Dinslaken/Münster. Es ist warm, sehr warm, die Luft scheint zu stehen. Kein Blättchen bewegt sich. Vogelgezwitscher, aber auch andere unheimliche Geräusche sind auf dem Weg durch den Dschungel zu hören, das Brüllen eines Affen, dort die unterschiedlichen Rufe anderer Tiere. Wollen sie etwa angreifen, fühlen sie sich bedroht. Verdenken könnte man es ihnen nicht in der Mercanti-Halle des Allwetterzoos Münster.
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Rote Varis hoch in den Bäumen, darunter jede Menge Zweibeiner mit gezückten Handy. „Och wie süß...“ ist da zu hören. Dann ein Aufschrei – ein Roter Vari zielt mit einem Strahl Richtung Störenfriede, ein anderer mit breiingem Wurfgeschoss. Glatt daneben, dennoch bringen sich die gerade noch begeisterten Besucher und Besucherinnen in Sicherheit.
Mit Liebe und Ausdauer Elefanten gefüttert
Aber auch außerhalb der Dschungelhalle sind die Abenteurer der Kifeta Dinslaken nicht sicher. Vor allem, wenn sich die Störche in die Lüfte erheben, knapp über die Köpfe der Kinder fliegen und dabei die unzähligen Krähen aufscheuchen. Da scheinen die beiden schläfrigen Königspythons gar harmlos zu sein.
41 Teilnehmer waren auf einen der letzten Touren des Sommers der Kifeta Dinslaken unterwegs, darunter lediglich fünf alleinreisende Kinder, die von Organisator Frank Schumann und Yvette betreut wurden. Und die es sowohl zu den Tieren als auch zu den Spielplätzen zog. Zu ihrem Leidwesen fiel die Robbenshow an diesem Tag aus, dafür aber waren die Abenteurer rechtzeitig im Reich der Elefanten und durften ein wenig später die Dickhäuter gar füttern. Was Marleen mit Liebe und Ausdauer auch tat. Leider hatte „Benjamin Blümchen“ nicht die besten Essmanieren und so wurde schnell aus einem weißen T-Shirt ein grün gesprenkeltes. Kein Problem für Marleen – sie weiß, wo ein Flecken ist, kommen im Laufe des Tages noch andere hinzu. Macht die Kleidung auch viel interessanter.
Diese Fütterung war ein Besuchermagnet
Es war schön im Allwetterzoo Münster. Gut, vorausgesetzt man verteufelt einen Tierpark nicht als nicht artgerechte Tierhaltung. Da scheint es besser, die Tiere in ihren „natürlichen“ Gebieten zu halten, bis diese ganz vom Menschen vernichtet sind und die Tiere gleich dazu. Und ja, viele Tiere im Zoo werden mit Fleisch gefüttert, wie auch übrigens alle menschlichen Nichtveganer Fleisch essen. In Münster hatte die Fütterung jedenfalls kaum einen Besucher gestört, nicht einmal die Kifeta-Kids waren entsetzt ob der sicherlich vorher süßen Kaninchen, deren Fell noch in manchen Gehegen lag.

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Im Gegenteil, die Fütterungen vor allem der Raubtiere, war ein Besuchermagnet. Da gab es die Sibirischen Tiger zu bestaunen: die Jungen erst im Frühjahr vergangenen Jahres geboren, waren von den Alttieren an Größe und Gewicht kaum zu unterscheiden. Lediglich verspielter waren die drei Jungs und ein Mädel, übten sich mit den Geschwistern in Schaukämpfen oder schmusten herum.

Nachwuchs hat auch Leopardin Nahla bekommen. Sie allerdings hatte sich samt Nachwuchs an diesem Tag jeglichen Blickes entzogen und auch das Männchen suchte so mancher vergeblich. Sah man allerdings genau hin, dann entdeckte der Naturbegeisterte ihn hoch oben auf einem Ast liegen und dösen.
Warum man bei einem Zoobesuch Geduld aufbringen muss
Überhaupt heißt so ein Zoobesuch, und der Zoo Münster beherbergt immerhin 3313 Tiere aus 346 Arten, nicht unbedingt, dass auch alle Tiere sichtbar sind. Wer lässt sich auch schon gerne den ganzen Tag anstarren und fotografieren. Geduld muss man schon ein wenig aufbringen, aber das macht ja auch den Reiz der heutigen Tierparks aus. Vermittelt ein wenig die Illussion echter Wildnis.
Aljona Holletschek war mit ihren Töchtern Evelyn und Leonie nebst weiterer Familie unterwegs. „Wir fahren viel in Zoos und das Angebot der Stadt Dinslaken ist im Preis-Leistungsverhältnis unschlagbar“, sagte sie. Vor allem aber stressfrei. „Keine Planung, keinen Stress mit den Tickets, einfach klasse. Letztes Jahr waren wir schon in Fort Fun und Irrland dabei.“ Ihre Bitte, vielleicht mal neue Parks einbeziehen. Evelyn und Leonie kümmerte das Drumherum nicht. Während es Evelyn die Rothunde angetan hatten, die aus einem Baumstamm heraus beobachtet werden konnten, schwärmte ihre jüngere Schwester Leonie von den Fischen im Aquarium.

Für Katharina Baßfeld, ihrer Mutter Hilli und Nachwuchs Torri, vergingen die sechs Stunden Abenteuer wie im Fluge. „Wir fahren zum ersten Mal mit und sind begeistert“, schwärmte Katharina Baßfeld. „Alles ist super organisiert und jede Familie, vor allem die nicht finanziell so gut gestellten, haben die Möglichkeit in den Ferien mit der Familie etwas für einen kleinen Preis zu erleben.“ Der Tierpark an sich hätte ihr gut gefallen, er sei sehr gepflegt und die Tiere hätten im Gegensatz zu früheren Zoos viel Platz. Eine eigene Show für die Kinder zum Thema „Was ist Glück“ kam ebenfalls bei ihnen gut an.
So viel kostet ein Besuch des Allwetterzoos Münster
Das 30 Hektar große Gelände des Allwetterzoos Münster liegt an der Sentruper Straße 315. Er ist ganzjährig geöffnet und kosten pro Erwachsener 27,90 Euro, pro Kind 17,90 Euro. Im Online-Verkauf sind die Karten preiswerter und Rabatte gibt es auch. Einfach mal unter www.allwetterzoo.de reinschauen.
Die Ferien sind nun zu Ende, die Schulzeit hat wieder begonnen doch es gibt da ja noch die Herbstferien. Auch dann wartet wieder ein Programm auf reiselustige Kids. Einfach mal vorher anrufen, vielleicht hat jemand seine Karten noch nicht abgeholt oder zurückgegeben
Die vierzehnjährigen Zwillige Ali und Miran mussten nach dem Glück gefragt nicht lange überlegen. Immer wieder ein Zoobesuch – das macht ihnen schon seit Jahren Spaß. Ein erlebnisreicher Tag also für alle Mitreisenden.




