Noch am Montag (18. August) hatte die Stadt Voerde eine weitere Straßensperrung in Friedrichsfeld angekündigt. Damit wäre auf den Ort im Norden des Stadtgebietes die nächste Verkehrseinschränkung zugekommen. Nun plötzlich die Kehrtwende im Rathaus: Die halbseitige Sperrung der Heidestraße, deren Start für voraussichtlich Mittwoch, 20. August, vorgesehen war, wird verschoben. Am Vortag hatte die CDU-Fraktion zu dem Thema eine Stellungnahme abgegeben. Die Christdemokraten kritisieren in der Pressemitteilung das Vorgehen der Stadt scharf. Sie verweisen darauf, dass die Hugo-Mueller-Straße seit acht Monaten „dicht“ sei und fragen, warum man nicht abwarte, bis diese Baumaßnahme zum Ende gekommen ist.
Voerder CDU-Fraktion übt in einer Stellungnahme scharfe Kritik
Die Friedrichsfelder seien durch die Bauarbeiten zum dritten Gleis an der Betuwe-Linie schon arg gebeutelt, müssten „zeitraubende Staus und lange Umwege ertragen und nun die nächste Sperrung“, erklärt CDU-Fraktionschef Ingo Hülser. Geschäftsleute im Dorf würden bereits deutlich spürbare Umsatzrückgänge beklagen, aber all das scheine den Verantwortlichen gleichgültig zu sein. Die CDU fordert deshalb, „die Maßnahme Heidestraße zu schieben, bis die Hugo-Müller-Straße wieder befahrbar ist“. Einen Tag später beschloss die Stadt, den Baustart erst Mitte Oktober vorzusehen. Auf die Duplizität der Ereignisse angesprochen, erklärte Bürgermeister Dirk Haarmann am frühen Mittwochabend, dass sich diese Entscheidung und die Stellungnahme der CDU-Fraktion „überlagert“ hätten. Die Politik sei über die neue Terminierung informiert. Im Zuge eines Abstimmungsprozesses sei schnell eine Lösung gefunden worden.
Aktuelles aus Dinslaken und Umgebung
Dinslaken: Einbrecher spionieren Häuser aus – worauf man achten soll
Dinslaken: Larissa leidet an seltener Krankheit – „hatte sehr viel Glück“
Hünxe: Traditioneller Weihnachtsmarkt in Krudenburg: Was Besucher erwartet
Voerde: Wichtige Ampel für Einmündung Breiter Deich: Wann der Bau starten soll
Dinslaken/Voerde/Hünxe: Geht den Betrieben in den drei Kommunen der Nachwuchs aus?
Hintergrund für die nun in den Oktober verschobene halbseitige Sperrung der Heidestraße in Friedrichsfeld ist nach Aussage der Stadt die notwendige hydraulische Entlastung des Regenwasserkanals der Hugo-Mueller-Straße. Zur Vermeidung zukünftiger Überstauungen dieses Kanals soll ihr zufolge das Wasser von Starkregenereignissen ebenfalls über den Kanal an der Hindenburgstraße / B8 abgeleitet werden. Ein in der Heidestraße bereits vorhandener Regenwasserkanal soll daher um etwa 30 Meter verlängert und an den Kanal der B8 angeschlossen werden, um somit die Kanäle der Hugo-Mueller-Straße und der B8 zu verbinden. Die Stadt geht von einer etwa dreiwöchigen Bauzeit aus.
Stadt Voerde muss auch Wasser in den Wein schütten
Die Verschiebung auf Mitte Oktober erklärt die Stadt wie folgt: „Bis zum 10. Oktober soll der laufende Bauabschnitt auf der Hugo-Mueller-Straße von der Einmündung Alte Hünxer Straße bis zur Einmündung Am Tannenbusch fertiggestellt sein. Zudem liegt der nun geplante Zeitraum zwei Wochen in den Herbstferien, was den Hol- und Bringverkehr von Schule und Kindergarten deutlich entspannen wird.“ Durch die Verlegung des Baustarts an der Heidestraße könne gewährleistet werden, dass zumindest ein Ableiten des Verkehrs über die Alte Hünxer Straße wieder möglich wird. Allerdings muss die Stadt auch Wasser in den Wein schütten: Eine Durchfahrt auf die B8 werde leider auch dann noch nicht möglich sein – und dies bis etwa zum Jahresende 2025. Der Grund: Unmittelbar nach Fertigstellung des aktuell in Arbeit befindlichen Bauabschnitts auf der Hugo-Mueller-Straße müsse der Abschnitt vom Tannenbusch bis zur B8 in Angriff genommen werden. „Diese Maßnahme konnte bekanntlich nicht zeitgleich mit der derzeit laufenden Maßnahme abgewickelt werden, weil ansonsten der Linienbusverkehr das Wohngebiet nicht mehr erschließen könnte“, führt die Stadt weiter aus.
Mehr aus Dinslaken,Voerde und Hünxe
Alle Nachrichten aus Dinslaken, Voerde und Hünxe lesen Sie hier. +++ Abonnieren Sie unseren Newsletter per Mail oder folgen Sie uns bei Whatsapp, Instagram und Facebook +++
Die Möglichkeit einer Verschiebung der Arbeiten am Folgebauabschnitt bis zum Abschluss der Maßnahme an der Heidestraße sei geprüft worden, habe aber verworfen werden müssen, erklärt die Stadt. Sie argumentiert damit, dass es weder vertretbar sei, die Baustelle für drei Wochen komplett frei zu räumen, noch könne vom technischen Bauablauf ein anderer Bauabschnitt auf der Alten Hünxer Straße vorgezogen werden: „Aufgrund der nach dem Abwasserbeseitigungskonzept verpflichtenden Fertigstellung der Kanalverlängerung Heidestraße bis Ende 2025 kann diese Überschneidung somit leider nicht verhindert werden.“
Die Verwaltung bittet „die durch verschiedene Baustellen im Ortsteil Friedrichsfeld leidgeplagten Bürgerinnen und Bürger um Verständnis“.


