Dass Wildstauden wichtige Nahrungsquellen für heimische Bienen sind, ist schon bekannt. Aber wie sieht es mit gezüchteten Sorten aus? Welche Staudenvarianten eignen sich tatsächlich besonders gut als Nahrungsquellen für Wildbienen? Dieser Frage geht ein bundesweites Forschungsprojekt nach, an dem die Staudengärtnerei Becker aus Dinslaken-Hiesfeld beteiligt ist. Auch die Veränderung der Pflanzenwelt durch den Klimawandel spielt hier eine wichtige Rolle.

Täglich (außer Samstag)
Dinslaken-Newsletter: Jetzt kostenlos anmelden!
Nachrichten, Service, Reportagen: Jeden Tag wissen, was in unserer Stadt los ist.
Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.
Das Julius-Kühn-Institut für Bienenschutz in Braunschweig (JKI), und der Bund deutscher Staudengärtner koordinieren die bundesweiten wissenschaftlichen Untersuchungen in sieben Staudengärtnereien und vier Instituten. Betrachtet werden zunächst Glockenblumen, Blutweideriche, Schafgarben und Scabiosen, um die Vorlieben der über 600 Wildbienenarten herauszufinden.
Aktuelles aus Dinslaken und Umgebung
Dinslaken: Einbrecher spionieren Häuser aus – worauf man achten soll
Dinslaken: Larissa leidet an seltener Krankheit – „hatte sehr viel Glück“
Hünxe: Traditioneller Weihnachtsmarkt in Krudenburg: Was Besucher erwartet
Voerde: Wichtige Ampel für Einmündung Breiter Deich: Wann der Bau starten soll
Dinslaken/Voerde/Hünxe: Geht den Betrieben in den drei Kommunen der Nachwuchs aus?
Klimawandel verändert Tier- und Pflanzenwelt
Durch den Klimawandel verändert sich die Tier- und Pflanzenwelt - Klimaforscher gehen davon aus, dass Berlin im Jahr 2100 das Klima von Toulouse haben wird. Schon heute verändert sich dadurch die Zusammensetzung von Flora und Fauna und somit auch das Gleichgewicht von Pflanzen und Bestäubern. In dem Versuch werden daher Wildbienen zum einen heimische Varianten der Pflanzenarten angeboten, daneben gezüchtete Sorten und schließlich Arten aus angrenzenden Regionen wie dem Mittelmeerraum. Dann wird bestimmt, welche Stauden für Wildbienen besonders attraktiv sind.
„Wir untersuchen, ob die Wildbienen eine unterschiedliche Vorliebe bei den ähnlichen Stauden zeigen“, erläutert Henri Greil vom JKI. „Der Versuch erfordert eine ausgewiesene Professionalität, eine große Fläche und ein hohes persönliches Engagement in den Betrieben.“ Man sei sehr froh, dafür Partner wie die Staudengärtnerei Becker gefunden zu haben, die sich für die Wildbienen so intensiv einsetzten.
Gemeinsam mit der Forschung wollen wir zeigen, wie es möglich wird, Gärten und Balkone in lebendige Räume zu verwandeln, die für Menschen und Wildbienen attraktiv sind
Kordula Becker, Mitinhaberin von Stauden Becker
Die Inhaberfamilie Becker hat die zusätzliche Belastung in der Stauden-Hauptsaison in Kauf genommen. „Wir wissen, wie wichtig dieses Projekt ist – und sehen es als unsere Verantwortung, aktiv mitzugestalten“, erklärt Kordula Becker. Das Unternehmen hat auch früher schon an Projekten zu Insekten teilgenommen, etwa gemeinsam mit dem Nabu. Versuchsleiterin bei Stauden Becker ist Alexandra Gliemko, die in die Anlage und Betreuung der Versuchsfelder viel Zeit steckt.

„Unsere Erfahrung im gärtnerischen Alltag zeigt, dass viele Sorten und Arten ähnlich attraktiv für Wildbienen sind. Gemeinsam mit der Forschung wollen wir zeigen, wie es möglich wird, Gärten und Balkone in lebendige Räume zu verwandeln, die für Menschen und Wildbienen attraktiv sind,“ beschreibt Kordula Becker den Hintergrund für das Engagement. Denn am Ende werden die Versuchsergebnisse nicht nur in die Wissenschaft eingehen. Auch die beteiligten Betriebe und die weiteren Kollegen im Bund deutscher Staudengärtner werden die Empfehlungen zur Anpassung ihrer Sortimente aufgreifen und an ihre Kunden weitergeben.
Öffnungszeiten des Verkaufsbereichs
Mehr aus Dinslaken,Voerde und Hünxe
Alle Nachrichten aus Dinslaken, Voerde und Hünxe lesen Sie hier. +++ Abonnieren Sie unseren Newsletter per Mail oder folgen Sie uns bei Whatsapp, Instagram und Facebook +++
Stauden Becker wurde 1991 von Martin Becker gegründet und arbeitet heute auf 3,8 Hektar Freiland- und 3.800 Quadratmetern Gewächshausfläche. Inhaber sind Martin, Kordula und Tim Becker. Das Unternehmen bietet über 2000 Staudensorten in großen und kleinen Stückzahlen sowie Bodendecker, bodendeckende Gehölze sowie Dachstauden in einem speziellen Substrat.
Rund 60 Prozent der benötigten Jungpflanzen werden selbst produziert, um ein hohes Maß an Sortenechtheit gewährleisten zu können. Der Betrieb führt das Qualitätszeichen Stauden und ist Global G.A.P.-zertifiziert. Kundenschwerpunkt sind Fachgartencenter, Fachkunden im Garten- und Landschaftsbau sowie der Grabgestaltung. Für Privatkunden gibt es aber ebenfalls einen eigenen Verkaufsbereich. Dieser ist dienstags bis freitags von 9 bis 17 Uhr und samstags von 9 bis 14 Uhr geöffnet.




