Am 14. September ist Kommunalwahl. In Dinslaken bewerben sich nach aktuellem Stand sechs Kandidaten und eine Kandidatin für das Bürgermeisteramt. Oder, wie die Partei PARTEI es formuliert: „Das Casting der Bürgermeisterkandidat*innen ist in vollem Gange.“ Sie selbst, so gibt die PARTEI bekannt, werde keinen eigenen Kandidaten oder eigene Kandidatin aufstellen.

Die Haushaltslage der Stadt werde „in den kommenden Jahrzehnten schwerwiegende Veränderungen und Herausforderungen mit sich bringen“, so die PARTEI, das künftige Stadtoberhaupt „wird es nicht einfach haben in einem Umfeld, das seinesgleichen sucht.“ Die Situation sei allerdings „hausgemacht“ – und umso „ehrenhafter ist es, wenn zentrale politische Fehlentscheidungen der letzten Jahre nun von Menschen gelöst werden sollen, die aus den Reihen der Parteien kommen, die genau diese mitzuverantworten haben. Diese Selbsterkenntnis zeugt von wahrer Größe“, so die PARTEI.

PARTEI sorgt sich um öffentliche Präsenz

Gleichzeitig fürchtet die PARTEI, durch den Verzicht auf eine Bürgermeisterkandidatur weniger in der Öffentlichkeit präsent zu sein. Kandidatinnen und Kandidaten seien „ein wertvoller Schlüssel der Kommunikation für die zur Wahl stehenden Parteien“, so die PARTEI: „Statements in der Presse, Interviewformate, Vorstellungsrunden, Podiumsdiskussionen – all diese ‚Werbemaßnahmen‘ stehen exklusiv den ‚auserwählten Abgesandten‘ der jeweiligen Parteien zur Verfügung“, glaubt die PARTEI.

Bürgermeisterkandidaten 2025 in Dinslaken

Für das Bürgermeisteramt in Dinslaken kandidieren nach aktuellem Stand bei der Kommunalwahl 2025: Bürgermeisterin Michaela Eislöffel (parteilos), Simon Panke (SPD), Dominik Bulinski (CDU), Stefan Walko (UBV), Dieter Holthaus (Linke) und Dr. Tagrid Yousef (Grüne)

Parteien, die auf eine Kandidatur verzichten, „etwa um die Zeit in sinnvolle kommunalpolitische Arbeit zu investieren“, seien „schlichtweg von Diskussions- und Informationsrunden ausgeschlossen“. Deswegen würden „viele gute, mutige und kreative Lösungsansätze für die Probleme Dinslakens wenig bis gar nicht gehört“, so die PARTEI. Aber: „Es kann und darf nicht sein, dass der ausschlaggebende Grund für eine Kandidatur nur der ist, dass sie als Litfaßsäule für Parteibekundungen dient.“

Schließlich sind wir keine Spaßpartei – diesen Job machen andere Parteien, offensichtlich ungewollt, viel besser.

Ben Perdighe, Stadtverordneter der PARTEI

Sie selbst werde dennoch „keinen kandidierenden Menschen in das überfüllte Rennen schicken“, so die PARTEI: „Bei diesem Kampf um die Stadtspitze werden wir in diesem Jahr auf der Tribüne Platz nehmen und uns emsig mit Fragen an den kommenden Diskussionen beteiligen. Es scheint uns viel sinnvoller, die ins Rennen gesendeten Kandidat*innen zu prüfen, als selbst jemanden in den Ring zu stellen. Dieser destruktive Kampf gehört den anderen – wir widmen uns lieber dem Wiederaufbau.“

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Ben Perdighe, Stadtverordneter der PARTEI, erklärt: „Das ist uns zu albern. Die letzten fünf Jahre haben uns den Spaß genommen. Jetzt ist endgültig Schluss mit lustig!“ Schließlich sei die PARTEI „keine Spaßpartei – diesen Job machen andere Parteien, offensichtlich ungewollt, viel besser. Es ist schon seltsam, wenn man mittlerweile die einzige vernünftige Fraktion im Stadtrat und die einzige wählbare Partei in Dinslaken zu sein scheint“. (aha)