Taylor ist zum erstenmal in einem Zoo und so ist es nicht verwunderlich, dass der Junge mit seinem Bruder Damian aufgeregt von Gehege zu Gehege läuft und die Tiere bestaunt. Mutter Angelina ist begeistert. So fröhlich waren ihre beiden Jungens schon lange nicht mehr. Die Delfinschau im Duisburger Zoo hatten sie gleich zwei Mal besuchen müssen, weil sich die Kinder nicht sattsehen konnten an den quirligen Meeressäugern. „Für drei Personen sind die Eintrittspreise einfach zu teuer, denn es ist ja nicht nur der Eintritt, da kommt das Essen hinzu“, betont sie. „Ich bin froh, dass meine Familienbetreuerin des Jugendamtes mir diesen Tipp gab und mich fragte, ob ich mitfahren wolle.“ Denn gesponsert wird die Fahrt vom im Sommer vergangenen Jahres neu gegründeten Förderverein des Jugendamtes „Kind“.
Das Jugendamt von einer anderen Seite zu zeigen, war mir schon immer ein großes Anliegen
Gabriele Schneiderhan, Vorsitzende des Fördervereins und ehemalige Jugendamtsmitarbeiterin
Organisiert haben die Fahrt Gabriele Schneiderhan, frühere Jugendamtsmitarbeiterin und heutige Chefin des Fördervereins, sowie Frank Schumann, der auch die „Kifeta“ für das Jugendamt alljährlich in den Ferien durchführt. „Das Jugendamt von einer anderen Seite zu zeigen, war mir schon immer ein großes Anliegen“, erzählt Gabriele Schneiderhan. Während ihrer langjährigen Berufstätigkeit hatte sie die Schwächen erkannt, dass Bürokratie und Politik vielfach Ideen aus den verschiedensten, auch nachvollziehbaren Gründen ausbremsten. Mit dem Förderverein hat sich die Sachlage nun geändert. Hier könnten jetzt viele Ideen und Aktionen unkompliziert umgesetzt werden.
So viele Mitglieder hat der Förderverein
„Die Menschen müssen sich nicht schämen, Hilfe zu beantragen, sie anzunehmen. Sie stehen ihnen zu“, so Schneiderhan. Es sei eher die Gesellschaft und die Politik, die sich fragen müssten, warum sie Armut in einem reichen Land zuließen. Acht Mitglieder und 26 Fördermitglieder verzeichnet der Verein inzwischen, hinzu kämen noch zahlreiche Sponsoren, die eine solche Fahrt in den Duisburger Zoo ermöglichten.
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Die Klientel, so berichtet Schneiderhan, die an der Fahrt teilnahm, sei bunt gemischt, aber alle gehörten als Kunden dem Jugendamt an. Da seien Familien wie die von Angelina dabei, die sich einen solchen Zoo-Aufenthalt nicht leisten könnten, da sind Alleinerziehende dabei, oder Pflegeeltern, die Kinder betreuten. Für sie sei es ein kleines Dankeschön für ihre Hilfe.
Fahrten mit den Kifeta
Für finanziell nicht auf Rosen gebettete Familien gibt es vom Jugendamt geleitet die Kifeta, die vor allem in den Sommerferien zahlreiche Abenteuer ermöglichen. „Wir lassen kein Kind zurück aufgrund von fehlender Finanzen“, beteuert Frank Schumann. Zwei Programme stehen bereits bereit: Am 10. Juni eine Fahrt in den Burgers Zoo, am 14. und 15. Juni der Selbstbehauptungskurs für Mädchen von 7 bis 9 Jahren (mit Förderverein). Einfach unter www.dinslaken.de/kifeta-online nachschauen. Ab Mitte/Ende Juni immer mal wieder für die Sommerferien-Abenteuer ins Internet gehen.
Der Zoo Duisburg hat sich im Laufe der vergangenen Jahre stark gewandelt, hat großzügige Flächen angelegt, den Tieren Schutzräume geschaffen, in denen sie sich zurückziehen können. Die achtjährige Mia und ihr neunjähriger Freund Noah sind begeistert vom Tierpark und den zahlreichen Tieren. Welche sie nun am aufregendsten oder tollsten fanden, ein Schulterzucken der Beiden. „Sie sind alle klasse“, sagt Noah. Ja, gut, die Koalas seien besonders süß, auch die Delfine haben es ihnen angetan. „Ach, eigentlich ist alles hier klasse“, sagen beide unisono und wenden sich den Schweinchen im Streichelzoo zu. Noahs Mutter Nicole und Mias Oma Tanja, die ihre Enkelin in einer Familienpflegschaft betreut, sind begeistert vom Angebot des Vereins, der nicht nur für die Fahrt sorgte, sondern auch für belegte Brote und Getränke. „So kommen auch Familien zu schönen Erlebnissen, die es finanziell nicht so gut haben wie wir“, meint Oma Tanja.
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Ein wunderschöner Tag also bei gutem Wetter mit langen Spaziergängen: Da sind die afrikanischen Elefanten, die Löwen, die Brillenbären, die Koalas, die Delfine, die Tiger, die Flamingos und Pinguine, die Affen und Lemuren, die Roten Pandas, die Luchse, die Zebras und die vielen anderen Tiere, die es zu bestaunen gilt. Dass man die Autobahn auf seiner Reise durch den Tierpark überquert, merkt man heute gar nicht mehr. Aufregende Momente, die für viele Kinder viel zu schnell vorbei gehen.
So geht es weiter
Mit dem Tierparkbesuch endet die Arbeit des Fördervereins keineswegs. Vom 11. bis zum 15. Dezember gibt es in Kooperation mit dem Segelclub Niederrhein ein Kinder- und Jugendsegelcamp. Die Teilnehmer sind zwischen 6 und 15 Jahre alt und müssen über das Schwimmabzeichen „Seepferdchen“ verfügen. 25 Kids können teilnehmen. Übernachtet wird in Zelten. Informationen gibt es unter gabriele.schneiderhan@kind-dinslaken.de. Aber nicht nur Eltern können sich an sie wenden, auch Sponsoren und Fördermitglieder werden weiterhin gesucht für die vielfältigen Projekte und Aufgaben des Fördervereins.


