Wann sind Sie zuletzt in Dinslaken Bus und Bahn gefahren und wie hat es funktioniert?
Ich wohne sehr zentral, im Averbruch. Entweder laufe ich in die Innenstadt oder fahre mit dem Rad.
Dinslaken hat in die Erstellung eines Stadtbuskonzeptes investiert, um den ÖPNV zu verbessern. Sehen sie eine Chance, es trotz Haushaltssicherung umzusetzen?
Sofern die Haushaltslage es zulässt und die Pflichtaufgaben abgedeckt sind – „Ja“. Ich könnte mir auch vorstellen, dass wir in Dinslaken ergänzend zum bestehenden ÖPNV ein ÖPNV-integriertes On-Demand-Verkehrskonzept erstellen. Dazu würde ich eine Bürgerbefragung durchführen, um den Bedarf und das Interesse abzufragen.
Beim Fahrradklimatest des ADFC schneidet Dinslaken regelmäßig schlecht ab. Wie wollen Sie als Bürgermeister für bessere Radverbindungen in Dinslaken sorgen?
Die Ergebnisse des ADFC-Tests sind ein Weckruf. Als Bürgermeister werde ich gemeinsam mit dem mit ADFC, Planer*innen und Bürger*innen priorisierte Maßnahmen umsetzen, um sichere Radwege zu errichten und fahrradfreundliche Ampelschaltungen zu fördern. Wichtig sind mir auch Baustellenführungen zu optimieren, gerade für Fahrradfahrer.

Bleiben unter Ihnen als Bürgermeister die Parkplatzgebühren so hoch wie aktuell?
Parkgebühren sind ein wichtiges Steuerungs- und Einnahmeinstrument. Ich plane, diese sozialverträglich zu prüfen und gegebenenfalls moderat anzupassen – ohne die wirtschaftliche Belastung zu überreizen. Dinslaken muss hier wieder kundenfreundlicher werden.
Innenstadt und Shoppen: Welche Geschäfte fehlen?
Wann waren Sie zuletzt in der Innenstadt shoppen?
Ich gehe nicht so oft shoppen. Aber ich gehe auch einfach in die Innenstadt, um die Atmosphäre zu genießen und ein bisschen zu stöbern. Zuletzt war ich gestern dort, am Altmarkt.
Steckbrief: Stefan Walko
Stefan Walko (UBV)
Alter: 46 Jahre
Beruf: Geschäftsführer eines Konzerns aus Duisburg
Motto: „Ich setze klare Prioritäten und bin für ehrliche, direkte und transparente Kommunikation.“
Wann waren Sie zuletzt im Centro in Oberhausen shoppen?
Ich fahre selten ins Centro. Wann das zuletzt war, kann ich nicht sagen. Meine Kinder nutzen das Centro schon eher als Ausflugsziel, aber auch eher selten.
Welche Geschäfte fehlen in Dinslaken?
Mir persönlich fehlt Gastronomie, die eine gute Ergänzung zu den kulturellen Angeboten wäre, sowie nachhaltige Einzelhandelsangebote und Einkaufsmöglichkeiten, um den täglichen Bedarf zu decken. Deshalb möchte ich gezielt Unternehmen ansprechen und erfolgreiche Leerstands- und Geschäftsinitiativen fördern
Leerstand und Verfall müssen aktiv bekämpft werden – durch Dialog mit Eigentümern, Nutzungspflichten, Förderprogramme für Sanierungen, Zwischennutzungen und einen städtebaulichen Rahmenplan
Stefan Walko, Bürgermeisterkandidat der UBV Dinslaken
Einige Eigentümer lassen ihre Immobilien in der Innenstadt vergammeln – was möchten Sie als Bürgermeister dagegen tun?
Leerstand und Verfall müssen aktiv bekämpft werden – durch Dialog mit Eigentümern, Nutzungspflichten, Förderprogramme für Sanierungen, Zwischennutzungen und einen städtebaulichen Rahmenplan. Hier darf man nicht wegschauen. Es müssen alle rechtlichen Möglichkeiten, die der Stadt zur Verfügung stehen, ausgeschöpft werden.

Der Neutorplatz ist der heißeste Ort in Dinslaken – wir würden Sie dort für ein besseres Klima sorgen?
Am Neutorplatz plane ich urbane Lösungen wie zusätzliche Bäume, Beschattungen oder wasserspeichernde Elemente, um ein angenehmeres Mikroklima zu schaffen und Aufenthaltsqualität zu erhöhen.
Wohnen in der Zukunft: Wo kommt der Wohnraum her?
Laut Handlungskonzept Wohnen 2030 fehlen in Dinslaken rund 2000 Wohnungen. Sollte Dinslaken mehr Grünflächen für den Wohnungsbau nutzen?
Grünflächen sind wertvoll – aber wo vertretbar, sollten wir kompakte Wohnformen prüfen, um den Wohnungsbedarf zu decken. Und natürlich unter Bürgerbeteiligung.
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Wird Dinslaken mit Ihnen als Bürgermeister städtische Grundstücke preiswert verkaufen, um bezahlbaren Wohnraum zu schaffen?
Nein, Verkauf von Grundstücken ist immer die letzte Option. Eine eigene 100-prozentige städtische Wohnungsbaugesellschaft halte ich für sinnvoll, um bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Damit hat es die Stadt selbst in der Hand.
Werden Sie Bauprojekte befürworten, auch wenn dadurch keine bezahlbaren Wohnungen entstehen?
Projekte mit bezahlbaren Wohnungen haben Priorität. Andere Entwicklungen müssen zusätzliche gesellschaftliche oder ökologische Vorteile bieten, etwa Innenstadtbelebung oder Ansiedelung von Unternehmen, die der Stadt Gewerbesteuereinnahmen bringen.
An der Trabrennbahn sollen rund 600 Wohnungen gebaut werden. Wann werden Ihrer Einschätzung nach die ersten Menschen einziehen können?
Ich hoffe, dass nach Projektstart eine realistische Zeitspanne von etwa zwei bis drei Jahren bis zur Erstbelegung liegt – je nach Planung, Erschließung und Baumaßnahmen. Aber als erfahrener Projektleiter würde ich sagen: Planungszeit mal 1,5.
Dinslaken fehlt Geld - steigen jetzt Steuern und Gebühren?

Dinslaken ist auf dem Weg in die Haushaltssicherung. Eine der wenigen Einnahmequellen von Kommunen ist die Grundsteuer. Wird die Grundsteuer mit Ihnen als Bürgermeister stabil bleiben?
Bevor wir die Einnahmen erhöhen, müssen wir die Ausgaben prüfen. Eine stabile Grundsteuer ist mir wichtig. Ich möchte den Haushalt durch Effizienz und Digitalisierung stärken – statt die Bürger*innen oder auch die Unternehmen stärker zu belasten.
Bleiben die Kita-Gebühren in Ihrer Amtszeit stabil?
Bildung muss aus meiner Sicht kostenlos sein. Familienplanungssicherheit ist für mich ein zentrales Thema. Ich setze mich dafür ein, dass die Kita-Gebühren stabil bleiben. Mein Ziel ist, die Rahmenbedingungen zu schaffen, dass die Gebühren vielleicht gesenkt werden können.
Dinslaken fehlen Gewerbesteuereinnahmen. Werden Sie die Gewerbesteuer erhöhen?
Eine Erhöhung halte ich für kontraproduktiv – sie wirkt gewerbefeindlich. Unsere Strategie zielt stattdessen darauf ab, die lokale Wirtschaft durch weitere Ansiedlung und Synergien zu fördern.
Hier gibt es Infos zur Kommunalwahl in Dinslaken
Informationen zur Kommunalwahl in Dinslaken gibt es auf einer eigenen Seite der NRZ Dinslaken.
Informationen zu allen Kandidaten und Kandidatinnen, die in Dinslaken bei der Kommunalwahl 2025 antreten, gibt es hier.
Wie werden Sie für mehr Gewerbesteuereinnahmen sorgen?
Wir fördern aktiv bestehende Betriebe, unterstützen Innovation und setzen auf gezielte Gewerbeansiedlung – ohne die Steuerlast zu erhöhen. Dafür müssen wir weitere Flächen schaffen für Unternehmen, die auch lokal ihre Steuern abführen.
In der Haushaltssicherung kann Dinslaken nur noch Pflichtaufgaben bezahlen. Welche drei freiwilligen Leistungen sollten Ihrer Meinung nach auf jeden Fall erhalten werden?
Für mich müssen freiwillige Leistungen erhalten bleiben, die für alle von großer Bedeutung sind. Wir müssen Strategien entwickeln, um kreative Lösungen zu finden. Folgende Leistungen möchte ich auf jeden Fall erhalten: Bildungsprojekte wie Schulsozialarbeit und Sprachförderung, denn dies ist eine Investition in die Zukunft. Angebote für Kinder und Jugendliche, die ihnen Perspektiven bieten und Risiken frühzeitig begegnen sowie eine Grundversorgung in Bildung und Kultur für alle, die für mich ein unverzichtbarer Bestandteil unseres Lebens ist.
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Wo kann man im Haushalt sparen?
Durch Digitalisierung, Kooperationen mit umliegenden Kommunen und Prozessoptimierung kann effizient gespart werden – ohne Abstriche bei Leistungen.
Werden Sie in Ihrer Amtszeit bei der Stadtverwaltung sparen?
Ja – durch gezielte Prozessverschlankung, Digitalisierung und cross-kommunale Kooperation, ohne Bürgerservice oder Personalqualität zu gefährden.
Freizeit und Sport: Wohin soll die Martinikirmes?

Sehen Sie eine Möglichkeit, alle Bezirkssportanlagen zu erhalten? Wenn nicht: Welche würden Sie am ehesten aufgeben?
Ich setze mich für den Erhalt aller Anlagen ein. Sollte eine Priorisierung nötig sein, wird dies transparent und nach Nutzungsintensität und Kosten-Nutzen erfolgen.
Die Trabrennbahn wird bald nicht mehr für die Martinikirmes zur Verfügung stehen. Wohin sollte die Kirmes Ihrer Meinung nach ziehen?
Wir benötigen eine zentrale, gut erreichbare Alternativfläche, vielleicht eignen sich Teile des MCS-Geländes oder man kehrt zurück zu einer Art Straßenkirmes mit Einbindung des Neutorplatzes und der Innenstadt.
Wie werden Sie Ihren Wahlsieg feiern?
Für diesen Fall plane ich ein öffentliches Dankeschön-Fest – am besten in der Innenstadt – um gemeinsam mit Bürger*innen zu feiern: Politik ist Gemeinschaft.



