Die letzten Tage ihres Urlaubes haben begonnen. Genau deswegen hat Jasmin sich nochmal einen ganz besonderen Übernachtungsplatz gesucht. „Ich stehe wirklich direkt am Meer. Ich brauche gerade mal drei Schritte zu gehen“, beschreibt sie per Sprachnachricht auf Nachfrage der NRZ. Seit Mitte Juli ist die 31-jährige Voerderin nun mit ihrem VW LT 28 unterwegs, verbrachte den ersten Urlaub mit ihrem Traum-Camper, den sie liebevoll „Frieda“ getauft hat, in Skandinavien.
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„Ziemlich zufrieden“ sei sie mit dem Ausbau ihres Vans, den sie über ein halbes Jahr lang fast komplett alleine gestemmt hat. „Worauf ich besonders stolz bin und was auch einer meiner größten Wünsche bei dem Camper war: Ich kann die Türen hinten aufmachen“, betont sie. Das gebe ihr die Chance, sich nochmal mehr der Natur verbunden zu fühlen: „Ohne, dass man raus muss, bin ich in meinen eigenen vier Wänden trotzdem mitten drin.“

Auch das Gefühl, eine ausgiebige Dusche zu vermissen, was sie öfter tat, wenn sie mit gemieteten Fahrzeugen unterwegs war, habe sie diesmal nicht gehabt. Schließlich hat sie sich ein kleines Bad mit eigener Dusche in den Wagen gebaut: „Das war schon Gold wert. Ich hatte auch immer irgendwo die Möglichkeit, Wasser aufzufüllen.“ Ein Manko: Jasmin musste kalt duschen. Sie hat den kaputten Boiler vor ihrem Urlaub nicht mehr erneuert bekommen. Doch auch das sei nur halb so schlimm gewesen: „Ich bin einfach immer nach dem Schwimmen im See duschen gegangen. Im Vergleich war das Wasser meiner Dusche dann tatsächlich gar nicht mehr so kalt.“
Immer wieder würde sie sich im Bad auch für eine sogenannte Öko-Trenntoilette entscheiden. Damit sei sie nicht darauf angewiesen gewesen, auf Camping-Plätzen zu stehen. Anders sei es mit einer Chemietoilette: Die müsste an speziellen Entsorgungsstationen entleert werden, die es an Orten fürs Wildcampen eben selten gebe.

Sorgen hatte sie sich im Vorhinein ihres Urlaubes auch um den Platz im Camper gemacht. Ob der ausreiche, sagte sie kurz vor Reisestart im Gespräch mit der NRZ, könne sie erst nach dem Urlaub beurteilen. „Ich hab den Platz gut genutzt. Dadurch ist es mir auch leichter gefallen, Ordnung zu halten“, erklärt Jasmin. Sie hat einen Tipp für alle Camper: „Schränke unbedingt so sortieren, dass nichts durcheinander ist, also: Ich habe zum Beispiel einen Schrank nur für Geschirr, einen nur für Gemüse und Obst, in einem Fach sind T-Shirts, in dem anderen Badesachen.“

Obwohl sie so gut Ordnung halten konnte, habe sie die Kühlflüssigkeit nicht mehr gefunden und musste sie im Ausland neu kaufen. Das sei in Norwegen gar nicht so einfach gewesen. Schließlich benötigte sie eine ganz bestimmte. Sie rät deswegen allen, die vorhaben, mit ihrem eigenen Camper in den Urlaub zu reisen: „Immer genug Öl und Kühlflüssigkeit mitnehmen.“
Mir war es wichtiger, in der Natur zu stehen, runterzukommen und das zu machen, wofür mein Herz gerade laut geschlagen hat, anstatt auf jeden Fall den Fahrplan einzuhalten.
Jasmin Burgen
Gleiches gelte für Gas. „Ich würde immer empfehlen, eine zweite Gasflasche mitzunehmen.“ Da sie ihren Kühlschrank nämlich über Gas laufen ließ, damit weniger Storm von der Camper-Batterie abgezogen wird, sei diese im Urlaub schnell leer gewesen. Aufladen könnte man deutsche Gasflaschen in Dänemark nämlich auch nicht, sagt Jasmin. Das sei verboten. „Ich hatte die Möglichkeit, eine Flasche vor Ort zu kaufen und dann mit einem Adapter die Flasche aufzufüllen. Das hätte aber 107 Euro gekostet und das war mir einfach zu teuer.“ Jasmin würde deswegen in künftigen Urlauben eher zwischendurch auch mal ihre mobile Solaranlage für den Kühlschrank-Betrieb nutzen.
Jasmin aus Voerde hat ihren Camper in Eigenregie umgebaut: Das würde sie beim nächsten Umbau anders machen
Was Jasmin ebenfalls „ziemlich stört“, ist ihr Tisch. Dieser hat einen großen Ständer, den sie abends immer im Wagen oder außerhalb des Vans platzieren musste. Schließlich ist ihre Sitzecke auch gleichzeitig ihr Schlafplatz, den sie jeden Abend zu eben solchem umbauen musste. „Das war schon ein bisschen nervig“, gibt sie zu. Hier wolle sie künftig eine andere Lösung finden, vielleicht sogar einen anderen Tisch einbauen, der einklappbar ist.

Abgesehen vom Van-Ausbau hat die Camping-Liebhaberin übrigens noch einen Tipp für alle, die gerne mit ihrem Fahrzeug herumreisen wollen: „Macht euch nicht so einen großen Plan. Ich war sehr langsam unterwegs und habe deswegen auch meine Route gecuttet.“ Sie sei nicht, wie ursprünglich geplant, bis nach Stockholm hochgefahren. „Mir war es wichtiger, in der Natur zu stehen, runterzukommen und das zu machen, wofür mein Herz gerade laut geschlagen hat, anstatt auf jeden Fall den Fahrplan einzuhalten.“



