Fahrbahn und dem Gehweg des Waymannskath, eine davon umkreist einen großen Blutfleck auf dem Bürgersteig. Die Einsatzkräfte hätten die Büsche durchkämmt, auch mithilfe eines Hundes, berichtet eine Anwohnerin. Sie hat Wortfetzen aufgeschnappt, es sei von Messerstichen die Rede gewesen. Die Mutter zweier Kinder macht sich Sorgen, fühlte sich von den Behörden schlecht informiert.

Nächtlicher Schrei: Das sagt die Polizei Wesel

In derselben Nacht hat ein markerschütternder Schrei im Bereich der Frankfurter Straße /Grünstraße die Menschen in Voerde aufgeschreckt. Ob ein Zusammenhang zu den Vorfällen am etwa 700 Meter entfernt liegenden Waymannskath besteht, könne die Polizei aktuell nicht sagen, so die Sprecherin. Die Kreispolizei Wesel wurde um 4.03 Uhr wegen des Schreis alarmiert und hat sofort einen Streifenwagen dorthin geschickt. Vor Ort konnte aber nichts Verdächtiges festgestellt werden, so Björn Haubrok, Sprecher der Kreispolizei Wesel.

In der Nachbarschaft des Waymannskath wird über Drogenhandel auf dem Spielplatz berichtet. Auch seien in letzter Zeit immer wieder einmal Schreie oder Knaller zu hören. „Jugendliche schreien am Spielplatz regelmäßig rum, auch gerne mal aus Spaß nach ‚Hilfe‘ obwohl nichts passiert ist“, sagt eine Nachbarin. Die Anwohner würden das mittlerweile nicht mehr Ernst nehmen.

So berichteten wir am Sonntag, 27. April

Mitten in der Nacht: Lauter Schrei schockiert Bürger in Voerde

weitere Videos

    Mitten in der Nacht von Samstag (26. April) auf Sonntag (27. April) war in Voerde ein lauter, schmerzerfüllter Schrei von einem Menschen zu hören. Aufgezeichnet wurde der Schrei von einer Gebäudekamera. Das Video (Quelle: Serkan Mtb), das mittlerweile auch der NRZ vorliegt, wurde in der Facebook-Gruppe „Voerde aktuell“ von einem Nutzer gepostet. Dort schildert der User, dass der Schrei wohl gegen 3.56 Uhr zu hören gewesen sein soll. Das bestätigen auch andere Nutzerinnen und Nutzer in den Kommentaren.

    Noch ist allerdings unklar, wie es dazu gekommen ist oder was genau dahintersteckt. „Aktuell gibt es keine Hinweise auf eine Straftat“, heißt es seitens der Duisburger Staatsanwaltschaft auf NRZ-Nachfrage. Laut der Sprecherin habe es wohl auch keinen nächtlichen Einsatz diesbezüglich gegeben. Das Video sei der Staatsanwaltschaft aber bekannt.