Lust auf eine Kugel Eis, aber kein Bargeld dabei? Dann kann der Wunsch nach einer süßen Abkühlung oft nicht erfüllt werden, denn: Viele Eisdielen nehmen, vor allem bei kleinen Beträgen, nur Bargeld an. Das könnte sich jedoch bald ändern. Die neue Bundesregierung aus SPD und CDU plant, dass in Handel und Gastronomie neben der Bargeldzahlung digitale Zahlungsmöglichkeiten verpflichtend angeboten werden sollen. Die NRZ hat dazu bereits Gastronomen befragt. Vor allem Eisdielenbesitzer haben sich eher kritisch geäußert.

Eine Kugel Eis mit Karte zahlen? „Das passt nicht“, erklärte Arli Pieruz, Inhaber der gleichnamigen Eisdiele an der Neustraße in der Dinslakener Innenstadt, auf Nachfrage der NRZ. Der Aufwand dafür sei zu groß. Er betont jedoch auch, er habe grundsätzlich nichts gegen Kartenzahlung, würde sich bei der Einführung einer Pflicht aber wünschen, dass  es einen Mindestbetrag von beispielsweise zehn Euro geben wird. Die NRZ hat die Gespräche mit den Gastronomen auch zum Anlass genommen und in den sozialen Medien nach der Meinung der Dinslakener Bürger gefragt.

„Keine Kartenzahlung möglich, nur Barzahlung“: Im Eiscafé Pieruz in der Dinslakener Innenstadt klebt dieser Zettel auf einem Eishörnchenhalter auf dem Tresen.
„Keine Kartenzahlung möglich, nur Barzahlung“: Im Eiscafé Pieruz in der Dinslakener Innenstadt klebt dieser Zettel auf einem Eishörnchenhalter auf dem Tresen. © FUNKE Foto Services | Erwin Pottgiesser

Allein unter dem Beitrag auf der Facebook-Seite der NRZ Dinslaken finden sich 149 Kommentare und 137 Reaktionen. In der Gruppe „Dinslaken - aktuell“, in der der Link zum Text geteilt wurde, sind es zusätzlich 90 Kommentare und 27 Reaktionen (Stand 8. Mai 2025). Diese zeigen: Die Dinslakener sich uneinig.

Kugel Eis mit Karte oder mit Bargeld zahlen? Das sagen Dinslakener

Viele schreiben zum Beispiel, dass sie „fast nie Bargeld dabei“ haben und, dass es „altbacken und unmodern“ sei, keine Kartenzahlung anzubieten: „Das ist ein Schritt in die Steinzeit.“ Andere erklären sogar, dass sie Gastrobetriebe, die keine EC-Kartenzahlung anbieten, meiden: „Wenn ich nicht mit Karte zahlen kann, gehe ich da nicht hin.“ Das scheint auch ein anderer User so zu handhaben. Für ihn ist klar: „Wer nicht mit der Zeit geht, verliert!“

Zudem argumentiert eine Userin, dass „ich sogar Brötchen beim Bäcker mit Karte zahlen kann, warum nicht auch ein Eis? Die Kartenzahlung sollte selbstverständlich sein und die Barzahlung weiterhin möglich - und nicht umgekehrt.“

Doch es gibt eben auch die User, die das ganz anders sehen: „Ich bezahle doch nicht eine Kugel Eis oder zwei Brötchen vom Bäcker mit Karte, da komme ich mir blöd vor, aber so ab zehn Euro wäre das für mich eher eine Option.“ Diesem Vorschlag pflichtet ein anderer User bei: „Vielleicht die gesamte Bestellung, wenn man im Café sitzt und Käffchen, Spaghettieis, etcpp. genießt.“ Doch eine einzige Kugel mit Karte zahlen zu wollen, halte er für „absolut unpassend“. Eine andere Userin schreibt, dass die EC-Karte bei ihr „auch zum Einsatz“ kommt, jedoch „auf keinen Fall Karte bei Beträgen unter 20 Euro“, betont sie.