Die Jüdischen Kulturtage Rhein-Ruhr sind ein Kunst- und Kulturfestival in den Regionen Rheinland, Ruhrgebiet und Bergisches Land. Die acht regionalen Jüdischen Gemeinden gestalten von Dienstag, 24. Juni, bis Montag, 30. Juni, gemeinsam mit großen und kleinen Kulturinstitutionen und zahlreichen Partnerorganisationen ein reichhaltiges und spannendes Programm. Erstmals findet diesmal auch eine Veranstaltung in Dinslaken statt.

80 Veranstaltungen in NRW

Mit mehr als 80 Veranstaltungen widmen sich die Jüdischen Kulturtage Rhein-Ruhr einem „genussvollen und ansprechenden Programm“, so die Ankündigung. Ausstellungen, Konzerte, Lesungen, gemeinsame Unternehmungen und viel Essen: Es geht darum, die vielfältige jüdische Kultur mit allen Sinnen zu genießen.

 Anne Prior hält einen Vortrag im Rahmen der Jüdischen Kulturtage Rhein-Ruhr in Dinslaken.
 Anne Prior hält einen Vortrag im Rahmen der Jüdischen Kulturtage Rhein-Ruhr in Dinslaken. © privat

Dem Motto entsprechend widmet sich die Autorin, Forscherin und Vorsitzende des Vereins Stolpersteine Dinslaken, Anne Prior, in einem Bildvortrag am Dienstag, 24. Juni, 18 Uhr, im Dachstudio der Stadtbibliothek (Friedrich-Ebert-Straße 84) der zeitweilig in Dinslaken lebenden jüdischen Kochbuchautorin Lena Kahn. Diese hat zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts ihr rituelles Kochbuch von Dinslaken aus vertrieben. „Die vergessene Königin“ ist der Vortrag betitelt. Das Buch gibt es sogar noch. Es wurde 2018 als Nachdruck veröffentlicht und hält auch - aus heutiger Sicht mitunter spaßige - Tipps für Ehe und Familienleben bereit.

Außerdem geht es um vergessene jüdische Speisegaststätten in Dinslaken, einen jüdischen Kolonialwarenhändler vor Ort und weitere bislang unbekannte Geschichten aus der jüdischen Geschichte Dinslakens.

Konzert mi Werken jüdischer Komponisten

Am Samstag, 26. Juni, 18 Uhr, findet außerdem ein Konzert im Dachstudio statt: Das Klavierduo Con Brio präsentiert klassische Musik und Werke jüdischer Komponistinnen und Komponisten aus dem 19. und 20. Jahrhundert. Auf dem Programm stehen unter anderem Stücke von Boris Petscherski, Isaak Schwarz, Isaak Dunaewski sowie der zeitgenössischen Komponistin Oxana Krut. Der Eintritt zu beiden Veranstaltungen ist frei, Anmeldung über juedische-kulturtage.de.

Das sind weitere Veranstaltungsorte

Nach einer kleinen Düsseldorfer Ausgabe im Jahr 1998 fanden die Jüdischen Kulturtage in NRW das erste Mal 2002 auf Initiative von Paul Spiegel und Herbert Rubinstein statt. Das Festival jüdischer Kultur in Nordrhein-Westfalen ist seitdem eine feste Größe der nordrhein-westfälischen Kulturlandschaft und findet – bis auf eine längere Pause während der Corona-Pandemie – alle vier Jahre statt. Neben Dinslaken sind auch Aachen, Bonn, Dorsten, Duisburg, Düsseldorf, Essen, Krefeld, Mönchengladbach, Mülheim an der Ruhr, Oberhausen, Wesel und Wuppertal Veranstaltungsorte.